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Wearables 2016: Ohne Smartphone geht’s auch

11.03.2016 - 16:14

Am Anfang war – falsch, nicht das Wort, sondern der Schritt. Und der wird nach wie vor gezählt. Allerdings haben sich aus dem anfänglichen, simplen Schrittzähler in der Zwischenzeit komplexe Fitness-Tracker, Smartwatches und Pulsmesser entwickelt. Die neuesten Trends und Entwicklungen wurden Anfang des Jahres in Las Vegas und Barcelona vorgestellt.

Über 9.000 Kilometer, der Atlantische Ozean und rund 20 Flugstunden trennen Barcelona und Las Vegas. Doch in den ersten Monaten des Jahres rückten die amerikanische Glücksspielmetropole und die katalanische Hauptstadt näher zusammen und in den Fokus der  Technik-Branche. Auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas und auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona präsentierten namhafte Hersteller ihre neuesten Entwicklungen. Dazu gehörten auch jede Menge neuer Wearables.

Spannendes von der CES

Samsung Gear S2 Classic – Das Luxus-ModellSamsung Gear S2 Smartwatch

Zwei neue Edelvarianten seiner Computer-Uhr Gear S2 Classic präsentierte Samsung in Las Vegas. Mit Armbändern aus echtem Leder und einem Gehäuse aus Roségold beziehungsweise Platin spielen diese Geräte in der absoluten Luxusliga der Smartwatches. Die Roségold-Version schmückt ein hochwertiges, elfenbeinfarbenes Armband. Klassisches Schwarz kommt dagegen bei der Platin-Variante um das Handgelenk. Weitere Designs von Künstlern wie Jean-Michael Basquiat, Keith Haring und Burton Morris sowie Entwürfe im Jeremyville- und Peanuts-Look sind bereits angekündigt.

Besonders interessant: Samsung hat verlauten lassen, dass die Gear S2 Classic noch 2016 mit iOS-Geräten kompatibel sein soll. Bislang waren die Samsung-Smartwatches nur mit ausgewählten Android-Smartphones nutzbar.

Mit den Smartwatch-Luxus-Modellen des südkoreanischen Elektronikkonzerns soll man in Zukunft auch bargeldlos bezahlen können. Sie verfügen über die NFC-Technologie, die hauptsächlich zur Nutzung der Samsung-Pay-Funktion dient. Die Möglichkeit zur bargeldlosen Zahlung mit der Smartwatch kommt in den USA Anfang 2016 auf den Markt. Über eine Europa-Einführung ist noch nichts bekannt.

Razer Nabu Watch –  Social Media am Handgelenk

Razer Nabu SmartwatchNicht ganz so luxuriös, aber ebenso hochwertig ist die Nabu Watch von Razer. Herstellertypisch im schwarz-grünen Neonlook hebt sie sich durch ihr etwas klobiges, sportliches Design stark von der Konkurrenz ab. Neben klassischen Funktionen wie Timer, Stoppuhr und selbstverständlich die Uhrzeit, verfügt die digitale „Semi-Smartwatch“ des Gaming-Herstellers über zahlreiche smarte Funktionen. In „Zusammenarbeit“ mit dem Smartphone werden Anrufe und eingehende Nachrichten auf dem kleinen Display angezeigt.

Selbst Social Media beherrscht die Nabu Watch. Sobald sich zwei Träger treffen und sich die Hände schütteln, tauschen die Geräte Facebook- und Twitter-Kontakte aus. Besonders praktisch: Die smarten Eigenschaften der Uhr verfügen über eine extra Stromzufuhr. Dieser Akku versorgt die Smartwatch maximal sieben Tage mit Power. Die Batterie für die Standardfunktionen hält hingegen bis zu zwölf Monate.

Feel – Der Tracker mit Gefühl

Von der Bauweise unterscheidet sich das Armband Feel nicht von anderen Fitness-Trackern. Allerdings liefert das Geräte statt Informationen zu Schritten, Distanzen und Schlafverhalten Wissenswertes über den emotionalen Zustand. Das schlicht gehaltene Gerät erkennt schlichtweg, ob sich sein Träger gerade gut fühlt oder sich in einer stressigen Situation befindet.

Registriert das Gerät, zum Beispiel nach einem Training, ein gutes Gefühl, speichert es diese Informationen ab. Der Tracker erstellt daraus einen Plan über die Gefühlswelt. Bei schlechter Stimmung und Stress erinnert der Feel daran, wieder mehr Sport zu treiben oder mehr zu lachen. Sogar Meditation schlägt er vor.
Feel

Wann der „Gefühlsmesser“ allerdings auf den Markt kommt, ist noch ungewiss. Der Prototyp zeigt allerdings, dass bald schon mehr möglich sein wird, als nur den Fitnesszustand zu tracken.

Samsung WELT – Der Tracking-Gürtel

Dieses Wearable gehörte trotz seiner Unscheinbarkeit zu einem der Hingucker auf der CES. Schließlich sieht der WELT von Samsung aus wie ein ganz normaler Gürtel. Aber gerade dies ist das Besondere.

Sein Name leitet sich wohl aus einer Kombination von W wie „Wearable“ und dem englischen Wort für Gürtel, also „belt“, ab. Getragen wird er unauffällig als normales Mode-Accessoire. Dabei zeichnet der WELT Schritte und Sitzzeiten auf. Selbst der Hüftumfang lässt sich mit diesem Fitness-Tracker ermitteln. Mit der passenden App können auch Essensgewohnheiten festgehalten werden. Aus den unterschiedlichen Daten entwickelt die Software Pläne, die bei der Verbesserung der Fitness und der Gewichtsabnahme helfen sollen.

Die nötige Power erhält der WELT über einen Akku, der per Micro-USB aufgeladen wird. Rund eine Woche soll das Gerät damit auskommen. Wann dieser außergewöhnliche Gürtel in den Handel kommt, ist noch ungewiss.

Überraschungen auf dem MWC

i.am+ dial – Smartphone und -watch in einem

Telekom bringt zusammen mit dem von will.i.am (von den Black Eyed Peas) gegründeten Unternehmen i.am+ die Smartwatch dial auf den Markt. Das Besondere: Die Uhr arbeitet vollkommen ohne die Unterstützung eines Smartphones. Eine eigene Nano-SIM-Karte macht’s möglich. Wer mit der Uhr telefonieren will, hält Sie entweder in der Hand oder behält sie einfach direkt am Handgelenk.

Der 2-Zoll-Bildschirm hat zwar eine Touchfunktion, allerdings ist die allgemeine Bedienung auf Spracherkennung ausgelegt. Die Smartwatch läuft mit dem neuen, auf Sprachsteuerung basierenden Betriebssystem „AneedA“.
i.am dial Smartwatch

Wann die vollkommene eigenständige Smartwatch auf den Markt kommt, ist noch nicht ganz sicher. Die Hersteller versprechen aber, dass es die Uhr noch 2016 exklusiv bei der Telekom in den Verkauf gehen soll.

Vivofit 3 und Vivoactive HR – Erkennt jede Bewegung

Garmin Vivofit 3 FitnesstrackerGleich mit zwei neuen Modellen präsentierte Garmin in Barcelona. Der Vivofit 3 und der Vivoactive HR kommen mit innovativen Funktionen um die Ecke. Die neueste Version des Vivofit verfügt über eine smarte Aktivitätserkennung. Egal ob Laufen, Schwimmen oder Radfahren – der Tracker erkennt die Bewegung automatisch und zeichnet die richtigen Werte auf. Ein vorheriges Auswählen der Sportart gehört damit der Vergangenheit an.

Wie schon bei den Vorgänger-Modellen setzt Garmin auf ein E-link-Garmin Vivoactive HR SmartwatchDisplay. Die interne Beleuchtung erleichtert die Bedienung im Dunkeln. Aufhorchen lässt die verkündete Akkulaufzeit: 365 Tage – oder anders ausgedrückt: 1 Jahr – soll der Tracker mit nur einer Akku-Ladung auskommen.

Mit der Einführung des Vivoactive HR ermöglicht Garmin erstmals das Messen der Herzfrequenz ohne Brustgurt. Sensoren direkt am Armband zeichnen die Werte auf. Zudem ist der Tracker mit einem GPS-Sensor ausgerüstet und hat einen barometrischen Höhenmesser im Gehäuse. In Sachen Akku-Haltbarkeit kann er mit dem Vivofit 3 nicht mithalten. Je nach Aktivität verspricht der Hersteller eine Laufzeit zwischen 13 Stunden und 8 Tagen.
Beide Modelle sind seit März im Handel erhältlich.

Haier Watch – Die Smartwatch vom Haushaltsgeräte-Hersteller

Nach Smartphones und Tablets versucht Haier jetzt auch auf dem Wearable-Markt Fuß zu fassen. Mit der Haier Watch will der Haushaltsgeräte-Hersteller aus China gegen Apple, Samsung & Co. ins Rennen gehen.
Haier Watch

Bei der Größe des Touchscreens schlägt die Haier Watch (Ø 1,7 Zoll) die Gear S2 von Samsung (Ø 1,2 Zoll) um ein paar Millimeter. Das Display sitzt dabei in einem stabilen, wasserfesten Edelstahlgehäuse. Dieses soll in den Farben Schwarz, Silber und Gold auf den Markt kommen. Beim Armband hat der Kunde die Wahl zwischen Leder, Kunststoff und Metall.

Im Inneren der Haier Watch sorgt ein Android-Betriebssystem für die Umsetzung der zahlreichen Funktionen. Gekoppelt an ein Smartphone (über Bluetooth 4.0) werden eingehende SMS und Anrufe auf dem kapazitiven Touchscreen angezeigt. Dank des integrierten Mikrofons und Lautsprechers kann direkt am Handgelenk telefoniert werden. Wer Werte über seine Fitness haben möchte, der überwacht mit der Haier Watch seine Herzfrequenz und misst seine verbrauchten Kalorien.

Wirklich viele neue Funktionen hat die Haier Watch leider nicht zu bieten. Mit einem geplanten, und verhältnismäßig günstigen, Preis von rund 200 Euro, könnte die Smartwatch aber dennoch ein ernstes Wörtchen auf dem Wearable-Markt mitreden können. Wann das Gerät in den Verkauf geht, ist noch nicht bekannt.

2016 – das Smartwatch-Jahr?

Das Ende der Wearable-Entwicklung ist noch lange nicht erreicht. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass das Jahr 2016 für Smartwatches den endgültigen Durchbruch bringen könnte. Besonders die Abnabelung von den Smartphones gilt als richtungsweisend.

Auch Überlegungen, die Geräte am Handgelenk mit Systemen für Smarthome zu vernetzen, könnten den Wearable-Markt weiter nach vorne bringen. Es bleibt auf alle Fälle spannend.
 
(mst)

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