0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Neue Regeln im Online-Shopping - das ändert sich zum 13. Juni

03.06.2014 - 18:00

Einkaufen im Internet ist bequem. Die überwiegende Mehrheit der Internetnutzer kauft im Netz ein - laut einer Bitkom-Studie sind es in Deutschland stolze 51 Millionen Menschen. Und wenn die bestellte Ware nicht passt oder nicht gefällt, wandert sie einfach wieder zurück. Schließlich gibt es ja das komfortable 14-tägige Widerrufsrecht. Dennoch müssen Online-Shopper in Zukunft genauer hinsehen.

Stichtag ist der 13. Juni 2014: Ab diesem Zeitpunkt setzt Deutschland eine EU-Richtlinie zur Harmonisierung des Online-Shoppings um. Das neue Gesetz passierte im vergangenen Jahr den Bundestag und tritt nun in Kraft. Die Änderungen geben den Händlern die Möglichkeit, einige Kosten auf den Kunden abzuwälzen – eine kleine Anpassung in den eigenen AGB genügt. CHECK24 erklärt, was die neuen Regelungen für den Verbraucher bedeuten.

Widerrufsrecht – eindeutige Erklärung nötig

Bisher war der Widerruf für den Kunden denkbar einfach zu bewerkstelligen. Der Kunde konnte die bestellten Waren innerhalb der gesetzlichen Frist von 14 Tagen einfach kommentarlos zurückschicken oder direkt die Annahme verweigern. Künftig muss der Widerruf eindeutig erklärt werden – etwa per E-Mail, Fax oder ein Widerrufs-Formular im Paket.

Die bisherige Widerrufsfrist von 14 Tagen gilt weiterhin – und ist ab dem 13. Juni 2014 EU-weit einheitlich. Während etwa Frankreich und Österreich bisher lediglich sieben Tage gewährten, waren es in Italien zehn Tage. Wer also in anderen EU-Ländern bestellt, hat in Zukunft ein garantiertes 14-tägiges Widerrufsrecht. Eine weitere kleine Anpassung: Versäumte es der Händler, seine Kunden ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht aufzuklären, gilt aktuell noch ein unendliches Widerrufsrecht. Ab dem 13. Juni ändert sich das – dann erlischt das Recht spätestens nach einem Jahr und 14 Tagen.

Versandkosten – Schluss mit dem Rücksendeparadies?

Sind die bestellten Schuhe zu groß? Das Kleid zu eng? Die Farbe anders als erwartet? Kein Problem, schließlich kann der Kunde seine bestellten Waren bei den meisten Online-Shops kostenlos zurücksenden. Bisher musste der Händler die Rücksendekosten verpflichtend übernehmen, wenn der Wert der zurückgeschickten Waren die Grenze von 40 Euro überstieg.

Diese 40-Euro-Klausel entfällt ab dem 13 Juni 2014 - dann können auch für hochpreisige Produkte wie Tablets der neuesten Generation wieder Rücksendekosten fällig werden. Für den Verbraucher bedeutet das: Jeder Online-Händler kann entscheiden, ob und in welcher Höhe er die Rücksendekosten auf seine Kunden abwälzen möchte. Allerdings muss der Nutzer vor Vertragsschluss klar und deutlich darauf hingewiesen werden, dass er die Rücksendekosten selber zu tragen hat. Bei den Versandkosten der ursprünglichen Lieferung verhält es sich etwas anders: Diese muss der Händler bei Widerruf in vollem Umfang erstatten. Davon ausgenommen sind Sonderkosten etwa für Expressversand und andere Zusatzleistungen.

Augen auf beim Online-Shopping

Viele der genannten Änderungen wirken sich allerdings nicht zwingend sofort zum 13. Juni 2014 aus. Einige bieten dem Händler lediglich neue Möglichkeiten, die er ab dem Stichtag nutzen kann – oder eben nicht. So können Online-Shops die Kosten für den Rückversand auch weiterhin aus Kulanz übernehmen – viele große Händler haben bereits angekündigt, ihre bisherigen Konditionen beizubehalten.

Vielmehr sollten Verbraucher die wesentlichen Rahmenbedingungen bereits vor dem Kauf prüfen – insbesondere was die Rücksendekosten betrifft. Die meisten Händler geben die wichtigsten Informationen bereits im Shop selbst oder spätestens im Laufe des Bestellprozesses an. Im Zweifelsfall lohnt ein Blick in die AGB – dort müssen sämtliche Konditionen und Regelungen hinterlegt sein.

(tki)

Weitere Artikel: