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So ermittelt die Bank die Kreditwürdigkeit eines Kunden

16.11.2013 - 12:00

Für viele potentielle Kreditnehmer ist sie ein wahrer Albtraum, für die Bank unausweichlich - die Prüfung der Kreditwürdigkeit des Antragsstellers vor der Darlehensvergabe! Durch die sogenannte Bonitätsprüfung möchte die Bank verhindern, dass es nach der Auszahlung der Geldsumme zu einem Zahlungsausfall kommt und sie auf den Schulden des Verbrauchers sitzenbleibt.  Um dies auszuschließen werden vor der Kreditvergabe verschiedene Aspekte genau beleuchtet.

Vor der Vergabe eines Ratenkredites führt die Bank in der Regel zwei Bonitätsprüfungen durch: Eine standardisierte Prüfung der Kreditwürdigkeit wird direkt nach der Kreditanfrage anhand von Kundendaten und der Schufa-Akte des Verbrauchers erstellt. Besteht der Antragssteller diese Erstprüfung, wird seine Kreditwürdigkeit erneut in einer zweiten, gründlicheren Bonitätsprüfung mithilfe unterschiedlicher Unterlagen und Daten nach der Einreichung des Kreditantrages geprüft. Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass Banken keine standardisieren Bonitätsprüfungen durchführen – welche Informationen zur Prüfung der Kreditwürdigkeit eines Antragsstellers herangezogen werden und wie diese Angaben gewichtet werden, unterscheidet sich von Bank zu Bank oftmals sehr.

Persönliche Kreditwürdigkeit

So prüfen Banken die Kreditwürdigkeit eines Kunden.
Bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit eines potentiellen Darlehensnehmers unterscheidet das Geldhaus zwischen der persönlichen und der wirtschaftlichen Bonität eines Antragstellers. Zu den Faktoren, die die persönliche Kreditwürdigkeit bemessen, zählt hauptsächlich die Zuverlässigkeit des Kunden, die geliehene Geldsumme wie vereinbart an die Bank zurückzuzahlen.

Verschiedene Wirtschaftsauskunfteien, wie beispielsweise die Schufa, liefern der Bank hierzu prozentuale Werte, die das Pflichtbewusstsein des Kunden ausdrückt. Auskunfteien berechnen die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kunde seine Rechnungen und Tilgungsraten in der Zukunft gewissenhaft bezahlt, anhand von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit: Je pflichtbewusster der Verbraucher seinen Verbindlichkeiten in der Vergangenheit nachgekommen ist, desto höher wird auch seine Kreditwürdigkeit für die Zukunft vorhergesagt.

Einfluss auf die persönliche Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers haben zudem dessen berufliche Tätigkeit und seine Qualifikationen: Ein Auszubildender hat daher aus Sicht der meisten Banken eine deutlich geringere persönliche Bonität als ein festangestellter Arbeiter. Ein weiterer Faktor für die persönliche Bonität des potentiellen Darlehensnehmers ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes: Die Kreditwürdigkeit eines Beamten oder eines Verbrauchers mit einem unbefristeten Arbeitsverhältnis ist für die Bank aus diesem Grund höher als die Bonität von Zeitarbeitern oder Mini-Jobbern.

Wirtschaftliche Kreditwürdigkeit

Die Prüfung der wirtschaftlichen Bonität des Antragsstellers führt die Bank durch, um sichergehen zu können, dass der Kunde nach der Auszahlung der Geldsumme jeden Monat die finanziellen Mittel hat, um die fällige Rate an die Bank zu überweisen. Um diese Frage beantworten zu können, muss der Antragssteller der Bank Angaben zur Höhe seines Gehaltes, den regelmäßig anfallenden Ausgaben und Verbindlichkeiten sowie möglichen zusätzlichen Vermögenswerten, beispielsweise Geldanlagen, Immobilien oder Lebensversicherungen, machen.

Mittels dieser Angaben kann die Bank eine sogenannte Haushaltsrechnung für den Verbraucher erstellen: Bei dieser Kalkulation werden sämtliche regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben des Verbrauchers gegenüber gestellt – anhand des übrig bleibenden Differenzbetrages wird für das Geldhaus ersichtlich, ob der Kunde die fälligen Monatsraten zur Tilgung des Kredites bequem aufbringen kann. Sollte dies nicht der Fall sein, nimmt die Bank in der Regel Kontakt zum Kunden auf, um entweder den beantragten Geldbetrag oder die monatliche Tilgungsrate auf den finanziellen Spielraum des Verbrauchers anzupassen.

Mit diesen Unterlagen muss der Kreditnehmer seine Bonität belegen

Die Informationen zur Bemessung der Kreditwürdigkeit eines potentiellen Kreditnehmers erhält die Bank aus drei verschiedenen Quellen: Zunächst verwendet die Bank die persönlichen Angaben, die der Kunde in der Antragsstrecke zur Beantragung des Darlehens gemacht hat. Über diese Quelle erfährt die Bank unter anderem folgende Informationen über den Antragssteller:
  • Vor- und Nachname
  • Geburtsdatum
  • Anschrift (bei Umzug innerhalb der letzten drei Jahre auch die vorherige Anschrift)
  • Kontaktdaten
  • Namen und Anschrift des Arbeitgebers
  • Monatliches Nettoeinkommen
  • Nebeneinkünften
  • Regelmäßige Ausgaben
Da sich die Bank bei diesen Angaben nicht auf die Ehrlichkeit des Verbrauchers verlassen kann, muss der potentielle Kreditnehmer diese durch bestimmte Dokumente belegen, die gemeinsam mit dem Kreditantrag zur Prüfung an die Bank geschickt werden müssen. Welche Angaben das Geldhaus bei der zweiten Bonitätsprüfung benötigt, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Folgende Dokumente werden in der Regel von den meisten Banken angefordert:
  • Gehaltsnachweis
  • Kontoauszüge
  • Selbstauskunft
  • Kopie des Personalausweises
Angaben zur Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde das Darlehen wie vereinbart an die Bank zurückzahlt, erhält die Bank über verschiedene Wirtschaftsauskunfteien. Neben der Schufa gibt es in Deutschland knapp zehn weitere, weniger bekannte Auskunfteien, die Banken, Kreditinstitute und andere Unternehmen mit Verbraucherinformationen versorgen. Laut Unternehmensangaben hat die Schufa in Deutschland einen Marktanteil von 90 Prozent.

Sollte die Bank einen Kreditantrag aufgrund der mangelnden Bonität des Antragsstellers ablehnen, geschieht dies meist zum Schutz des Verbrauchers: Die Ablehnung des Kreditantrages aufgrund der mangelnden persönlichen oder wirtschaftlichen Bonität eines Verbrauchers, soll den Antragssteller vor einer Überschuldung zu schützen.

(as)

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