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Achtung Schufa: Viele Konten und Karten schaden der Bonität

02.10.2013 - 10:00

Für den Urlaub zückt man die Kreditkarte mit günstigen weltweiten Transaktions- und Bargeldabhebegebühren, Bonuspunkte werden beim Einkauf mit einer anderen Karte gesammelt und um an der Sonderaktion im Fußball-Fanclub mitzumachen, zückt man die dritte Karte. Sieht ihr Bezahlverhalten ähnlich aus? Für die meisten dieser Karten wird keine Jahresgebühr fällig, sodass eine große Anzahl an Kreditkarten nicht mal ins Geld fällt - einen entscheidenden Nachteil der Kreditkarten-Sammellust vergessen viele Verbraucher jedoch.

Sollten Sie nämlich versuchen, mit dieser Ausgangssituation einen hohen Kreditbetrag bei einer Bank aufzunehmen, wird dies höchstwahrscheinlich mit einer Ablehnung quittiert. Der Grund? Ihre Schufa-Akte. Verbraucher, die verschiedene Kreditkarten und Girokonten bei unterschiedlichen Banken beanspruchen, müssen damit rechnen, dass ihr Schufa-Score unter dieser Sammelleidenschaft leidet – in der Folge kommt es zur Ablehnung von Kreditanträgen oder der Vergabe von Krediten zu schlechten Darlehenskonditionen.

Kreditkarten für jede Situation sind schlecht für die Bonität

Insbesondere der Antrag für eine revolvierende Kreditkarte wird immer an die Schufa weitergeleitet, da der Kunde bei diesen Karten die Möglichkeit hat, den fälligen Rechnungsbetrag in kleinen Teilbeträgen an die Bank zu überweisen. Nutzt der Karteninhaber diese Teilzahlungsfunktion nimmt er für den ausstehenden Rechnungsbetrag einen Kredit bei der Bank auf. Schufa-Einträge bei revolvierenden Kreditkarten sind zwar meist sogenannte Positivmerkmale, die die Kreditwürdigkeit des Verbrauchers nicht schädigen. Bei einer größeren Anzahl klassischer Kreditkarten stuft die Schufa die Bonität des Verbrauchers jedoch herab.

Die Aufnahme mehrere revolvierender Karten vergrößert den Kreditrahmen des Kunden – mit steigender Anzahl der Karten wächst also auch die mögliche Kreditaufnahme des Verbrauchers. In der Summe kann der Verbraucher über alle Karten einen sehr hohen Betrag auf Pump ausgeben. Da das Einkommen trotz steigender Kreditkartenanzahl gleich bleibt, kann sich der Verbraucher im Verhältnis zu seinem Einkommen sehr stark verschulden – das Risiko für die Bank steigt, dass der Kunde seine Schulden nicht mehr zurückzahlt. Wirtschaftsauskunfteien, wie beispielsweise die Schufa, reagieren auf diesen veränderten finanziellen Spielraum und senken die Kreditwürdigkeit des Verbrauchers herab. Beantragen diese Verbraucher nun einen Ratenkredit oder eine Baufinanzierung bei einer anderen Bank, sorgt die gesunkene Kreditwürdigkeit meist für die Ablehnung des Kreditantrages. Das Risiko ist in diesem Fall für die Bank zu hoch, dass der Schuldner neben den zahlreichen offenen Kreditkarten-Rechnungen auch noch die fälligen Tilgungsraten für das Darlehen bezahlen kann.

Konto-Hopping sorgt für gute Zinsen und schlechte Bonität

Ähnlich verhält es sich, wenn Verbraucher verschiedene Girokonten bei unterschiedlichen Banken eröffnen, um stets die besten Guthabenzinsen zu bekommen. Dieses sogenannte Konto-Hopping ist insbesondere für finanzaffine Verbraucher attraktiv, da die Zinserträge für kurzfristige Geldanlagen konstant sinken. Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen, zeigt sich überrascht, dass auch Kunden, die ihrer Bank über viele Jahre hinweg treu geblieben sind, die Bank aufgrund von Lockvogelangeboten wechseln. In der Regel setzen die Geldhäuser selbst den Anreiz für einen Kontowechsel, in dem sie Neukunden höhere Zinsen oder eine Gutschrift bieten.

Was Verbraucher jedoch oftmals nicht bedenken: Ähnlich wie bei der Beantragung mehrerer revolvierender Kreditkarten vergrößert der Kunde durch viele Girokonten seinen finanziellen Spielraum bei gleichem Einkommen: Durch die verschiedenen Dispokredite, die einem Verbraucher mit mehreren Girokonten zur Verfügung stehen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Überschuldung – das Ausfallrisiko für die Bank steigt bei einer möglichen Kreditvergabe deutlich an.

Obwohl Banken und Kartenherausgeber oftmals mit besonderen Aktionen für Neukunden locken, sollten Verbraucher niemals die Konsequenzen der Beantragung dieser Karten und Konten vernachlässigen. Wer sich durch das Sammeln von Karten und Konten langfristig die Kreditkonditionen verschlechtert, macht auf jeden Fall kein gutes Geschäft.

(as)

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