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Fernseher-Trends 2014 - Größenwahn, Pixel-Irrsinn und Verbogenes

16.01.2014 - 20:00

Die CES in Las Vegas ist der jährliche Treff für Elektronik-Hersteller. Direkt zu Beginn des Jahres präsentieren sie dort die Innovationen und Trends, die angeblich die kommenden Monate dominieren sollen. Einige davon verschwinden jedoch schneller wieder von der Bildfläche, als den Entwicklern lieb sein kann.

Auch 2014 hat sich wieder reichlich Unsinn im Innovations-Dschungel versteckt, bei dem selbst mit der Lupe kein alltäglicher Nutzen erkennbar ist. Im Fernseher-Bereich hielt sich die Gadget-Attacke zwar stark in Grenzen – die seit Monaten angekündigten TV-Trends kommen jedoch nicht so recht in die Gänge. Trotzdem soll 2014 auf verschiedenen Ebenen der Durchbruch gelingen.

Größere Bildschirmdiagonalen – kleinerer Preis

Fernsehen kann teuer sein. Und zwar bis zu 20.000 Euro, wenn es der technikverrückte Filmfan darauf anlegt. Die größten derzeit erhältlichen Fernseher mit 84-Zoll-Display kosten so viel wie ein großzügig ausgestatteter Kleinwagen. Mit einer Bildschirmdiagonale von zwei Metern und 13 Zentimetern sind die Geräte beinahe so groß wie ein Smart – und wirken in vielen Wohnungen reichlich überdimensioniert.

Doch auch abseits dieser Extreme ist ein Trend zu größeren Displays unverkennbar: Galten vor rund zwei Jahren noch 32-Zoll-Fernseher als die meistverkaufte Größenklasse, liegen die meisten Bestseller derzeit zwischen 40 und 47 Zoll. Da Filmfans jedoch nicht schlagartig mehr Platz zur Verfügung haben und deshalb größere Fernseher kaufen, wird dieser Trend zum großen Teil der Preisentwicklung zugeschrieben: Gute aktuelle 3D-Fernseher mit 40-Zoll-Bildschirm sind mittlerweile für unter 500 Euro erhältlich.

Eine ähnliche Entwicklung ist auch 2014 zu erwarten – alles wird noch eine Stufe größer. Die Preise für günstige Fernseher der 50-Zoll-Klasse sollen im Laufe des Jahres deutlich unter 1.000 Euro fallen. Dadurch werden die entsprechenden Modelle auch für den durchschnittlichen Fernsehzuschauer interessant, während Cineasten auch bei den 60-Zollern erschwinglichere Preise erwarten dürfen.

Ultra-HD – Warten auf Godot?

Fernseher mit Ultra-HD-Auflösung – dem Vierfachen des bisherigen Full-HD – entwickeln sich langsam aber sicher zum Dauertrend im TV-Bereich. Die ersten Ankündigungen sind bereits eine Ewigkeit her, und mit jedem neuen Jahr wird Ultra-HD erneut als großer Trend der kommenden Monate präsentiert. Passiert ist seitdem reichlich wenig: Zwar ist mittlerweile eine nennenswerte Zahl an Ultra-HD-fähigen Fernsehern erschienen, allerdings sind die Geräte nach wie vor sündhaft teuer.

Auch das hochauflösende Bildmaterial, das ein 4K-Fernseher nun einmal braucht, um wirklich glänzen zu können, haben TV-Sender und Distributoren im letzten Jahr kaum erweitert – entgegen anderslautenden Vorsätzen. Das soll nun anders werden: Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft etwa wird in Ultra-HD-Auflösung produziert, ebenso wie ein Großteil der aktuellen Hollywood-Blockbuster. Gleichzeitig rechnen Branchenanalysten mit einer Preissenkung der 4K-Modelle: Diese sollen im Laufe des Jahres nur noch wenig mehr kosten als Full-HD-Fernseher der gleichen Größe.

Curved-OLED – gebogene Innovation

Bereits seit einigen Monaten sind die ersten OLED-Fernseher mit geschwungenem Bildschirm erhältlich – vom großen Durchbruch kann jedoch bisher keine Rede sein. Durch das nach innen gewölbte Display will Hersteller LG die Form einer Leinwand in großen 3D-Kinos nachempfinden und dem Betrachter dadurch eine noch realistischere und plastischere Darstellung bieten, in 2D wie in 3D.

Was zu Beginn kaum mehr als eine Spielerei zu sein schien, hält sich mittlerweile bereits deutlich länger, als von vielen zunächst vermutet. Mehrere Hersteller sind auf den Zug aufgesprungen, der auch der OLED-Technik mit ihren organischen Leuchtdioden eine völlig neue Bedeutung am TV-Markt einräumt.

Als ob diese Trends nicht für sich allein betrachtet schon verrückt genug wären, haben die beiden koreanischen Technik-Riesen Samsung und LG auf der CES in Las Vegas angekündigt, den Irrsinn noch in diesem Jahr endgültig auf die Spitze zu treiben. Beide wollen Fernseher im Curved-Design mit 4K-Auflösung und einer Bildschirmdiagonale von 105 Zoll auf den Markt bringen – das sind umgerechnet zwei Meter und 66 Zentimeter. Bleibt nur die Frage, wer einem solchen TV-Monster freiwillig sein Wohnzimmer überlassen soll.

(tki)

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