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TV-Dinos - das Ende des Plasma-Fernsehers

11.11.2013 - 19:00

Noch vor wenigen Jahren lagen Plasma-Fernseher im Ringen um die Vorherrschaft auf dem TV-Markt nahezu gleichauf mit der LCD-Technologie. Seitdem bröckelten die Marktanteile jedoch schneller dahin als ein baufälliges Gebäude. Die letzte Hiobsbotschaft: Vor wenigen Tagen hat mit Panasonic einer der letzten Verfechter der Plasma-Technik verkündet, künftig keine Fernseher dieses Typs mehr zu produzieren.

Damit dürfte das Ende des Technologiestreits besiegelt sein – doch warum eigentlich? Hat Plasma wirklich so viele Nachteile gegenüber LCDs? Und für wen sind Plasma-Fernseher überhaupt noch interessant? Ein Nachruf.

Mythen & Legenden

Er ist schon gewaltig von Vorurteilen gebeutelt, der Plasma-Fernseher. Während bei den LC-Displays heile Welt zu sein schien, wurden ihre plasmabasierten Pendants als gigantische Stromfresser abgetan. Für die ersten Modelle ihrer Art mag das zutreffend gewesen sein – doch mittlerweile sind viele Plasma-TVs ähnlich effizient wie aktuelle LCD-Fernseher. Letztlich kommt es immer auf die Qualität der verwendeten Technik an, denn auch die konkurrierende Bauart kann mit 3D-Darstellung und Internetfunktionen eine nicht unerhebliche Menge an Strom verbrauchen. Der Grundgedanke ist aber dennoch nicht falsch: Ein Plasma-Fernseher wird technologiebedingt meist mehr Energie benötigen als ein vergleichbar großes LCD-Modell – allerdings nicht in dem Ausmaße, wie es hin und wieder propagiert wird.

Die Angst vor dem Einbrennen ist ebenfalls ein weit verbreiteter Irrglaube: Zeigt der Fernseher zu lange das gleiche, bevorzugt helle Standbild an, brennt sich dieses Bild auf dem Display ein. Das Ergebnis: Auch wenn anschließend ein völlig anderes Bild angezeigt wird, legt sich der ursprüngliche Eindruck wie ein Schleier darüber. Im schlimmsten Fall verschwindet er sogar überhaupt nicht mehr. So war es zumindest früher: Aktuelle Plasma-Fernseher haben das Problem mittlerweile vollständig im Griff. Der Nutzer müsste das exakt gleiche Bild schon mehrere Tage am Stück anzeigen lassen – und wäre in diesem Fall zu einem gewissen Grad selbst schuld.

Der Fernseher für Cineasten

Doch bei allen Ecken und Kanten haben die Geräte auch einige echte Vorteile, die in einem Requiem an den Plasma-Fernseher nicht fehlen dürfen. So etwa die Kontraststärke: Während selbst aktuellste LCD-Fernseher nach wie vor kein richtiges Schwarz anzeigen können, sondern stets einen Grauschleier produzieren, wird der Plasma-TV auf Wunsch schwarz wie die Nacht. Besonders in abgedunkelten Räumen bietet er ein deutlich kontrastreicheres Bild – und ist dadurch gerade für Filmfans die bessere Alternative.

Und damit ist es noch immer noch nicht getan mit den Pluspunkten: Insbesondere bei Hauttönen erzielen Plasma-Fernseher die natürlichere und überzeugendere Farbwiedergabe als die Konkurrenz-Technologie. Zudem büßen sie auch bei seitlichem Blickwinkel nichts von ihrer Bildqualität ein, während die Strahlkraft eines LCD-Fernsehers in diesem Fall schnell verblasst.

Ungleiches Technologie-Duell

Letztlich ist der entscheidende Grund für das Ende der Plasma-Ära kaum zu ermitteln. Großen Einfluss dürfte jedoch der finanzielle Aspekt gehabt haben: Bereits in der Anschaffung sind Plasma-Fernseher meist etwas teurer als vergleichbare LCD-Modelle, von den Folgekosten beim Stromverbrauch ganz zu schweigen. Horrorgeschichten von aberwitzigen Stromrechnungen und eingebrannten Geisterbildern waren ebenfalls nicht förderlich.

Nicht umsonst haben Philips und Co. die Präferenzen ihrer Nutzerschaft bereits frühzeitig erkannt und sich schon vor über drei Jahren aus der Plasma-Produktion zurückgezogen. Nach dem Ausstieg von Panasonic bleiben nicht mehr viele Alternativen. Dennoch hat der koreanische Technik-Riese Samsung weiterhin entsprechende Modelle im Programm. Heimkino-Fans können sich also weiterhin für einen Plasma-Fernseher mit natürlicheren Farben und besseren Kontrastwerten entscheiden – wie lange noch, bleibt abzuwarten.

(tki)

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