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Auftakt mit Hindernissen: 4K-Blu-ray erreicht Deutschland

13.04.2016 - 11:59

Der 7. April 2016 hat eine neue Ära für Heimkinofans eingeläutet, denn dies war der offizielle Starttermin der 4K-Blu-ray-Disc in Teilen Europas. Das stimmt zumindest theoretisch. Tatsächlich herrscht statt großer Freude vor allem eins: Verwirrung. Grund dafür ist ein heilloses Durcheinander bei den Begriffen. Und dies ist nicht das einzige Problem, denn es fehlt die entsprechende Hardware. Ein Überblick.

Scheibe vs. Stream

Im Gegensatz zum 4K-Streaming gibt es bei 4K-Blu-rays keine Ruckler oder Ladezeiten. (Bild: Samsung)
Die lang erwartete 4K-Blu-ray-Disc ist endlich in Deutschland angekommen. Sie ermöglicht eine Bildqualität, die der vierfachen Full-HD-Auflösung entspricht. Video-on-Demand-Plattformen wie Netflix und Amazon Prime bieten zwar schon seit längerem einige Filme in 4K-Auflösung an. Nutzer müssen dabei aber nicht selten Ruckler oder lange Ladezeiten in Kauf nehmen. Das Streamen von Filmen und Serien in 4K setzt eine große Bandbreite voraus, die längst nicht in jedem Haushalt vorhanden ist. Außerdem ist das Angebot an solchen Filmen noch überschaubar. Die großen Vorteile der 4K-Blu-ray liegen also in der flüssigen Wiedergabe und der permanenten Verfügbarkeit. Darüber hinaus bieten 4K-Blu-rays einen größeren Farbbereich und eine 10-Bit-Farbtiefe. In Verbindung mit erweiterten Helligkeitswerten sind natürliche und realitätsnahe Bilder das Ergebnis. Zudem ist HDR (High Dynamic Range) mit an Bord, was für eine gleichmäßigere Helligkeit und höhere Kontrastwerte sorgt.

Viele Begriffe – wenige Standards

Um einen 4K-Film zu sehen, benötigt man eine 4K-Blu-ray, einen 4K-Blu-ray-Player und einen 4K-Fernseher. Doch ganz so simpel ist es nicht. Wie so oft bei komplexen Technologien, machen unterschiedliche Definitionen und fehlende Standards dem Nutzer einen Strich durch die vermeintlich einfache Rechnung. Im allgemeinen Sprachgebrauch und bei den meisten Herstellern haben sich die Begriffe 4K und Ultra-HD als gleichwertig durchgesetzt: Beide meinen eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln. Verwirrung entsteht dennoch leicht, wenn bei Fernsehern mit einem anscheinend willkürlichen Mix der Begriffe wie 4K-SmartTV, 4K-HDR oder 4K-Ultra-HD geworben wird. Ähnlich unübersichtlich geht es bei den Abspielgeräten zu. So kommt es sogar vor, dass 4K-Blu-ray-Player keine 4K-Blu-rays abspielen können. Denn bei einigen Geräten handelt es sich um Full-HD-Blu-ray-Player, die auf 4K hochskalieren. Und dies ist nicht das gleiche, wie ein Blu-ray-Player, der Ultra-HD-Inhalte nativ ausgeben kann.

Erst zwei kompatible Geräte auf dem Markt

Bisher eine Rarität: Der Panasonic DMP-UB900EG spielt 4K-Blu-rays ab. (Bild: Panasonic)
Zum Start der 4K-Blu-ray in Deutschland glänzen geeignete Abspielgeräte also durch Abwesenheit. Nur zwei Hersteller gehen mit entsprechend ausgestatteten Playern an den Start: Samsung und Panasonic. Der Panasonic DMP-UB900EG kann beim Hersteller ab sofort für rund 800 Euro vorbestellt werden. Etwas günstiger ist demnächst der Samsung UBD-K8500 zu haben. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei knapp 500 Euro. Es überrascht, dass Sony nicht bei den Anbietern von 4K-fähigen Blu-ray-Spielern mitmischt – noch. Laut hartnäckigen Gerüchten plant Sony eine Zwischenversion seiner Playstation 4 mit deutlich verbesserter Hardware. Sie soll angeblich in der Lage sein, 4K-Auflösung darzustellen. Auch 4K-Games soll die neue Konsole ermöglichen. Bestätigt sind diese Gerüchte allerdings nicht.

Große Filmstudios liefern erste Titel

Die 4K-Blu-ray ist in Deutschland mit zwölf Titeln der beiden Hollywood-Studios 20th Century Fox und Warner gestartet: Der Marsianer, Exodus – Götter und Könige, Hitman: Agent 47, Kingsman: the Secret Service, Life of Pi, Mad Max: Fury Road, Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth, Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste, Pan, San Andreas, The Lego Movie und X-Men – Zukunft ist Vergangenheit. Die meisten Filme wurden allerdings ursprünglich nicht in einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln produziert. Und wenn doch, wurden sie zum Teil später in 2K nachbearbeitet. Mit The Revenant wird voraussichtlich Mitte Mai der erste Film in nativem 4K auf den Markt kommen. Preislich liegen die aktuell verfügbaren 4K-Blu-rays bei etwa 30 Euro und damit 10 bis 15 Euro über der entsprechenden Blu-ray. Allen 4K-Blu-rays liegt zusätzlich eine konventionelle Blu-ray mit 1080p-Auflösung bei.

Als drittes Studio hat Sony Pictures für diesen Sommer erste Filme auf 4K-Blu-ray angekündigt. Zu den auserwählten Titeln zählen Chappie, Die Schlümpfe 2, Hancock, Pineapple Express und The Amazing Spider-Man 2. Einen konkreten Starttermin gibt es noch nicht.

Fazit

Unterm Strich ist es ein holpriger Start für die 4K-Blu-ray. Das liegt nicht nur daran, dass Filme mit nativem 4K Mangelware sind. Viel gravierender: Es fehlen entsprechende Abspielgeräte, die die 4K-Inhalte ausgeben können. Bleibt zu hoffen, dass große Hersteller wie Sony und LG in naher Zukunft mit Hardware nachlegen.

(aha)

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