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Ratenkredit: Zins ist nicht gleich Zins

11.06.2015 - 14:18

Bonitätsabhängiger oder bonitätsunabhängiger Kreditzins? Effektivzins oder Sollzins? Wer zum ersten Mal einen Kredit aufnimmt, kann angesichts der vielen Begriffe schnell verunsichert sein. Wir erklären, was sich hinter den verschiedenen Zinssätzen verbirgt.

Ein neues Auto, Möbel oder eine Waschmaschine: Wird Geld für eine Anschaffung benötigt und die Ersparnisse fehlen, kann ein Ratenkredit Abhilfe schaffen. Ob ein Darlehen als günstige Finanzspritze oder teure Abzocke empfunden wird, darüber entscheidet meist vor allem der Kreditzins: Diesen, bei Vertragsunterzeichnung des Darlehens festgelegten, Zinssatz zahlen Verbraucher dafür, dass die Bank ihnen Geld leiht. Wer verschiedene Kreditangebote einholt und die Konditionen miteinander vergleicht, wird dabei vom bonitätsabhängigen Zins bis zum Effektivzins mit ganz unterschiedlichen Begriffen konfrontiert.  Wir erklären die wichtigsten Begriffe rund um den Kreditzins.

Bonitätsabhängige oder bonitätsunabhängige Zinsen?

Junge Frau mit Fragezeichen über dem Kopf
Ein Kredit, viele Fragen: Was verbirgt sich hinter den verschiedenen Zinssätzen?
Bevor Banken Kredite vergeben, prüfen sie immer die sogenannte Bonität oder Kreditwürdigkeit des Kunden. Dabei wird anhand verschiedener Kriterien analysiert, ob der Kunde die wirtschaftlichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllt, das geliehene Geld auch zurückzuzahlen. Neben einer sicheren Arbeitsstelle und einem regelmäßigen Einkommen fließt in die Bewertung ein, ob der Verbraucher in der Vergangenheit beispielsweise Rechnungen oder Kreditraten fristgerecht gezahlt hat. Die Bank möchte mit dieser gründlichen Prüfung das Risiko möglichst gering halten, dass der Kunde das geliehene Geld nicht zurückbezahlen kann und ihr dadurch wirtschaftlicher Schaden entsteht.

Wie der Name sagt, wird bei Krediten mit bonitätsabhängigen Zinsen, der Zinssatz nach der Bonität, also individuellen Kreditwürdigkeit, des Kunden berechnet. Verbraucher mit guter Bonität, also beispielweise mit einem hohen Einkommen, erhalten ihren Kredit daher oftmals zu niedrigeren Zinsen als Kunden, die nur über ein geringes Einkommen verfügen. Bei ihnen schätzt die Bank das Ausfallrisiko, also die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden kann, als höher ein, was über einen Risikoaufschlag auf die Zinsen abgesichert werden soll.

Bieten Banken Kredite mit bonitätsabhängigen Zinsen an, wird das Darlehensangebot immer mit einer Zinsspanne angezeigt. Innerhalb dieser Werte liegen die fälligen Kreditzinsen, die, je nach Bonität des Verbrauchers, für das Darlehen fällig werden können. Für Kunden kann das zunächst irritierend sein, da sie bei der Anfrage des Darlehens noch nicht wissen, welche Zinszahlungen für ihren persönlichen Kredit fällig werden. Eine gute Orientierung bietet hier der sogenannte 2/3-Zins. Dahinter verbirgt sich der Zinssatz, den zwei Drittel, also die Mehrheit der Kunden dieser Bank, für ihren Kredit zahlen. Um Verbrauchern den Vergleich verschiedener Kreditangebote zu ermöglichen, sind Banken gesetzlich dazu verpflichtet, diesen Zinssatz anzugeben.

Bei Darlehen mit bonitätsunabhängigen Zinsen erhält jeder, der von der Bank eine Zusage zu seiner Darlehensanfrage erhält, denselben, im Kreditangebot angegebenen, Zinssatz. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Bank die finanzielle Lage des Kunden weniger genau überprüft. Unter Umständen können die Kriterien, die Banken für die Vergabe von Krediten mit bonitätsunabhängigen Zinsen anlegen, sogar etwas strenger sein als bei Darlehen mit variablen Zinssätzen. Das liegt daran, dass das Kreditinstitut das Risiko eines möglichen Zahlungsausfalls in diesem Fall nicht durch höhere Zinsen minimieren kann. Die Kunden, an die das Darlehen vergeben wird, müssen deshalb sorgfältiger ausgewählt werden. Erfüllt der Antragsteller die Vergabekriterien der Bank nicht, wird die Kreditanfrage abgelehnt.

Wichtig: Wie genau jede einzelne Bank die Kreditwürdigkeit eines Kunden berechnet und beurteilt, ist das Geschäftsgeheimnis des Geldhauses und kann nicht im Einzelnen nachvollzogen werden. Bekannt ist lediglich, dass verschiedene Kriterien in die Bonitätsberechnung einfließen.

Welches Kreditangebot passt zu mir?

Wer Kredite mit bonitätsabhängigen und -unabhängigen Zinssätzen vergleichen möchte, kann den 2/3-Zins zur Hilfe nehmen. Dieser Zinssatz zeigt an, zu welchen Konditionen ein Darlehen an zwei Drittel der Kunden vergeben wird. Im CHECK24-Kreditvergleich können Verbraucher den Filter „Durchschnittszins an Kunden“ auswählen, um die Kreditangebote anhand dieses Zinssatzes zu sortieren.

Ob ein Kredit mit bonitätsabhängigen oder -unabhängigen Zinsen die bessere Wahl ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Ein Darlehen mit bonitätsunabhängigen Zinsen kommt grundsätzlich nicht für jeden Kunden in Frage, denn oftmals sind die Kriterien für die Bewilligung des Kredites strenger als bei Darlehen mit bonitätsabhängigen Zinsen. Auch für Verbraucher, die für die Banken mit einem geringen Ausfallrisiko einhergehen, da sie beispielsweise über ein hohes Einkommen verfügen, kann ein bonitätsabhängiger Zins unter Umständen die bessere und günstigere Wahl sein. Womöglich erhalten sie ihren Kredit dadurch zu besseren Konditionen als bei Angeboten, die die Bank allen ihren Kunden zu einem festgelegten Zins anbietet.

Wer den CHECK24-Vergleichsrechner nutzt, muss sich nicht von vorneherein für einen Kredit mit bonitätsabhängigen oder -unabhängigen Zinsen entscheiden, sondern kann unverbindlich und schufaneutral mehrere Angebote anfragen. So finden Kunden ein günstiges Darlehen, das optimal zu ihrem Finanzierungswunsch passt.

Effektivzins oder Sollzins: Auf welchen Zinssatz muss ich achten?

Bei Kreditangeboten müssen laut Gesetzgeber der Sollzins sowie der Effektivzins angegeben werden. Beim Sollzins, auch Nominalzins genannt, handelt es sich um den reinen Kreditzins, den Kunden dafür zahlen, dass die Bank ihnen Geld leiht. Der Sollzins allein sagt jedoch nur wenig über die Kosten eines Darlehens aus.  

Wichtiger ist für Kreditkunden der Effektivzins, auch als effektiver Jahreszins bezeichnet. In diesen Zinssatz müssen Banken alle Kosten einrechnen, die mit dem Abschluss des Kredites einhergehen. Der Effektivzins beschreibt damit die tatsächlichen Kosten, die auf den Kreditnehmer zukommen. Im Kreditvergleich von CHECK24 wird den Kunden deshalb immer der Effektivzins angezeigt.

Welchen Zins bekomme ich für meinen Kredit?

Bei Krediten mit bonitätsunabhängigen Zinsen erhält jeder Kunde, den die Bank als Kreditnehmer akzeptiert, denselben Zinssatz. Anders ist es bei Darlehen mit bonitätsabhängigen Zinsen. Da Kreditinstitute nicht veröffentlichen, wie sie die Bonität ihrer Kunden beurteilen, ist es bei diesen Angeboten nicht möglich, sich den möglichen Zinssatz für ein Darlehen selbst zu errechnen. Es gibt jedoch einige Anhaltspunkte, die Verbrauchern Orientierung bieten können:

- 2/3-Zins und Annahmequote: Zwei Drittel aller Kunden erhalten diesen, im CHECK24-Kreditvergleich links neben dem Angebot angezeigten, Zinssatz. Das ist natürlich keine Garantie diesen Zins zu erhalten, gibt aber eine gute Orientierung darüber, zu welchen Konditionen dieses Darlehen sehr häufig vergeben wird. Außerdem wird dem Kunden in grün oder gelb die Annahmequote des Kredites angezeigt, also die Wahrscheinlichkeit, das Darlehen auch zu bekommen.

- Eigene Finanzlage prüfen: Wer einen Kredit aufnehmen möchte, sollte zunächst immer die eigene finanzielle Lage genau unter die Lupe nehmen. Hierbei ist es hilfreich, eine Haushaltsrechnung zu erstellen – denn genau diesen Schritt nimmt die Bank auch vor, bevor sie entscheidet, einen Kredit an den Kunden zu vergeben oder nicht. Dafür werden alle monatlichen Ausgaben den regelmäßigen Einnahmen gegenübergestellt. Der Betrag, der nach allen monatlichen Abzügen von den Einnahmen als Plus übrig bleibt, kann theoretisch für die Tilgung eines Kredites eingesetzt werden. Für die Bank ist entscheidend, dass der Kunde die fällige Monatsrate für die Rückzahlung des Darlehens jeden Monat auch wirklich bequem aufbringen kann. Ist ein Verbraucher am Monatsende regelmäßig mit seinem Konto im Minus, muss die Bank annehmen, dass er auch nicht in der Lage sein wird, das Darlehen zurückzubezahlen. Umgekehrt rechnet das Geldinstitut bei einem hohen monatlichen Haushaltsüberschuss damit, dass ein Kunde nicht so schnell in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Eine Haushaltsrechnung hilft dabei, die eigenen Finanzen realistisch einzuschätzen und kann eine erste Orientierung bieten, ob es wahrscheinlich ist, den gewünschten Kredit zu einem niedrigen Zinssatz zu erhalten.

- Über Berufsgruppe informieren: Einige Berufsgruppen, wie Selbständige und Freiberufler, müssen meist etwas höhere Zinsen für ihr Darlehen bezahlen als Angestellte und Arbeiter. Das liegt daran, dass sie in der Regel nicht über ein regelmäßiges und vor allem gleichbleibendes Einkommen verfügen. Die Bank schätzt deshalb das Risiko eines Kreditausfalls als höher ein. Aus dem gleichen Grund ist es für Studenten, Arbeitslose und Rentner oftmals komplizierter, ein günstiges Darlehen bei einer Bank zu erhalten.

Kann ich den Zinssatz beeinflussen?

Verbraucher können für die Bank das Risiko eines Zahlungsausfalls reduzieren, in dem sie den Kredit gemeinsam mit einer zweiten Person aufnehmen. Das führt bei Krediten, die zu bonitätsabhängigen Konditionen vergeben werden, oftmals dazu, dass die Bank das Darlehen zu niedrigeren Zinsen vergibt. Das gilt jedoch nur in dem Fall, dass beide Kreditnehmer über ein regelmäßiges Einkommen und eine unbefristete Festanstellung verfügen. Denn kann einer der Kreditnehmer das Geld nicht mehr aufbringen, hat das Geldinstitut die Möglichkeit, die Gehälter beider Kunden zu pfänden und so die offene Geldschuld zu begleichen.

(hd)

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