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Seniorenhandys - groß, einfach und sicher

29.01.2013 - 16:46

Ein Mobiltelefon für Senioren beschränkt sich per Definition auf die Grundfunktionen und ist gezielt auf Seh- und Hörschwächen abgestimmt. Bisher jedoch nahmen es manche Hersteller mit der Funktionsknappheit etwas zu genau: Unter einem Seniorenhandy verstanden sie meist ein klappriges Plastikgehäuse mit möglichst großen Zifferntasten, das der Nutzer zwar zum Telefonieren und Versenden von Kurznachrichten einsetzen konnte – für mehr aber auch nicht.

Die aktuelle Generation bietet mehr Spielraum, ohne dabei die Hauptaufgaben zu vernachlässigen: unterwegs immer erreichbar zu sein und bei Bedarf Hilfe holen zu können. Dafür eignen sich hochwertige Smartphones mit ihrer Touchscreen-Bedienung nur bedingt – zumal die meisten älteren Nutzer die riesige Funktionsvielfalt kaum benötigen. In der aktuellen Ausgabe hat Stiftung Warentest 15 Seniorenhandys getestet, mit durchwachsenen Ergebnissen.

Notruf-Funktionen – automatische Hilfe im Ernstfall

In Notsituationen muss es schnell gehen: Wer nicht mehr dazu in der Lage ist, das Handy selbst zu bedienen, steht bei einem Smartphone meist auf verlorenem Posten. Die Notruf-Funktion von Seniorenhandys dagegen wird mit einem einzigen Knopfdruck ausgelöst. Dann ruft das Mobiltelefon automatisch mehrere, vorab eingespeicherte Nummern an, bis es jemanden erreicht.

Eine sinnvolle Funktion – wenn sie denn nur für alle Handys ordentlich umgesetzt wäre. Bei den zwei letztplatzierten Modellen wird der Notruf durch einen Schieberegler gestartet, der allerdings äußerst wackelig und umständlich zu bedienen ist, was die Funktion im Ernstfall bereits untauglich machen könnte.

Noch schwieriger wird die Situation, wenn das Handy bei einer der Nummern auf einem Anrufbeantworter landet: Dann hören manche Testkandidaten gemütlich dem Band zu und der Hilferuf läuft ins Leere. Die besten Seniorenhandys verhindern einen Abbruch, indem sie den Angerufenen auffordern, eine Tastenkombination einzugeben und den Notruf aktiv entgegenzunehmen.

Bruchpiloten und Erklärungsnöte

Durch Unachtsamkeit kann das Handy schnell einmal herunterfallen. Was bei Smartphones wie dem iPhone 5 mit größter Wahrscheinlichkeit einen Displaybruch hervorruft, sollte einem robusten Seniorenhandy möglichst wenig anhaben können. Dennoch fiel das letztplatzierte Auro C2030 aus, als die Warentester es mit einer Falltrommel konfrontierten. Das Olympia Chic – warum es diesen Beinamen trägt, bleibt das Geheimnis der Entwickler – überstand den Dauertest ebenfalls nicht und gab während der Regensimulation den Geist auf.

Mit anderen Problemen hat das Alcatel One Touch 536 zu kämpfen: Dem ansonsten guten Telefon liegt statt einer ausführlichen Anleitung lediglich ein Faltblatt mit winziger Schrift bei – für ein Seniorenhandy eher suboptimal.

Die besten Seniorenhandys für Seh-, Hör- und Motorikschwächen

Für ältere Menschen mit Sehschwäche ist vor allem ein helles, möglichst kontraststarkes Display entscheidend. Dadurch heben sich die angezeigten Ziffern und Buchstaben deutlich vom Hintergrund ab und lassen sich besser ablesen. Das beste Modell bei Sehschwäche ist das Tiptel Ergophone 6020+, dessen integrierte Kamera sich auch als Lupe einsetzen lässt.

Nutzer mit Hörschwäche können das Telefongespräch direkt an das Hörgerät senden und den Lautsprecher umgehen. Dafür werden die Signale durch elektromagnetische Induktion übertragen. Das Hörgerät verstärkt dann ausschließlich das Signal selbst, nicht aber die Umgebungsgeräusche. Fünf der 15 getesteten Modelle erhalten in diesem Bereich ein „gut“ von den Warentestern, darunter das zweitplatzierte Doro PhoneEasy 612.

Große Tasten mit konkretem Druckpunkt sind besonders für motorisch eingeschränkte Nutzer wichtig. Der Testsieger von Stiftung Warentest, das Panasonic KX-TU327, bietet zusätzlich ein gummiertes Display, um das Handy griffiger zu machen. Weniger überzeugend präsentiert sich erneut das Olympia Chic: Selbst für Personen ohne Motorikschwäche ist es eine Herausforderung, die kleinen Menütasten zu treffen.

(tki)

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