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Sorgenkind auf der Suche nach sich selbst: Nintendo in der Krise

23.01.2014 - 14:00

Die Wii U schleppt sich bereits seit der Veröffentlichung Ende 2012 mehr schlecht als recht dahin. Ein Ladenhüter ist sie nicht, doch die aktuelle Generation der hauseigenen Heimkonsole bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das gibt Nintendo nun auch erstmals öffentlich zu: Bis Anfang 2014 wollte man neun Millionen Geräte verkaufen - und hielt an dieser Prognose auch dann noch fest, als vielerorts schon von einem Mega-Flop zu lesen war.

In der vergangenen Woche senkte Nintendo jedoch die Erwartungen auf nur noch 2,8 Millionen Konsolen. Eine Korrektur um knapp 70 Prozent nach unten, das ist ein Wort. Während die Wii U weiter das Sorgenkind bleibt, hat sich der Nintendo 3DS mittlerweile gefangen. Nach Startschwierigkeiten findet der kleine Handheld mit 3D ohne Brille immer mehr Abnehmer.

Doch auch hier musste Nintendo zurückrudern – von den geplanten 18 Millionen 3DS werden wohl nur 13,5 Millionen erreicht werden. Angesichts des Wii-U-Desasters ist das allerdings das weit geringere Problem: Auf Dauer wird es sich Nintendo kaum leisten können, dass die Heimkonsole als Haupteinnahmequelle floppt.

Aus Gewinn mach Verlust - dezent verschätzt

Das spiegelt sich auch in der Gewinnwarnung wider, die den Aktionären ebenfalls in der vergangenen Woche zuging: Ein Gewinn von 390 Millionen Euro sollte es für 2013 werden – nach der Korrektur geht Nintendo nun von 176 Millionen Euro Verlust aus. Klempnern sich die Japaner damit endgültig ins Abseits? Braucht es nicht doch neue Strategien, als sich ausschließlich auf die Zugkraft der eigenen Spieleserien zu verlassen?

Ein Mario oder Zelda auf dem Smartphone oder Tablet wird es nicht geben – so klar waren die Aussagen der Nintendo-Führungsriege noch vor ein paar Monaten. Branchenkenner warfen dem Unternehmen Engstirnigkeit vor – in gewissem Maße verständlich, ist es doch meist wenig förderlich, einen großen Wachstumsmarkt zu ignorieren. Nun scheint ein Umdenken stattzufinden: So will Nintendo-Präsident Satoru Iwata zumindest prüfen, wie sich der App-Trend nutzen lässt.

Mario auf dem Smartphone - Chance und Gefahr

Ein simpler Mario-Port kann jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss sein – das weiß auch Itawa. Die Schnelllebigkeit und die Dumping-Preise in den App-Stores dieser Welt sind ein gefährliches Gemisch und könnten Nintendos Konsolen den endgültigen Todesstoß versetzen, wenn nicht einmal mehr die Exklusivität des Spiele-Lineups gesichert bleibt. Und so könnte der vermeintliche Kurswechsel letztlich nichts weiter als Aktionismus bleiben, um den Investoren eine größere Vielseitigkeit zu suggerieren.

Was die Smartphone-Gedankenspiele in Zukunft bringen, bleibt abzuwarten. Letztlich wird sich Nintendo aber wohl nur über einen einzigen Weg in sichere Gewässer bringen können: eine konkurrenzfähige Heimkonsole mit reizvollem Spiele-Lineup, die der aktuellen Konsolen-Generation von Sony und Microsoft nicht hoffnungslos unterlegen ist. Stand heute ein weiter Weg.

(tki)

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