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Smartphones, Tablets, Konsolen – die Zukunft des mobilen Gaming

18.02.2015 - 15:30

Erst am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Nintendo mit dem New 3DS und dem New 3DS XL zwei aufgebohrte Varianten seiner tragbaren Spielekonsolen. Doch die Japaner scheinen zu den wenigen Herstellern zu gehören, die noch an den Erfolg solcher Geräte glauben. Sony hat die Produktion von exklusiven Titeln für seine PlayStation Vita nahezu eingestellt – und Konkurrent Microsoft hatte gar nicht erst mit dem Handheld-Gaming angefangen.

Die Gründe für das Ungleichgewicht sind vielfältig – und dadurch umso spannender. Sterben klassische tragbare Konsolen in naher Zukunft aus? Oder entwickeln sie sich lediglich zu Nischenprodukten für eine ganz spezielle Klientel von Spielern?

Das Phänomen Free-to-play – ist nur kostenlos noch salonfähig?

Bewusst überzogen formuliert, haben Handheld-Spiele ein grundsätzliches Problem: Sie sind nicht kostenlos. Was zunächst wie eine Selbstverständlichkeit klingt, erscheint mit einem Blick auf das mobile Gaming mit Smartphone oder Tablet in einem völlig anderen Licht. Einen Großteil der neu erscheinenden Spiele-Apps für Android oder iOS können sich Spieler kostenlos herunterladen.

Zwar entlocken diese Spiele einem hobbymäßigen Gamer nur ein müdes Lächeln – bei den Publishern klingeln jedoch die Kassen. Und zwar nicht zu knapp: Das extrem beliebte Zwischendurch-Spiel Candy Crush Saga etwa bescherte dem Publisher King im vergangenen Jahr zeitweise Einnahmen von fast 750.000 Euro pro Tag. Viel Geld für ein Spiel, das auf einem relativ einfachen Prinzip basiert. So ist der Download selbst zwar kostenlos – allerdings müssen die Nutzer für Währung beziehungsweise weitere Versuche im Spiel zahlen.

Die Schlussfolgerung daraus ist naheliegend, aber etwas zu kurz gedacht: Warum soll ich für ein Vollpreis-Spiel 45 Euro bezahlen, wenn ich hunderte Spiele in den App-Stores vollkommen kostenlos herunterladen kann? Dass einige Spieler auf lange Sicht deutlich mehr als den Preis eines Konsolenspiels in Free-to-Play-Titel stecken, scheint der Beliebtheit dieses Bezahlmodells keinen Abbruch zu tun.

Handheld-Konsolenspiele – Free-to-play oder Vollpreis?

Der Trend zu kostenlosen Spielen, die irgendwann durch hohe Schwierigkeitsgrade oder spielerische Einschränkungen zum Bezahlen auffordern, schwappt mittlerweile auch auf die Handheld-Konsolen über. Besonders bei Sonys PlayStation Vita erscheinen nahezu wöchentlich Free-to-Play-Titel im hauseigenen Store – und auch Nintendo kommt trotz einer großen Anzahl hochwertiger Exklusivtitel nicht um die Gratis-Spielchen herum.

Das Problem dabei: Nahezu alle kostenlosen Spiele auf den tragbaren Konsolen gibt es auch für aktuelle Smartphones und Tablets. Dadurch werden auch diese Programme keinen Handy-Spieler zur Handheld-Konsole konvertieren lassen. Gleichzeitig könnte der Trend jedoch langjährige Konsolenspieler abschrecken und in die Arme der großen, stationären Konsolen von PlayStation 4 bis Xbox One treiben.

Zwischen zwei Stühlen – das Ende der Handheld-Konsole?

Da scheint es nicht unwahrscheinlich, dass sich die Auswahl für Spieler in Zukunft ausdünnt – mit Smartphone- und Tablet-Spielen für Unterwegs und große Konsolen für zu Hause. Doch einig sind sich auch Branchenkenner nicht: Während einige vermuten, dass zumindest bei Sony mit der PlayStation Vita die letzte Generation der Handheld-Konsolen erreicht sein könnte, sehen andere auch in Zukunft einen dauerhaften, wenn auch kleineren Markt für Handheld-Spiele.

Zumindest sprechen die jüngsten Entwicklungen eher für letztere These: Vor allem Nintendo hat seine Krise der vergangenen Jahre überwunden und berichtet von positiven Verkaufszahlen der 3DS-Familie. Konsolen wie der New Nintendo 3DS XL bieten nun auch den Spiele-Entwicklern neue Möglichkeiten, eine ganze Reihe von Exklusivtiteln ist bereits angekündigt. Die kommenden zwei Jahre dürften spannend werden – vor allem die Frage, ob Sony den Handheld-Markt wirklich kampflos an Nintendo übergibt.

(tki)

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