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Near Field Communication - ungenutzte Innovation?

14.10.2013 - 19:00

In den technischen Daten aktueller Smartphones findet sich mittlerweile standardmäßig das Kürzel NFC. Doch während alle Welt über LTE und den damit verbundenen Geschwindigkeitsschub im Internet spricht, verstaubt Near Field Communication - so der Name der Technologie hinter dem Kürzel - meist ungenutzt in den Tiefen des Smartphones.

Noch immer wissen viele Handynutzer nicht, was es mit NFC auf sich hat – geschweige denn welche Möglichkeiten die neue Technik eigentlich bietet. CHECK24 stellt die derzeit gängigen Einsatzbereiche vor und erklärt die Funktionsweise des NFC-Moduls.

Funkübertragung auf kurze Distanz

Im Grunde ist die Technik hinter NFC gar nicht so neu – und nur halb so innovativ, wie sie klingen mag. Bereits 2002 arbeiteten Sony und der mittlerweile ausgegliederte Halbleiterbereich von Philips am grundlegenden Konzept von NFC. Dabei handelt es sich um einen international gültigen Übertragungsstandard, mit dem sich Daten kontaktlos auf kurze Distanz übertragen lassen. Sender und Empfänger kommunizieren per Funk auf der Frequenz 13,56 Megahertz, in der Praxis bis zu einer Entfernung von rund zehn Zentimetern. Datenübertragung schön und gut – doch wofür wird diese Technik heute bereits genutzt?

Dressiertes Smartphone: NFC-Tags

Bei der Übertragung lassen sich zwei grundlegende Formen unterscheiden. Die erste davon erfolgt verbindungslos: Die Daten befinden sich dabei auf einem kleinen Chip oder einem Sticker, der selbst keine Informationen aussendet. Das Smartphone scannt das Objekt und reagiert anschließend auf die Befehle, die auf dem ausgelesenen Medium gespeichert sind.

Viele Hersteller liefern für aktuelle Smartphones der Mittel- und Oberklasse bereits mehrere sogenannte NFC-Tags mit. Diese kleinen Plättchen lassen sich mithilfe spezieller Apps beschreiben. Das Smartphone ruft dann die hinterlegten Befehle ab, sobald das Gerät nah genug an den Tag gehalten wird. Je nach Kapazität des Tags passt eine festgelegte Menge an Informationen auf den Speicher.

Was zunächst nach einer technischen Spielerei klingt, kann im Alltag durchaus praktisch sein: Ein NFC-Tag an der Wohnungstür könnte etwa das mobile Internet ausschalten, WLAN aktivieren und den Klingelton lauter einstellen. Dagegen ermöglicht ein Tag auf dem Nachttisch die automatische Programmierung eines Weckers und die Abschaltung sämtlicher Signaltöne. Je nach Nutzungsgewohnheiten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ob derartige Funktionen jedoch wirklich sinnvoll sind, muss jeder Smartphone-Besitzer selbst entscheiden.

Kreditkarten-Ersatz: kontaktloses Bezahlen

Die verbindungslose Übertragung gilt jedoch als relativ unsicher für den Zugriff von Dritten, weshalb auf diesem Weg keine sensiblen Daten übertragen werden. Anders liegt der Fall bei der verbindungsbehafteten Übertragung: Das Smartphone kommuniziert dabei gleichberechtigt mit einem aktiven Partner, etwa einem Terminal oder einem anderen Smartphone. Dadurch kann der Nutzer künftig mit seinem Handy bargeldlos bezahlen, ohne dafür seine EC- oder Kreditkarte durch einen Kartenleser ziehen zu müssen. Das Smartphone wird einfach über das Terminal gehalten – und schon wird die Zahlung getätigt.

In der Regel ist dafür die Einrichtung über eine App und den zugehörigen Dienstleister erforderlich, um das Handy mit einem speziellen Konto zu verknüpfen. Bisher ist die Zahlung per NFC in Deutschland allerdings noch wenig verbreitet, lediglich einige Fast-Food-Restaurants und Tankstellen sind bereits NFC-ready. Dennoch könnte sich dieser Zahlungsweg für sogenannte Micro-Transactions unter 20 Euro bald etablieren, wie in den USA bereits geschehen. Dann wird auch die Bedeutung und Bekanntheit von NFC rasant steigen – wohl dem, der bereits ein NFC-fähiges Smartphone besitzt.

(tki)

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