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Staubsauger-Roboter - Heinzelmaschinen zwischen Plan und Chaos

20.02.2014 - 15:56

Das Staubsaugen gehört zu den eher ungeliebten Tätigkeiten im Haushalt. Umso besser, wenn sich die regelmäßige Bodenreinigung von ganz alleine erledigt: Staubsauger-Roboter reinigen die Wohnung vollautomatisch, während es sich der Nutzer auf der Couch bequem macht. Doch ganz so einfach ist es letztlich doch nicht.

Die ersten Saugroboter stellten sich in ihrem Job nicht besonders clever an: Meist waren die Sensoren der kleinen Helfer derart unausgereift, dass sie Hindernisse und Abgründe oft nicht rechtzeitig bemerkten. Dann jagte das Gerät in wahnwitzigem Tempo gegen Absätze und Kanten oder stürzte sich – einem Lemming gleich – blindlings die Kellertreppe hinab. In der jüngsten Generation sind diese Probleme weitgehend ausgeräumt. Doch einige Kinderkrankheiten bleiben, und auch bei der Auswahl ist Vorsicht geboten.

Die Navigation: Landkarten und Chaosprinzip

Ein großer Nachteil der früheren Modelle war die mangelhafte Abdeckung der Wohnung: Diese Saugroboter navigieren nach dem Chaosprinzip durch den Raum und machen erst dann kehrt, wenn sie auf ein Hindernis stoßen. Dadurch bleiben Ecken und teilweise auch größere Flächen unbearbeitet, während sich das Gerät mit allzu großer Hingabe um die immer gleichen Stellen kümmert.

Hochwertige Staubsauger-Roboter der aktuellen Generation lösen dieses Problem auf eindrucksvolle Weise: Mit integrierten Kameras und Sensoren analysiert das Gerät vor dem ersten Einsatz den Raum und erstellt eine Art Landkarte. Dann speichert der Roboter den Standort der Ladestation ab – und schon weiß der kleine Helfer sich zielgenau zu orientieren.

Die Ausstattung: Cyber-Wände und Anlegestellen

Dennoch kann sich auch der modernste Saugroboter trotz Vermessung und präzisen Sensoren in ausweglose Situationen manövrieren – und ist dann auf die Hilfe seines Besitzers angewiesen. Das passiert etwa bei Schränken mit Glasfront oder spiegelnden Oberflächen. Die Signale des Roboters dringen in diesen Fällen hindurch oder werden direkt zurückgeworfen.

Für solche Härtefälle enthält der Lieferumfang aktueller Modelle sogenannte virtuelle Wände: Diese kleinen Signalgeber stellt der Nutzer vor Problemstellen auf, um den Saugroboter quasi umzuleiten. Erreicht das Gerät einen solchen Punkt, gaukelt ihm ein Signal eine Wand vor, die eigentlich gar nicht da ist – der Roboter dreht dann selbstständig um.

Wie die meisten anderen kabellosen Elektrogeräte sind auch Staubsauger-Roboter akkubetrieben und müssen dadurch regelmäßig ans Netz. Für die nötige Energie sorgt eine Ladestation, die der Nutzer in der Nähe einer Steckdose an der Wand aufstellt. Aktuelle Saugroboter kehren automatisch zur Ladestation zurück, wenn der Akkuladestand zu niedrig wird. Einige Docks verfügen zusätzlich über einen Staubbehälter – der Roboter lädt dann die aufgesaugten Partikel automatisch an der Ladestation ab und kann seine Fahrt so auch ohne Eingriff des Nutzers fortsetzen.

Der Preis: Qualität hat ihren Preis

Während die Haushaltsgeräte-Sparte in anderen Bereichen viele lohnenswerte Schnäppchen bereithält, sollte der Nutzer beim Kauf eines Staubsauger-Roboters nicht allzu sparsam sein. Für ein gutes Gerät mit aktueller Navigationstechnik und ordentlicher Ausstattung sind derzeit mindestens 400 Euro fällig, etwa für den iRobot Roomba 780 (ca. 460 Euro). Die günstigeren Modelle arbeiten meist noch mit weniger ausgereifter Technik und haben noch immer mit einigen der bekannten Kinderkrankheiten zu kämpfen.

Eines der Spitzenmodelle ist der Samsung Navibot SR10F71 (ca. 700 Euro): Dank präziser Sensoren und Kamera-Navigation findet sich das Gerät nahezu perfekt in allen Räumlichkeiten zurecht und erreicht über 90 Prozent des Raumes, selbst unter Möbelstücken und in schwer zugänglichen Ecken. Wer sich also für einen Staubsauger-Roboter entscheidet, sollte lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen, um das Gerät nicht ständig von Himmelfahrtskommandos abhalten zu müssen.

(tki)

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