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Das Debakel Wii U - sind Nintendos Zeiten vorbei?

22.04.2013 - 20:00

Mario würde sich im Grabe umdrehen: Da klempnert sich die Kultfigur auf jeder Konsolen-Generation seiner japanischen Schöpfer durch bunte, mit Liebe designte Levels - nur um jetzt mitzuerleben, wie Nintendo langsam aber sicher den Bach runtergeht? Ganz so weit ist es zwar noch nicht, aber der zweite Fehlstart einer Flaggschiff-Konsole hintereinander gibt zu denken.

Lediglich 67.000 Exemplare der Wii U hat Nintendo im März 2013 nach inoffiziellen Zahlen verkauft – ziemlich wenig für eine Konsole, die kein halbes Jahr auf dem Markt ist. Bereits zum Release im November setzte Nintendo nur 400.000 Geräte ab, rund ein Drittel weniger als noch 2006 bei der Wii.

Der Hardware-Flop – Game over?

Ein ganz großer Coup sollte die Wii U werden. Beim Verkaufsstart spuckte Nintendo noch große Töne – Sony und Microsoft müssten auf das neue Prunkstück reagieren, hieß es aus dem Lager von Nintendo in den USA. Doch bereits ein paar Wochen später sah die Welt ganz anders aus: Hatten die Japaner 2006 mit der Bewegungssteuerung der Wii noch ein wirklich innovatives Argument auf ihrer Seite, war die Wii U zum Verkaufsstart fast schon überholt.

Zwar legte Nintendo bei der Grafikleistung massiv zu und war der PlayStation 3 und der Xbox 360 annähernd ebenbürtig – dumm nur, dass besagte Konkurrenten bereits über fünf Jahre auf dem Markt sind. Beide Konkurrenten haben längst ein Nachfolgemodell in der Hinterhand und dürften die Wii U schon in absehbarer Zeit wieder in den Schatten stellen. Die offensichtliche Konsequenz dürfte ein weiterer, deutlicher Preissturz sein - aktuell kostet die Nintendo Wii U im Preisvergleich noch knapp 200 Euro. Ansonsten bleibt für Nintendo nur das Spiele-Line-up, um bei den Gamern noch Punkte zu sammeln. Doch auch dort haben die Mario-Erfinder einen schweren Stand.

Rayman verlässt das sinkende Schiff

Denn selbst die Spielehersteller scheinen mittlerweile mit ihrer Geduld am Ende zu sein. Am härtesten teilt Ubisoft aus: Der Publisher verschob das lang erwartete Rayman Legends – ursprünglich als Exklusivtitel für die Wii U geplant – in den Herbst, obwohl das Spiel eigentlich längst fertig in der Schublade liegt. Zu allem Überfluss möchte Ubisoft nun doch weitere Versionen für die PlayStation 3 und die Xbox 360 veröffentlichen – Vertrauen in das System sieht anders aus.

Abseits der Highlights wird es schnell düster in Nintendos Spiele-Line-up. Viele Entwickler überfluten den Markt mit uninspirierten Minispiel-Sammlungen und einschläfernd-ideenlosen Partygames. Der Rest besteht aus dem Recycling von Spielen anderer Systeme, die kaum jemanden hinter dem Ofen hervorholen.

Und Nintendo selbst verstrickt sich in seltsamen Spiele-Entscheidungen, die böse Folgen haben könnten: Neben der aktuellen Mario-Neuauflage tut sich wenig – das Pulver des Verkaufsgaranten „Zelda“ verschießt Nintendo lieber auf der Handheld-Konsole 3DS, anstatt die schwächelnde Wii U auf Kurs zu bringen. Vielmehr sollte es der Shooter Zombi U richten und dem neuen System die bitter nötige Starthilfe leisten. Doch ernsthaft: Ein Actionspiel mit Horden von Untoten auf einer Konsole, die seit jeher hauptsächlich auf Familien und ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist? Man hätte es absehen können…

(tki)

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