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Technik-Trend Smartwatch - unausgegoren oder wirklich smart?

19.03.2014 - 20:00

Die Smartphone-Sparte hat ein Innovationsproblem. In den Kernfunktionen und der Hardware scheint die Technik ausgereizt - außer schnelleren Prozessoren, besseren Kameras und anderen marginalen Verbesserungen tut sich derzeit nicht viel. Kein Wunder, dass sich etwa Sonys neues Smartphone Xperia Z2 kaum vom Vorgänger unterscheidet. Und dennoch müssen stets neue Ideen her, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Derzeit nimmt der Innovations-Wettlauf kuriose Züge an: Warum nicht mal einen E-Paper-Bildschirm auf die Rückseite des Gehäuses bauen? Oder ein gekrümmtes Smartphone mit Selbstheilung entwickeln? All das erwartet den Nutzer wohl 2014, doch braucht man das wirklich? Denn gleichzeitig bewegt sich der eigentliche Trend weg vom Smartphone. Die neue Errungenschaft sind sogenannte Wearables – smarte Technik, am Körper getragen.

Smartwatches – das erste serienreife Wearable

Während sich die intelligente Brille Google Glass nach wie vor in der Entwicklung befindet und noch dazu mit rechtlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, ist die Smartwatch bereits weltweit angekommen. Die Grundidee: Auf der Oberfläche der Uhr ist ein Touchscreen angebracht, der sich – wie bei einem Smartphone – für Apps, die Anzeige von Nachrichten oder die Annahme von Telefongesprächen nutzen lässt.

Das alles verpacken die Hersteller in ein sehr kompaktes Gehäuse, das mit einem Armband am Handgelenk befestigt wird. Eigentlich eine runde und interessante Idee. Eigentlich. Denn wie so oft bei neuen Technikprodukten versteckt sich der Teufel im Detail – und macht dem Nutzer schonungslos klar, dass die Entwickler noch viel Arbeit vor sich haben.

Weder smart noch watch – die Abhängigkeit vom Smartphone

Alle derzeit erhältlichen Smartwatches haben einen gravierenden Nachteil: Ohne ein gekoppeltes Smartphone geht wenig. Der Nutzer muss seine Uhr zunächst via Bluetooth mit dem Telefon verbinden, sonst bleibt der Bildschirm schwarz. Dann zeigt die Smartwatch nicht einmal die Uhrzeit an, geschweige denn weitere Informationen.

Gleiches gilt, wenn sich das Smartphone zu weit von der Uhr entfernt. Erst in Kombination zeigt das Display eingehende Nachrichten, Anrufe und E-Mails an. Samsung treibt die Problematik mit der Smartwatch Galaxy Gear endgültig auf die Spitze: Das Gerät ist nur mit einer überschaubaren Anzahl an Samsung-Smartphones kompatibel. Wer die Galaxy Gear nutzen möchte, braucht also auch noch eines der zugehörigen Modelle. Sollte sich der Smartwatch-Trend jedoch weiter ausbreiten, täte Samsung gut daran, diese Strategie nochmals zu überdenken.

Doch selbst mit einem gekoppelten Smartphone kann es zu unschönen Situationen kommen: Wie jedes andere akkubetriebene Gerät muss auch die Smartwatch regelmäßig ans Netz. Geht ihr nämlich unterwegs der Saft aus, ist es auch um die Anzeige der Uhrzeit geschehen. Dann ist das smarte Gadget lediglich ein schwarzer Klotz am Handgelenk.

Smart am Arm – arm an Apps

Die Zahl der kompatiblen Apps in Googles Play-Store wächst stetig – doch wirklich hilfreich sind nur wenige. Von Schrittzählern für Fitness-Fans über Wetter-Apps bis hin zu verschiedenen Messaging-Diensten klingt die Bandbreite zunächst verlockend, doch einen wirklichen Mehrwert gegenüber dem Smartphone bieten diese Programme nicht. Das Smartphone muss ja sowieso immer dabei sein – und ist normalerweise blitzschnell aus der Tasche gezogen.

Das gleiche gilt für nahezu alle weiteren Funktionen der cleveren Uhren. Die Samsung Galaxy Gear verfügt über eine integrierte Kamera für Schnappschüsse. Doch warum sollte der Nutzer mit gruseligen zwei Megapixeln Auflösung fotografieren, wenn das Smartphone ebenfalls zu Hand ist und ein Vielfaches an Bildqualität liefert?

Ähnlich fragwürdig ist die Telefonfunktion: Warum mit einem eingebauten Headset telefonieren, wenn das Smartphone griffbereit ist? Ganz davon abgesehen, dass es seltsam anmuten dürfte, wenn sich Passanten auf der Straße mit ihrer Armbanduhr unterhalten. Wäre die Smartwatch wirklich vollkommen unabhängig einsetzbar, etwa mit einer eigenen SIM-Karte, könnte die Multimediazentrale am Handgelenk wirklich lohnen. Bis dahin haben die Hersteller allerdings noch viel Arbeit vor sich.

(tki)

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