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Clash der Online-Bezahldienste - Wird Paydirekt zum Paypal-Killer?

05.11.2015 - 17:50

Weihnachten steht vor der Tür, Geschenke müssen eingekauft werden. Doch anstatt sich dem Trubel und Stress in den Innenstädten hinzugeben, shoppen immer mehr online. Paypal hat dabei das Bezahlen einfach und sicher gemacht. Mit Paydirekt gibt es jetzt einen neuen Konkurrenten – made in Germany.

Laut einer aktuellen Studie des Branchenverbands Bitkom liegen die größten Vorteile des Online-Shoppings in der stetigen Verfügbarkeit und den günstigeren Preisen der Artikel sowie dem größeren Angebot und dem bequemen Versand nach Hause. Der stationäre Handel hingegen punktete bei den Befragten der Studie besonders mit dem persönlichen Kontakt zum Produkt, der sofortigen Warenmitnahme, der Beratung sowie dem Ersparnis der Versandkosten. Der persönliche Aspekt ist auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen, bei den Liefer- und Zahlungsbedingungen haben die Online-Händler jedoch stark gegenüber dem stationären Handel aufgeholt. Viele Shops bieten etwa bereits eine versandkostenfreie Lieferung an. Gleichzeitig sind die Lieferzeiten bei einigen Anbietern schon so optimiert, dass das bestellte Produkt bereits am folgenden Tag beim Käufer landet.

Auch die Bezahlung über das Internet gestaltet sich als immer einfacher, schneller und vor allem sicherer. Einen entscheidenden Anteil daran dürfte Paypal haben. Das US-amerikanische Unternehmen stellt seinen Bezahldienst seit 2004 auch für deutsche Kunden zur Verfügung. Seitdem hat sich das System, das über ein virtuelles Konto funktioniert, zu einer der wichtigsten Bezahlarten gemausert. Rund 16 Millionen Paypal-Nutzer in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache.

Paydirekt für Hypovereinsbank-Kunden schon seit 3. November

Paydirekt
Der neue Bezahldienst der deutschen Banken. (Bild: Paydirekt)
Auf den Paypal-Zug springt jetzt der deutsche Bezahldienst Paydirekt auf: Schon bei der Namenswahl macht das Unternehmen keinen Hehl aus der Ähnlichkeit zum US-amerikanischen Konkurrenten. Seit dem 3. November 2015 ist der von den Medien etwas martialisch als „PayPal-Killer“ bezeichnete Bezahldienst nun verfügbar – bisher nur jedoch lediglich für Kunden der Hypovereinsbank. Weitere Banken sollen sich im Laufe des Novembers aber anschließen, die Sparkassen werden sich ab dem Frühjahr 2016 ankoppeln.
 
Paydirekt ist ein Projekt der deutschen privaten und genossenschaftlichen Banken sowie der Sparkassen. Das Unternehmen wirbt mit direkter Abwicklung, Datensicherheit, Käuferschutz und – ähnlich wie die E-Mail-Anbieter Web.de und Gmx.de – mit dem immer noch vertrauenswürdigen Label „Made in Germany“. Der Käufer soll bei Paydirekt über sein Girokonto schnell, einfach und sicher bezahlen können. Das virtuelle Geld beziehungsweise die Daten bleiben dabei „in Deutschland“. Im Gegensatz zu Paypal gibt es keine Zwischenstation zwischen Bank und Händler. Die Gebühren trägt der Händler, das Bezahlen ist für den Käufer also kostenlos. Eine App für Smartphones und Tablets mit Android und iOS ohne Mehrkosten erhältlich. „Ich bin überzeugt, dass die Kunden die Vorteile der Sicherheit und des Datenschutzes sehen“, äußert sich Paydirekt-Geschäftsführer Dr. Helmut Wißmann gegenüber Heise Online.

Zusage vom Metro-Konzern

Online-Shops, bei denen bereits über Paydirekt bezahlt werden kann, lassen sich noch an einer Hand abzählen: das Einrichtungshaus D-Living, der Sporthändler Sport Tiedje und der Haribo Online-Shop. Doch Paydirekt-Geschäftsführer Dr. Niklas Bartelt zeigt sich gegenüber Heise Online zuversichtlich: „Der Metro-Konzern hat zugesagt, dass er teilnehme. Das bringt eine Reihe bekannter Händler wie Media-Saturn und Redcoon.“ Ein Problem – vor allem für kleinere Shops – könnte jedoch darstellen, dass die Händler die Gebühren selbst mit den verschiedenen Banken aushandeln müssen. Das soll Preisabsprachen zwischen den Banken verhindern. Jedoch soll es in Zukunft eigene Bezahldienstleister als Vermittler geben.

Chancen, auf den Zug mitaufzuspringen, hat Paydirekt bestimmt: Der Online-Handel boomt weiterhin. Im zweiten Quartal 2015 haben deutsche Online- und Versandhändler laut einer aktuelle Studie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (Bevh) insgesamt 12,3 Milliarden Euro umgesetzt, elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dass Paydirekt jedoch wirklich zum „Paypal-Killer“ wird, ist bisher schwer zu glauben.
 
(awi)

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