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Paketdienste auf dem Prüfstand - so gut sind DHL, Hermes und Co.

28.11.2014 - 20:00

Auch in diesem Jahr rollen wieder zahllose Lastkraftwagen über die deutschen Autobahnen, um den fleißigen Online-Shoppern pünktlich zum Fest die bestellten Weihnachtsgeschenke zu liefern. Dabei ist es den meisten Empfängern relativ egal, welcher Schriftzug nun auf dem Lkw aufgedruckt ist – Hauptsache das Paket kommt heil an. Doch Stiftung Warentest beweist, dass selbst das nicht unbedingt selbstverständlich ist.

In einem großangelegten Praxistest haben die Warentester den Service der fünf größten Paketdienste in Deutschland getestet – neben DHL und Hermes standen GLS, UPS und DPD auf dem Prüfstand. Das Ergebnis zeigt, dass es sich durch einige Schwächen doch lohnt, auf den Versanddienstleister zu achten.

Der Elefant im Porzellanladen?

Wenn Stiftung Warentest für eine Sache bekannt ist, dann für die harten Testkriterien. Leicht wird es den Kandidaten nur selten gemacht – so auch hier: Über jeden der fünf Paketdienste versendeten die Tester jeweils 20 Pakete mit filigranem Inhalt. Ein Glas-Bilderrahmen, zwei Gläser und fünf Porzellanteller, allesamt gepolstert mit Verpackungs-Chips und Folie.

Dass bei dieser empfindlichen Fracht nicht alles in einem Stück ankommt, war zu erwarten. Der sprichwörtlich größte Elefant im Porzellanladen arbeitet augenscheinlich bei DPD: In ganzen sieben der 20 versendeten Pakete ging etwas zu Bruch. Doch auch die Konkurrenz hielt sich nicht schadlos – bei Hermes und GLS waren bei jeweils fünf Sendungen nennenswerte Verluste zu beklagen, UPS zerdepperte vier Pakete. Lediglich die DHL-Mitarbeiter brachten alle 20 Aufträge schadlos ans Ziel.

Odyssee durch Deutschland

Doch das sind längst nicht die einzigen Probleme, mit denen die Paketdienste im Test zu kämpfen hatten. Hermes etwa fuhr ein Paket mit über 750 Kilometern Umweg quer durch Deutschland, bevor es den Empfänger erreichte. Überhaupt müssen Kunden bei Hermes mit einer mittleren Lieferzeit von 2,3 Tagen am längsten warten. Am schnellsten kamen die Sendungen mit DPD und GLS an – bereits nach durchschnittlich 1,2 Tagen hielten die Tester das Paket in den Händen.

Mysteriös wurde es derweil bei DPD – ein Paket löste sich auf wundersame Weise in Luft auf und war nicht mehr auffindbar. Immerhin: Rund sechs Wochen später wurde den Testern der Wert des Pakets erstattet. Doch auch sonst klappte die Zustellung nicht immer wie gewünscht. So musste ein Tester seine Sendung bei einem Sammelpunkt von UPS abholen, obwohl er zum Liefertermin zu Hause war. Andere Dienstleister legten die Pakete ohne Absprache vor die Wohnungstür oder auf die Terrasse – lediglich Hermes stellte stets korrekt zu.

Trügerischer Express

Wer es besonders eilig hat, den lächelt bei der Versandauswahl häufig ein Express-Logo an, zumindest bei DHL, UPS und DPD. Damit sollen die Pakete bereits nach einem Tag beim Empfänger sein – und waren es im Test auch. Der Haken: Bei allen Anbietern kostet der Expressversand zwischen 25 und 35 Euro mehr als das Standard-Paket.

Doch lohnt sich der Aufpreis wirklich? Laut Stiftung Warentest nur bedingt – denn ein Großteil der Testsendungen kam auch mit dem normalen Tarif bereits am nächsten Tag an. So bleibt als Vorteil des Express-Service nur noch die Möglichkeit, den Zustelltermin selbst festlegen zu können. Ob das einen derart hohen Aufpreis rechtfertigt, mag bezweifelt werden.

Gewinner und Verlierer

Im Gesamtergebnis teilen sich DHL und Hermes den Testsieg – beide erreichen eine knapp gute Bewertung von 2,4 im Schulnotensystem. Die Schwächen liegen jedoch an unterschiedlichen Stellen: Während sich Hermes vergleichsweise viel Zeit beim Transport lässt, hapert es bei DHL an der Zuverlässigkeit und Termintreue bei Abholungen.

Die Konkurrenz hat indes deutlich größere Probleme: GLS und DPD sind zwar schnell, lassen jedoch wertvolle Punkte bei der Abwicklung der Aufträge liegen. DPD muss zusätzlich eine Abwertung für die beschädigten Pakete hinnehmen. Bei UPS ist es vor allem die schwache Website, die den Testern ein Dorn im Auge ist – Übersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit lassen schwer zu wünschen übrig.

(tki)

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