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Siri, SVoice, Windows - Smartphones mit offenen Ohren

28.01.2013 - 13:24

Schöne neue Welt: Wer gerade keinen Gesprächspartner zur Hand hat, redet einfach mit seinem Smartphone. Was Apple mit Siri begonnen hat, wird derzeit von vielen anderen Herstellern weitergeführt – mit recht überschaubarem Erfolg. Ein Test soll zeigen, ob Sprachsteuerungsprogramme mittlerweile über den Status der „lustigen Idee“ hinaus sind.

Dafür haben sich die Redakteure von Computer Bild ausgiebig mit ihrem Smartphone unterhalten und ein Wellenbad der Gefühle durchlebt. Das Ergebnis zeigt die ganze Bandbreite der Spracherkennung – vom nützlichen Begleiter bis zum vermindert hörfähigen Gimmick.

Siri – der verständnisvolle Apfel

Einmal mehr befindet sich Apple in einer Sonderstellung: Mit der Veröffentlichung des iPhone 4S war Siri eines der ersten, halbwegs ausgereiften Spracherkennungsprogramme auf dem Smartphone-Markt – und bleibt nach wie vor das beste. Selbst in lauter Umgebung erkennt Siri 85 Prozent der gesprochenen Wörter und liefert auf indirekte Kommandos brauchbare Antworten.

Zwar sind speziellere Aufgaben wie das Verwalten von Terminen auch bei Apples Vorzeige-Funktion nur eingeschränkt möglich. Allerdings gleicht Siri diese Schwächen mit seiner Schlagfertigkeit aus. Ob ein Smartphone wirklich Witze erzählen muss, ist Ansichtssache – Siri kennt jedenfalls ein paar. Manchmal ist das Ergebnis jedoch eher unfreiwillig komisch: Während menschliche Gesprächspartner auf die Frage nach einem Tier aus der "Urzeit" einen Dinosaurier vorschlagen würden, entscheidet sich Siri spontan dazu, die "Uhrzeit" anzusagen – knapp daneben.

Samsung S-Voice – Grundkurs Deutsch

Was Erzfeind Apple hat, will Samsung auch haben – das Ergebnis ist S-Voice. Die Sprachsteuerung der Koreaner, die unter anderem im Samsung Galaxy S3 zum Einsatz kommt, erreicht jedoch im Test nicht die Qualität des iOS-Pendants. Ist die Umgebung still genug, erweist sich S-Voice als sehr treffsicher und erkennt 95 Prozent der Eingaben richtig. Sobald es jedoch etwas lauter wird, gerät die korrekte Ausführung zur 50:50-Chance.

Die Abfrage der Wettervorhersage ist für S-Voice zwar ein Kinderspiel, doch bei der Steuerung von Grundfunktionen sieht es wieder düster aus: Termine und Notizen nimmt das Smartphone nur bedingt korrekt auf und erstellt Nachrichten in sozialen Netzwerken lediglich in der rudimentärsten Form. Immerhin weiß sich das Programm zu helfen: Kann S-Voice mit einer Anfrage partout nichts anfangen, rettet sich der kleine Helfer mit einem Verweis auf das Internet. Das mag zwar nicht Sinn der Sache sein, kann aber dennoch vernünftige Ergebnisse liefern.

Windows Phone 8 – schwerhörig mit Mini-Vokabular

Die Sprachsteuerung von Microsoft ist das Sorgenkind im Test. Aktuelle Smartphones auf Basis von Windows Phone 8 sind mit dem Programm ausgestattet, das sich bereits in der einfachen Worterkennung ziemlich begriffsstutzig zeigt. Der Windows-Zuhörer erkennt nur magere 45 Prozent der gesprochenen Begriffe – in lauter Umgebung sogar nur 30 Prozent. Ohne die festgelegten Schlüsselwörter, von denen es überwältigende sieben Stück gibt, versteht das Smartphone nicht einmal Bahnhof.

Soziale Netzwerke, Wetterbericht oder Terminverwaltung: Wirklich brauchbar ist die Sprachsteuerung in keinem Bereich. Lediglich die Eingabe von SMS funktioniert ordentlich – zu wenig für ein aktuelles Sprachsystem. Während Siri sich halbwegs alltagstauglich zeigt und Samsungs S-Voice immerhin mit ein paar netten Funktionen aufwartet, legt Microsoft eine verbale Bruchlandung hin. Trotz allem bleibt die Sprachsteuerung im Smartphone eine Spielerei, die Spaß machen oder Aggressionen hervorrufen kann – je nach Qualität des Programms.

(tki)

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