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Display-Monster - der grenzenlose Smartphone-Größenwahn

13.10.2014 - 20:00

Als Samsung im Oktober 2011 das Galaxy Note vorstellte, erntete das koreanische Unternehmen von vielen Seiten nur ungläubige Blicke. Wer sollte ein solches Ungetüm haben wollen? Ein Smartphone im Format einer Schokoladentafel, mit 5,3 Zoll Bildschirmdiagonale zum damaligen Zeitpunkt unsagbar groß? Heute, etwa drei Jahre später, sind solche Dimensionen keine Besonderheit mehr. Hat sich die Smartphone-Welt wirklich so sehr verändert?

Mittlerweile sind es eher die Smartphones mit kleineren Bildschirmdiagonalen, die als Exoten durchgehen. Wer heute versucht, noch ein Telefon unter vier Zoll zu ergattern, tut sich zunehmend schwer. Doch was hat es mit dem neuen Größenwahn auf sich? Woher kommt der Trend zum immer größeren Display?

Riesige Multitalente: Telefonieren nebensächlich

Auf dem Weg zum Tablet: das Samsung Galaxy Note mit 5,7-Zoll-Display. (Bild: Samsung)
Dass ein Smartphone mittlerweile weit mehr ist als ein normales Telefon, ist mit Sicherheit keine neue Erkenntnis. Dennoch scheinen die Hersteller erst in den letzten Monaten begriffen zu haben, dass die weiteren Funktionen der Multitalente immer wichtiger werden. Smartphone-Nutzer surfen im Internet, schreiben E-Mails, lesen E-Books – und schauen bei Gelegenheit sogar Videos und Livestreams auf dem Gerät.

Dass all diese Funktionen auf einem 4-Zoll-Bildschirm zur wüsten Scroll-Orgie verkommen oder eine Lupe benötigen, war bislang kaum ein Problem – man war es schlicht und ergreifend nicht anders gewohnt. Mit den größeren Display ändert sich das: Niemand möchte mehr auf den Komfort bei der alltäglichen Nutzung verzichten. Da nehmen die meisten Smartphone-Besitzer das etwas sperrigere Format gerne in Kauf. Und wem das Gerät beim Telefonieren zu albern aussieht, der muss es dank Headset nicht einmal mehr aus der Hosentasche ziehen.

Kleine Giganten: die neuen „Minis“

Der große Nachteil: Wer an den kompakteren Ausmaßen früherer Smartphones festhalten möchte, der hat zumindest im Android-Lager schlechte Karten. Geradezu absurde Züge nimmt das Phänomen bei den sogenannten Mini-Varianten der großen Flaggschiffe an: Das Android-Smartphone Samsung Galaxy S5 mini oder das HTC One Mini 2 etwa sind mit ihren Bildschirmdiagonalen von 4,5 Zoll gar nicht mehr so mini, wie es der Name vermuten lässt.

Zwar ist die Bezeichnung in sich korrekt – beide Geräte sind rund ein halbes Zoll kleiner als ihre großen Schwestermodelle. Doch wer ein kompaktes Smartphone sucht, wird sich selbst hier noch über die Ausmaße wundern. Zumindest LG hat ein Einsehen und nennt das kleinere Modell zum hauseigenen Flaggschiff LG G3 nicht mehr mini, sondern schlicht LG G3 s. Alles andere wäre bei einem Fünf-Zoll-Display auch schwer nachvollziehbar gewesen. Letztlich löst die Namensänderung zwar nicht das eigentliche Problem, doch die Bezeichnung wirkt trotzdem weniger deplatziert.

Google Nexus 6: es geht noch monströser

Aktuell zeigen die ersten Infos zum Google Nexus 6, dass das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht ist. Die Gerüchteküche spricht von einem Display mit einer Diagonale von 5,9 Zoll – in solchen Sphären tummelten sich bisher nur Exoten wie das Huawei Ascend Mate. Sogar Apple, bisher einer der wenigen Verfechter der kompakten Abmessungen, baut das neue iPhone 6 Plus mit 5,5-Zoll-Bildschirm. Völlig normal also?

Zumindest scheint sich die Smartphone-Welt nach anfänglichem Unverständnis schnell an die neuen Dimensionen gewöhnt zu haben. Und so dürfte auch der nächste Schritt zum Sechs-Zoll-Display ohne größere Anpassungsschwierigkeiten über die Bühne gehen. Dennoch sind dem Trend irgendwann Grenzen gesetzt: Nur ein Zoll weiter tummelt sich die kompakte Tablet-Konkurrenz. Davon können nur wenige Nischenprodukte wie das Asus Fonepad 7 telefonieren – und das aus gutem Grund. Ohne Headset ist die Grenze zum Slapstick hier bereits überschritten. Umso spannender könnten die nächsten Monate werden, wenn sich die Hersteller neue Wege der Innovation suchen müssen.

(tki)

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