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Stiftung Warentest prüft Powerbanks - Das können die mobilen Zusatzakkus

10.06.2016 - 16:05

Wer schon einmal mehrere Stunden mit leerem Handy-Akku im Zug verbracht hat und sich gezwungenermaßen mit der Offline-Welt auseinandersetzen musste, will diese Situation bestimmt nicht wieder erleben müssen. Für die nächste Fahrt empfehlen wir entweder einen Bus (dort gibt es meistens Steckdosen) oder einen mobilen Zusatzakku. Auch als Powerbank oder Powerpack bekannt, trifft man diese kleinen, praktischen Kästchen heutzutage immer öfter an. Unkompliziert und schnell liefern sie Notstrom und verlängern den Atem eines Smartphones. Doch halten die Geräte was Hersteller versprechen? Stiftung Warentest hat nachgeforscht.

Wieviel Kapazität reicht aus?

Bei einer Powerbank kommt es in erster Linie auf die Kapazität an, die in Milliamperestunden (mAh) angegeben wird. Sie zeigt an, wieviel Ladung der Akku aufnehmen und speichern kann. Powerbanks mit geringen Kapazitäten um 2.200 bis 3.000 mAh können ein Handy ungefähr einmal vollständig aufladen. Das hängt natürlich auch vom Smartphone-Modell ab. Das Motorola Moto G hat zum Beispiel eine Akkukapazität von 2.070 mAh, während im Samsung Galaxy S7 ein Akku mit 3.000 mAh verbaut ist.

Bevor man zu einem bestimmten Akku-Modell greift, sollte man sich daher überlegen, wozu man den ihn genau benötigt. Kleinere Zusatzakkus verschwinden problemlos in einer Hosentasche und laden ein durchschnittliches Smartphone soweit wieder auf, um die Durststrecke bis zur nächsten Steckdose zu überstehen. Größere Powerbanks sind zwar schwerer und unhandlicher, können dafür aber Tablets oder teilweise sogar Notebooks mit frischer Energie versorgen. Für längere Einsätze wie im Campingurlaub, auf Festivals oder auf einer mehrtägigen Wandertour sind größere Modelle ebenfalls besser geeignet.

Ein weiterer Vorteil mobile Akkus ist ihre Flexibilität. Da die meisten Powerbanks auf den USB-Standard setzen, können sie theoretisch alle USB-fähigen Geräte mit Energie versorgen. Dazu zählen Bluetooth-Kopfhörer und Lautsprecher, USB-Ventilatoren und andere Gadgets. Manche Modelle besitzen zwei oder mehr USB-Ports und sind somit in der Lage mehrere Geräte gleichzeitig aufzuladen.

Stiftung Warentest macht den Vergleich

Gewinner im Vergleichstest der großen Powerbanks: Die Intenso Slim S10000 mit integriertem Micro-USB-Kabel. (Bild: Intenso)
 
Leider sind die Kapazitätsangaben der Hersteller nicht immer so verlässlich, wie man es gern hätte. So hat die Stiftung Warentest festgestellt, dass die tatsächlich gemessenen Werte bei einigen Modellen geringer ausfallen als die Werksangaben der Hersteller versprechen. Das Magazin testete 21 Powerpacks mit unterschiedlichem Kapazitätsumfang, zwei davon mit Solarzellen sowie einen Fahrraddynamo. Insgesamt führten die Tester vier Vergleiche durch. Im ersten Test standen sich sieben kleinere Powerbanks mit einer Nennkapazität zwischen 2.200 und 3.000 mAh gegenüber. Bei zwei weiteren Vergleichstests kamen sechs Modelle mit 5.200 bis 6.000 mAh sowie fünf weitere mit 10.000 bis 13.000 mAh zum Zug. Zum Schluss traten zwei Geräte mit Solarzellen gegeneinander an.

In die Gesamtnote ließen die Tester sechs Teildisziplinen mit unterschiedlicher Gewichtung einfließen: Akkukapazität (35%), Ladeverhalten (20%), Handhabung (20%), Stabilität (5%), Deklaration (10%) und Vielseitigkeit (10%). Bei der Akkukapazität wurde zum Beispiel die nutzbare Ladungsmenge im Verhältnis zum Gewicht bewertet. In die Zwischennote zum Ladeverhalten flossen die Ergebnisse beim Laden von Mobiltelefonen sowie beim Laden der Powerbank selbst ein. Im Stabilitätstest mussten die Geräte unter anderem Stürze aus 75 Zentimeter Höhe überstehen.

Die Testergebnisse in der ersten Gruppe mit einer eher geringen Nennkapazität sind ernüchternd: Selbst die beiden Testsieger Realpower (Ultron) PB-2600 und Samsung EB-PA300U kommen nur auf die Note 2,5 und sind damit gerade noch gut. Vor allem die Werte beim Ladeverhalten (beide befriedigend) und Vielseitigkeit (ausreichend) beeinflussen die Gesamtnote negativ. Bei der Stabilität hingegen (beide sehr gut) können die Gewinner punkten. Tatsächlich kommen alle getesteten Modelle dieser Kategorie bei der Vielseitigkeit über ein ausreichend nicht hinaus. Das liegt unter anderem daran, dass kleinere Geräte meist nur einen Ladeausgang besitzen, während sich größere in der Regel mindestens zwei leisten.

Im zweiten Vergleichstest von Stiftung Warentest stehen sich sechs mittelgroße Modelle gegenüber. Mit einer Ausnahme machen sie insgesamt eine etwas bessere Figur als die kleinen Modelle. An die Spitze setzt sich die Ednet Power Bank 5200 mit der Note 2,1. Sie erreicht in fast allen Testdisziplinen gute Ergebnisse. Bei der Handhabung bewerten die Tester sie sogar mit sehr gut. Nur bei der Vielseitigkeit sehen die Testredakteure Luft nach oben (Zwischennote 3,3). Etwas abgeschlagen bildet die Peter Jäckel Powerbank Elegance 5.200 mAh Li-Ion das Schlusslicht des Vergleichstests (Endnote 3,7). Die mangelhafte Deklaration wird dem Modell zum Verhängnis. Statt wie angegeben 5.200 mAh messen die Tester gerade einmal die Hälfte – 2.660 mAh.

Große Powerbanks sind besser

Zusatzakkus mit Solarzellen wie der Iconbit FTB-Travel+ sind in der Theorie eine gute Idee. In der Praxis laden sie aber zu langsam. (Bild: Iconbit)
In der dritten Testrunde mit den großen Powerbanks (10.000 bis 13.000 mAh) fallen die Ergebnisse nochmals erfreulicher aus: Das Gewinnermodell Intenso Slim Powerbank S10000 erreicht die Note 1,5. Das Modell glänzt durchweg mit sehr guten Testergebnissen, nur bei der Vielseitigkeit gibt es Abstriche. Auch die übrigen getesteten Modelle sind gut. Den letzten Platz teilen sich die Conrad/Voltcraft PB-17 und die Realpower (Ultron) PB-12000, beide Modelle können sich mit der Note 2,0 immer noch sehen lassen.

Anders sieht es bei den beiden Geräten mit Solarzellen aus. Die Iconbit FTB-Travel+ (Note 2,9) und der Conrad / Voltcraft Solarlader SL-3 (Note 3,1) schneiden zwar in Testbereichen wie Akkukapazität und Handhabung gut ab, fallen aber durch ausreichendes Ladeverhalten zurück. Das Problem sind die Solarzellen, die in der Praxis kaum Nutzen bringen. Denn nach sieben Stunden im Sonnenlicht war der Conrad-Akku mit 5.000 mAh laut Stiftung Warentest mit gerade einmal mit 600 mAh aufgeladen. Um ein Smartphone aufladen zu können, benötigt das Gerät also zirka 40 Sonnenstunden.

Fazit

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass größere Zusatzakkus eine höhere Effizienz aufweisen als die kleineren. Sie liefern mehr Ladung pro Gewicht. Ein kleineres Modell kann sich dennoch lohnen für Nutzer, die es täglich bei sich tragen und damit nur kürzere Zeiträume ohne Steckdose zu überbrücken müssen.

(aha)

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