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Restschuldversicherung - Fluch oder Segen?

12.03.2013 - 10:44

Beim Abschluss einer Ratenkredites bieten viele Banken ihren Kunden eine Restschuldversicherung (RSV) an. Im Prinzip eine gute Sache: Bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Tod des Schuldners zahlt die Versicherung einen Teil bzw. die gesamte Restschuld. Wenn sie überflüssig ist, treibt die RSV die Kreditkosten unnötig in die Höhe.

Besonders bei hohen Kreditsummen bietet sich eine Restschuldversicherung, auch  Restkreditversicherung genannt, an. Die hohen Kreditsummen sind für viele Verbraucher eine hohe Belastung. Stirbt der Hauptkreditnehmer, müssen Angehörige den Kredit weiter tilgen. Für Hinterbliebene und Verwandte kann das ein großes Problem darstellen.

Der Abschluss der RSV für den Kreditnehmer ist freiwillig. Die Versicherung ist nicht nur für ihn sondern auch für die Bank eine Absicherung: Kann der Kreditnehmer seine Schuld nicht mehr begleichen, ist die Bank ebenfalls gegen den Ausfall der Zahlungen abgesichert. Der Kunde kann bei der Restschuldversicherung entscheiden, in welchem Umfang er eine Versicherung abschließen möchte:

  • Bei der Mindestabsicherung ist nur der Todesfall des Kreditnehmers abgesichert;
  • Die Standardabsicherung deckt sowohl den Todesfall, als auch eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit des Schuldners ab
  • Der Komplettschutz durch die Restschuldversicherung greift bei Tod, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit
Generell berechnet sich die Höhe der RSV nach der Höhe des Kredites, der Laufzeit, dem Umfang der Versicherung und dem Alter des Schuldners. Der Kreditnehmer kann zwischen zwei Berechnungsarten der  Versicherungsbeiträge wählen:
  1. Jährliche Anpassung: Die erste Variante sinkt der Beitrag zur RSV mit der Restschuld des Ratenkredites. Je mehr der Schuldner also schon vom Daröehen getilgt hat, desto niedriger wird auch die fällige Versicherungsprämie. Bei dieser Variante wird der Versicherungsbeitrag, den der Kreditnehmer zahlen muss, jedes Jahr aufs Neue berechnet.
  2. Linear abfallende Beiträge: Bei Kreditabschluss werden Versicherungsprämien vereinbart, die zur Kreditlaufzeit stetig, also linear, abnehmen. Nimmt ein Verbraucher ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro und einer Kreditlaufzeit von 20 Jahren auf, sinkt die versicherte Kredithöhe jedes Jahr um 5.000 Euro. Diesen Betrag muss der Schuldner jedes Jahr mindestens tilgen, damit immer der gesamte Restkredit versichert ist.
Das Risiko bei linear abfallenden Versicherungsbeiträgen besteht in einer möglichen Unterdeckung des Restkredites. Das bedeutet, dass die Versicherungssumme unter dem Wert  des versicherten Gegenstandes liegt. Im Todesfall übernimmt die Versicherung dann nur die versicherte Höhe des Kredites, nicht den kompletten Betrag. Die Hinterbliebenen müssen in diesem Fall die Differenz selbst begleichen. Bei dieser Variante sind die anfallenden Versicherungsbeiträge jedoch meist niedriger als bei jährlich angepassten Beiträgen. Im Falle einer jährlichen Anpassung der Versicherungsbeiträge ist die gesamte Kreditsumme immer versichert.

Unser Tipp:

Es muss beachtet werden, dass eine Restschuldversicherung, die den Todesfall abdeckt, nicht notwendig ist, wenn der Kreditnehmer bereits eine Risikolebensversicherung abgeschlossen hat. Der Abschluss einer RSV ist ebenfalls überflüssig, falls der Kreditnehmer alleinstehend ist und keine Angehörigen oder Verwandten gegen finanzielle Risiken abgesichert werden müssen.

 

(as)

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