0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Diese Speicherfristen gelten für Kredit-Merkmale bei der SCHUFA

22.09.2014 - 18:00

SCHUFA und Kredit gehören zusammen wie Katz und Maus: Nicht immer vertragen sich beide besonders gut – ohne einander würde es jedoch auch nicht funktionieren. Ohne die gegenseitige Versorgung mit Informationen, könnten Kredite nicht so schnell ausgezahlt werden, wie es in Deutschland der Fall ist. Fehlerhafte oder veraltete Informationen in der SCHUFA-Akte eines Verbrauchers können die Kreditvergabe andererseits auch schnell verhindern.

Insbesondere vor der Aufnahme eines Kredites ist es daher nicht nur für die SCHUFA, sondern auch für Verbraucher selbst, sehr wichtig zu wissen, welche „alten Leichen“ noch in der eigenen Akte vermerkt sind. Werfen Sie aus diesem Grund einen genaueren Blick auf die einzelnen Informationen, die in Zusammenhang mit der Aufnahme eines Kredites beim sogenannten „Geheimdienst der Kreditwirtschaft“ gespeichert – und vor allem, wann sie wieder gelöscht werden.

Vor der Kreditaufnahme auf schufaneutralen Vergleich achten

Wir zeigen, was die SCHUFA bei der Kreditaufnahme über Sie speichert.
Bereits zum Zeitpunkt, zu dem ein Verbraucher die Kreditkonditionen unterschiedlicher Banken miteinander vergleicht, entsteht der Kontakt zur SCHUFA: Stellt ein Kunde, beispielsweise über einen Kreditvergleich, einen Antrag bei einer oder mehreren Banken, melden die Geldhäuser dies der SCHUFA und anderen Auskunfteien. An diesem entscheidenden Punkt hat die Bank jedoch zwei Handlungsmöglichkeiten, die großen Einfluss auf die SCHUFA-Akte des potentiellen Kreditnehmers haben können.

Die jeweilige anfragte Bank entscheidet frei, ob Sie der SCHUFA in diesem Fall das Merkmal „Konditionsanfrage (KK)“ oder „Kreditanfrage (KA)“ übermittelt. Beide Merkmale sind für andere Vertragspartner der SCHUFA, also Banken oder Firmen, lediglich zehn Tage einsehbar und werden zudem nach einem Jahr wieder aus der SCHUFA-Akte des Verbrauchers gelöscht. Der maßgebliche Unterschied beider Merkmale ist jedoch, dass die SCHUFA eine Konditionsanfrage neutral behandelt, während eine Kreditanfrage einen negativen Einfluss auf den Score und damit die Kreditwürdigkeit des Verbrauchers haben kann.

Aus diesem Grund sollten Verbraucher immer darauf achten, einen schufaneutralen Kreditvergleich zu nutzen. Bei diesen Vergleichsportalen melden sämtliche Banken der SCHUFA nach der Kreditanfrage eines Verbrauchers zunächst immer nur das neutrale Merkmal „Konditionsanfrage“. Ähnlich sollten Verbraucher auch den jeweiligen Mitarbeiter bei einem Beratungsgespräch in der Filialbank darauf hinweisen, der SCHUFA keine „Kreditanfrage“ zu melden, wenn es zunächst nur darum geht, sich über die Kreditkonditionen der Bank zu informieren.

Zahlungsmoral bei der Kredittilgung wird in der SCHUFA-Akte dokumentiert

Auch während der anschließenden Rückzahlung des Kredites bleibt der Kontakt zwischen der SCHUFA und der Bank aufrecht. Zahlt der Kreditnehmer seine Tilgungsraten während der gesamten Laufzeit immer pünktlich und wie vereinbart an die Bank zurück wird das Merkmal „Kredit (KR)“ drei Jahre nach der vollständigen Tilgung des Kredites wieder aus der SCHUFA-Akte des Kreditnehmers gelöscht. Das Merkmal Kredit wird von der SCHUFA generell als positiv oder neutral eingestuft. Zahlt ein Kunde seine Kreditschulden pünktlich und vertragsgemäß an die Bank zurück, signalisiert dies anderen Banken oder Firmen eine gute Zahlungsmoral.

Anders sieht es jedoch aus, wenn der Kreditnehmer sich während der Laufzeit nicht wie vertraglich vereinbart verhält und beispielsweise seine Kreditraten einmal oder sogar mehrfach nicht pünktlich an die Bank überweist. In diesem Fall würde die entsprechende Kreditbank ihren Kunden zunächst mit einer Zahlungserinnerung an nicht bezahlte Tilgungsrate erinnern. Bleibt die Zahlung im Anschluss dennoch aus, mahnt die Bank das vertragswidrige Verhalten im Anschluss zudem zweimal ab, bevor sie den Vorfall der SCHUFA meldet.

Kommt es nach einer Zahlungserinnerung und zweifacher Mahnung nicht bezahlter Tilgungsraten wirklich zur einer Meldung bei der SCHUFA, hat dies meist fatale Konsequenzen für den jeweiligen Verbraucher: Eine derartige Meldung wird bei der SCHUFA als negativ eingeordnet und hat demnach auch eine Verschlechterung des Scores und der Bonität des Verbrauchers zur Folge. Nach Ablauf des dritten Kalenderjahres nach einer derartigen Meldung löscht die SCHUFA die Meldung über das vertragswidrige Verhalten wieder aus der Akte.

ZeitpunktMerkmalWertungLöschung aus der Akte
Vor der KreditaufnahmeKonditionsanfrage (KK)Neutral/PositivNach einem Jahr; einsehbar für Vertragspartner: 10 Tage
Vor der KreditaufnahmeKreditanfrage (KA)Neutral/NegativNach einem Jahr; einsehbar für Vertragspartner: 10 Tage
Während der TilgungAufgenommener Kredit (KR)Neutral/PositivDrei Jahre nach vollständiger Kredittilgung
Zwischen der versäumten Zahlung einer Tilgungsrate und der Meldung dieses Vorfalls an die SCHUFA inklusive des negativen Eintrages vergehen jedoch in der Regel mehrere Wochen – Zeit genug für den Kreditnehmer, die Zahlung nachzuholen und den Negativeintrag zu verhindern.

Wer also vor der Aufnahme eines Darlehens auf einen schufaneutralen Kreditvergleich achtet und sich während der Rückzahlung des Geldbetrages an die festlegten Tilgungsvereinbarungen hält, hat keine Probleme mit der Auskunftei zu befürchten und muss sich nicht um „Leichen im SCHUFA-Keller“ sorgen.

(as)

Weitere Artikel: