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Waschtrockner - ungewöhnliche Multitalente in der Waschküche

09.11.2012 - 13:20

In kleineren Wohnungen stellt sich oft die Frage: Wohin mit Waschmaschine und Trockner? Wenn Bad und Küche bereits anderweitig zugebaut sind, fehlt oft der Platz, um zwei Maschinen unterzubringen. Wer keine Lust auf Gerätetürme hat, greift zu einem Waschtrockner. Das Kombigerät übernimmt die Funktionalität von Einzelgeräten auf wesentlich kleinerem Raum.

Die Redakteure von Stiftung Warentest sind gewöhnlich nicht für ihre Zurückhaltung bekannt. Wenn sich die Warentester eine Produktkategorie vornehmen, dann mit einem geballten Rundumschlag und weit über zehn Testkandidaten. Bei den Waschtrocknern sind es ganze fünf – von denen einer laut Hersteller nicht mehr lieferbar ist. Mehr gibt der Markt einfach nicht her, eindrucksvoll belegt durch die Verkaufszahlen.

Multifunktionale Exoten

Laut Stiftung Warentest wurden 2011 lediglich 65.000 Waschtrockner in Deutschland an den Mann oder die Frau gebracht – eine sehr überschaubare Anzahl, gerade in Anbetracht von knapp einer Million verkauften Trocknern und stolzen 2,9 Millionen Waschmaschinen. Die Folge: Nur wenige Hersteller haben Waschtrockner in ihrem Sortiment und keiner mehr als einen.

Dabei bieten die Maschinen einen sehr hohen Komfort: Nach einmaliger Beladung reinigt das Kombiprogramm zunächst die Wäsche und startet anschließend auf Wunsch direkt den Trocknungsvorgang – ohne lästiges Umräumen. Das funktioniert allerdings nur, wenn die maximale Beladungsmenge für beide Programme nicht überschritten ist.

Preiswert mit Macken

Bei der Auswahl des passenden Waschtrockners ist allerdings Vorsicht geboten, denn nicht alle Modelle konnten die Warentester überzeugen. Besonders die günstigere Fraktion erwies sich als recht unzuverlässig: Im Dauertest hatte der AEG-Waschtrockner mit Elektronikmacken zu kämpfen, während sich die Maschine von LG vollends verabschiedete.

Einmal mehr sind es die Geräte von Bosch und Miele, die an der Spitze des Testfelds liegen. Beide sind zwar teurer als die Konkurrenz, im Gegenzug aber auch wesentlich zuverlässiger. Die Folgekosten sind durch den sparsameren Umgang mit Strom und Wasser ebenfalls geringer, was den höheren Kaufpreis im Laufe der Zeit relativiert.

Sparmeister oder Energieschleuder?

Wenn die Platzersparnis nämlich mit deutlich höheren Folgekosten erkauft wird, ist die Freude an der neuen Maschine schnell dahin. Laut Stiftung Warentest lohnt sich der Kauf von zwei getrennten Geräten umso stärker, je mehr Wäsche getrocknet werden soll. Liegt der Anteil der zu trocknenden Wäsche bei 30 Prozent, sind die jährlichen Kosten des Waschtrockners um zehn Euro geringer als bei Einzelgeräten. Sollen 70 Prozent des gesamten Wäscheaufkommens getrocknet werden, sind die Spezialisten dagegen rund 15 Euro günstiger.

Bei den Anschaffungskosten ist der Unterschied vergleichsweise gering – die besten Waschtrockner liegen derzeit zwischen 700 und 1.600 Euro. Wer die Trocknungsfunktion allerdings nur sporadisch bis gar nicht nutzt, fährt mit einem Spezialgerät besser: Gute Waschmaschinen im Preisvergleich gibt es bereits für rund 300 Euro – und damit mehrere hundert Euro günstiger als die getesteten Waschtrockner.

(tki)

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