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Raus aus der Schuldenfalle - jetzt teuren Dispo mit Ratenkredit ablösen

12.06.2013 - 10:00

Verbraucher, die ihr Girokonto regelmäßig überziehen und damit den Dispokredit, eine geduldete Überziehung des Kontos, in Anspruch nehmen, müssen regelmäßig tief in die Tasche greifen: Zwischen zehn und zwölf Prozent Zinsen für den Dispokredit ist keine Seltenheit - für die Bank ein extrem lukratives Geschäft. Durch eine Umschuldung auf einen günstigen Ratenkredit kann man so viel Geld sparen.

Für europäische Banken ist es aktuell so günstig wie nie zuvor, sich Geld bei anderen Banken zu leihen. Daher müssen auch Bankkunden aktuell für ein Bankdarlehen keine horrenden Zinsen zahlen - sollte man meinen. Guido Stephan von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung kritisierte jedoch kürzlich, dass viele Banken ihre Zinsen für Dispokredite trotz der Leitzinssenkung gar nicht oder nur minimal nach unten korrigieren. Denn durch diese Praxis verdienen die Banken ein Vermögen.

Trotz Leitzinssenkung bleiben Zinsen für Dispokredite hoch

Aktuell können sich europäische Geldhäuser für einen Zinssatz von 0,5 Prozent gegenseitig Geld leihen – nimmt ein Kunde einen Dispokredit in Anspruch, verleiht die Bank dieses Geld für einen  Zinssatz von durchschnittlich 12,5 Prozent an ihre Kunden weiter. Diesen Durchschnittszins ergab die aktuellste Umfrage der Stiftung Warentest im Herbst 2012 zu diesem Thema. Zwei Drittel der angefragten 1.600 Banken hatten eine Auskunft zu den veranschlagten Dispozinsen im eigenen Haus im Rahmen dieser Studie verweigert.

Der Durchschnittswert von 12,5 Prozent gilt jedoch nur für das von der Bank gewährte Dispolimit. Sollte ein Kunde das Girokonto mehr als zum vereinbarten Betrag überziehen, nimmt er einen Überziehungskredit in Anspruch, für den nicht selten 15 bis 17 Prozent Zinsen fällig werden.  Kerstin Föller von der Verbraucherzentrale Hamburg ist sich sicher, dass der Dispokredit daher für viele Verbraucher der Einstieg in die Überschuldung ist. Durch die hohen Zinsen, die für die Überziehung des Girokontos fällig werden, geraten die Bankkunden immer tiefer in die Schuldenfalle. Den Dispokredit in Anspruch zu nehmen ist für viele Verbraucher keine Ausnahme: In einer aktuellen Forsa-Umfrage gab jeder vierte Kontobesitzer an, sein Girokonto mindestens einmal im halben Jahr zu überziehen.

Vor allem in Niedrigzins-Zeiten Dispo durch einen Ratenkredit ablösen

Anders als bei Dispo – und Überziehungskredit geben die Banken den aktuell extrem niedrigen Leitzins beim normalen Ratenkredit an ihre Kunden weiter. Eine Summe von beispielsweise 3.000 Euro können sich Verbraucher bei einer Laufzeit von 36 Monaten bereits ab drei Prozent Effektivzins von der Bank leihen. Wie viel ein Kunde bereits bei dieser geringen Überziehungssumme sparen kann, zeigt die folgende Rechnung: Würde der Kunde sein Girokonto um 2.000 Euro überziehen, werden dafür monatlich Zinszahlungen in Höhe von 21 Euro fällig. Nimmt der Kunde in gleicher Höhe einen Kredit zu den aktuellen Konditionen auf und tilgt diesen innerhalb von sieben Monaten, beträgt der gesamte Zinsaufwand während der Tilgungsdauer lediglich 20 Euro. Der Zinsaufwand für ein derartiges Darlehen wäre daher für alle sieben Monate zusammen niedriger als die Zinsen, die der Kunde für die Überziehung des Girokontos in einem Monat zahlen muss. Für den Dispokredit müsste der Kunde während der gesamten Tilgungsphase des Ratenkredites mehr als 145 Euro Zinsen zahlen.

Zudem verhindert die Kreditlaufzeit, die bei Vertragsabschluss mit der Bank vereinbart wird, dass der Kunde das Darlehen länger in Anspruch nimmt als eigentlich nötig: Vor dem Abschluss eines Kreditvertrages vereinbaren Kunde und Bankberater gemeinsam die Höhe der Kreditrate, die der Kunde  monatlich für die Tilgung aufbringen kann. Wird dieser Tilgungsplan eingehalten, ist sicher, dass der Kunde so schnell wieder schuldenfrei ist, wie es seine persönliche Finanzlage zulässt. Da es bei einem Dispokredit keinen Rückzahlungsplan gibt, haben Kunden diese Kontrolle bei einem Dispokredit nicht.

(as)

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