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Zahlungsverzug: Was passiert, wenn ich eine Kreditrate nicht bezahlen kann?

22.07.2015 - 09:00

Wenn es aufgrund von unerwarteten Ausgaben zu einem finanziellen Engpass kommt, kann die Zahlung der monatlichen Kreditrate zum Problem werden. Was Verbraucher in einem solchen Fall tun können.

Die Waschmaschine ist kaputt oder das Auto muss für viel Geld repariert werden: Wenn hohe, unerwartete Ausgaben anstehen, kann das Haushaltsbudget schon einmal knapp werden. Wer einen Kredit abbezahlt, muss jedoch jeden Monat seine Rate an die Bank leisten – und das oft über Jahre. Was passiert, wenn das Geld einmal nicht ausreicht, um die Monatsrate zu bezahlen?

Zuallererst: Immer die Bank informieren

Unter keinen Umständen sollten Sie in einem solchen Fall den Zahlungstermin einfach verstreichen lassen. Kontaktieren Sie schnellstmöglich Ihre Bank – dies sollten Sie unbedingt sofort tun, wenn Sie absehen können, dass Sie die Rate nicht bezahlen können. Das Kreditinstitut wird dann gemeinsam mit Ihnen nach einer Lösung suchen. Ein dauerhafter Zahlungsausfall wäre für die Bank das schlimmste Szenario, denn das würde bedeuten, dass der Kunde die Schulden nicht zurückzahlt und die Bank diese abschreiben müsste – daher wird das Kreditinstitut versuchen, den Kreditvertrag so an den Zahlungsengpass des Kunden anzupassen, dass eine vertragsgemäße Tilgung in der Zukunft wieder möglich ist.
Überweisungsschein mit Schriftzug Ratenzahlung und Euroscheinen
Bloß nichts verschweigen: Können Sie eine Kreditrate nicht bezahlen, sprechen Sie am besten schnellstmöglich mit Ihrer Bank.


So könnte es sein, dass die Bank Ihnen beispielsweise eine Stundung der Rate anbietet, das bedeutet, dass Sie die Zahlung für einen oder sogar zwei Monate aussetzen können. Eventuell gibt es auch die Möglichkeit, die monatliche Rate einmalig oder bei Bedarf dauerhaft zu reduzieren. Welche Lösung in Ihrem individuellen Fall möglich und sinnvoll ist, besprechen Sie direkt mit Ihrer Bank.

Die frühzeitige Meldung der Zahlungsschwierigkeiten ist zudem die einfachste Option, um der Zahlung von Mahngebühren zu entgehen. Dieses Entgelt erhebt die Bank, wenn der Kreditnehmer mit der Tilgung seines Darlehens in Verzug gerät. Wie hoch diese Gebühr ausfällt, ist zwar gesetzlich geregelt, kann aber in Ausnahmen niedriger oder höher ausfallen. Verschiedene Gerichte haben laut Stiftung Warentest des Öfteren geurteilt, dass sich die Mahngebühren bei einem sogenannten Verzug des Kreditnehmers an den anfallenden Kosten orientieren müssen, die der Bank entstehen, wie Kosten für Verzugszinsen, Porto und Papier. Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Bank Ihnen zu hohe Mahngebühren berechnet, können Sie sich an eine Schlichtungsstelle oder Verbraucherzentrale wenden.

Ratenpausen bei einigen Banken möglich

Es gibt Kreditinstitute, die ihren Kunden vertraglich die Möglichkeit einräumen, während der vereinbarten Laufzeit Ratenpausen einzulegen. Ob das bei Ihrer Bank möglich ist, können Sie in Ihrem Kreditvertrag oder den Konditionen im CHECK24-Kreditvergleich nachlesen. Gesteht die Bank dem Kunden eine Ratenpause zu, begleicht er in diesem Monat nur die fälligen Kreditzinsen und zahlt ab dem darauffolgenden Monat wieder die gewohnte Rate. Damit verlängert sich die Laufzeit des Kredites entsprechend um jeden Monat, in dem keine Rate an die Bank geleistet wurde.

Möchten Sie von der Möglichkeit einer Ratenpause Gebrauch machen, muss die Bank in diesem Fall dringend schriftlich darüber informiert werden. Bei der Suche nach einem passenden Kreditangebot können Sie sich über unseren Kreditvergleich gezielt Kreditangebote von Banken anzeigen lassen, die Ratenpausen anbieten.

Bevor ein Kreditvertrag abgeschlossen wird, prüft die Bank die Finanzen des Antragstellers genau, um sicherzustellen, dass die Rate jeden Monat ohne Probleme bezahlt werden kann. Allerdings wird ein Kredit oft über mehrere Jahre abbezahlt – ein Zeitraum, in dem sich die finanzielle Situation eines Kreditnehmers durchaus ändern kann. Bei Kurzarbeit, längerer Krankheit oder vorübergehender Arbeitslosigkeit kann die zuvor problemlos überwiesene Rate schnell zur hohen Belastung werden. Ist aus einem solchen Grund absehbar, dass das Bezahlen der Monatsrate nicht nur einmalig, sondern längerfristig zum Problem wird, sollten Sie ebenfalls schnellstmöglich handeln. Warten Sie auch hier auf keinen Fall, bis Sie eine Rate nicht mehr bezahlen können.

Finanzielle Schwierigkeiten nicht verschweigen

Ändert sich Ihre finanzielle Situation, sollten Sie dies dringend der Bank mitteilen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Womöglich können Sie die monatliche Rückzahlungsrate reduzieren und den Kredit damit über einen längeren Zeitraum abbezahlen als ursprünglich vereinbart. Vor einem solchen Gespräch mit der Bank müssen Kreditnehmer keine Angst haben. Ihr Kreditinstitut hat kein Interesse daran, dass Sie sich durch zu hohe Raten womöglich überschulden und sie den Kreditvertrag irgendwann kündigen muss (siehe Kasten). Im Gegenteil: Ihre Bank wird immer versuchen, mit Ihnen eine Lösung zu finden – das geht jedoch nur, wenn sie rechtzeitig auf die Bank zugehen und offen Ihre Situation erklären.

Sind Sie bereits mit einer Ratenzahlung im Rückstand und haben schon eine Mahnung von der Bank erhalten, wird es schwieriger, mit dem Kreditinstitut noch über eine Stundung oder Ratenreduzierung zu verhandeln. Schieben Sie ein klärendes Gespräch mit der Bank deshalb nicht auf. Wird der finanzielle Engpass frühzeitig mit dem Kreditinstitut besprochen, besteht die Chance eine Lösung zu finden, mit der nicht nur die Bank zufrieden ist, sondern mit der auch Ihnen als Kreditnehmer geholfen ist.
 
Gesetzlicher Hintergrund: Wann kann die Bank den Kreditvertrag kündigen?
Bezahlen Sie eine Rückzahlungsrate Ihres Kredites nicht, kann die Bank zwar Mahngebühren erheben, nicht jedoch den Kreditvertrag direkt kündigen. Das geht laut §498 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) dann, wenn der Kreditnehmer mit mindestens zwei aufeinander folgenden Raten und fünf Prozent der ausstehenden Kreditsumme im Rückstand ist. Bei einem Kredit mit einer Laufzeit von weniger als drei Jahren muss der Rückstand mindestens zehn Prozent betragen. Außerdem muss die Bank dem Kunden vor einer Kündigung eine Frist von zwei Wochen zur Zahlung des ausstehenden Betrags setzen und ankündigen, dass sie den Vertrag kündigt und die gesamte Restschuld verlangt, sollte das Geld bis zu dieser Frist nicht eingegangen sein. Grundsätzlich gilt: Es liegt nicht im Interesse der Bank, einen Kreditvertrag vorschnell zu kündigen – zuvor wird sie immer versuchen, gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung zu finden. Muss das Institut den Vertrag aufgrund der Zahlungsunfähigkeit des Kunden kündigen, erhält dieser einen Negativeintrag in der SCHUFA-Akte. Ist absehbar, dass Sie für längere Zeit Ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen können, empfiehlt es sich, eine Schuldnerberatung aufzusuchen.

(hd)

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