0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

LG G5 gegen Samsung Galaxy S7: Die Stars des MWC 2016 im Duell

29.02.2016 - 10:06

Vergangene Woche waren alle Augen nach Barcelona gerichtet. Auf dem Mobile World Congress (MWC), der bedeutendsten Messe für Mobilfunk, präsentierten Branchen-Primus Samsung und der Konkurrent LG ihre jeweiligen Smartphone-Flaggschiffe.

Im Vorfeld des MWC sickerten bereits zahlreiche Informationen zu den neuen Modellen durch, die sich im Falle des Samsung Galaxy S7 und des größeren Galaxy S7 edge überwiegend bestätigen sollten. Wir nehmen die Top-Smartphones des Jahres genauer unter die Lupe, analysieren ihre jeweiligen Stärken und Schwächen und schätzen ab, wer auf dem umkämpften Markt die besseren Karten hat.


Design: Ein großer Schritt für LG

Das LG G5 macht durch ein minimalistisch designtes Gehäuse, nur vom Kameramodul und den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite unterbrochen, einen schnörkellosen Eindruck. Während das Chassis aus Aluminium gefertigt ist, besteht die Front überwiegend aus Glas. Im Bereich der Hörmuschel ist das Glas leicht konvex geformt. Im Vergleich zum Vorgänger G4 hat LG somit einen großen Schritt in Sachen Design gewagt.
 
LG G5
LG G5: Neues Design mit Schubfach. (Bild: LG Electronics)

Dagegen ist das Samsung Galaxy S7 kaum vom S6 zu unterscheiden. Das durchaus gelungene Alu-Glas-Design des 2015er-Flaggschiffs hat Samsung nur leicht überarbeitet. So ist das S7 zwar um 1,1 Millimeter dicker geworden, kaschiert auf diese Weise aber die viel kritisierte Kamera-Ausbuchtung des S6 und macht ganz nebenbei noch Platz für einen größeren Akku. Die Kanten der Glasrückseite sind nun gebogen, was eine angenehmere Handhabung sicherstellen soll.


Display: Daueranzeige – unterschiedlich umgesetzt

Samsung streicht sein Oberklasse-Sortiment auf zwei Geräte zusammen. Während das S7 wie das Vorjahresmodell bei einem Display mit 5,1 Zoll Diagonale bleibt, besitzt das größere, ansonsten gleich ausgestattete Galaxy S7 edge (nun ohne Plus) ein 5,5-Zoll-Display mit gebogenen Bildschirmkanten. Die Super-AMOLED-Displays lösen beide in Quad-HD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) auf.

LG setzt nach wie vor auf die leuchtstarke IPS-LCD-Technologie, schrumpft den Bildschirm beim G5 aber auf 5,3 Zoll (G4: 5,5 Zoll). Neu für ein LCD-Panel ist die optional zuschaltbare Always-On-Funktion: Sie kann Uhrzeit, Datum und Meldungen permanent anzeigen. Laut LG soll die Gefahr des „Einbrennens“ dieser Informationen ins Display bei dauerhafter Anzeige gebannt sein.

Der Stromverbrauch im Always-On-Modus liegt durch die selektiv geschaltete Hintergrundbeleuchtung bei 0,8 Akku-Prozent pro Stunde – das klingt zunächst nach wenig, häuft sich bei einem 15-Stunden-Tag jedoch bereits auf 12 Prozent. Mit der selbstleuchtenden AMOLED-Technologie muss Samsung solche Hürden erst gar nicht meistern und spendiert den S7-Modellen ebenfalls eine Daueranzeige.


Kamera(s): Lieber zwei Augen oder ein großes?

LG verbaut zwei Kameras im G5. Die 16-Megapixel-Kamera eignet sich mit einem Blickwinkel von 78 Grad für gewöhnliche Aufnahmen. Die zweite Kamera mit 8 Megapixeln Auflösung erfasst einen Winkel von 135 Grad und soll sich damit insbesondere für Landschaftspanoramen oder Architekturfotos eignen. Beide Kameras sind auch gemeinsam nutzbar, wodurch sich eine Art Zoom-Effekt ergibt.
 
Samsung Galaxy S7: Mit lichtempfindlicherer Kamera. (Bild: Samsung)

Die hochgelobte Kamera des Galaxy S6 hat Samsung beim 2016er-Flaggschiff nochmals verbessert. Zwar löst sie „nur noch“ mit 12 statt 16 Millionen Bildpunkten auf, dafür ist jeder Pixel des S7-Bildsensors größer (1,4 statt 1,12 Mikrometer) und damit lichtempfindlicher geworden. Zusammen mit der sehr lichtstarken f/1,7-Blende soll die Kamera auch unter schlechten Lichtverhältnissen noch klare, rauscharme Fotos schießen können.

In Tests wird sich zeigen, ob LG mit der Dual-Kamera des G5 erneut ganz vorne mitspielt. Ebenso muss Samsung beweisen, ob sich die Schwachlicht-Leistung durch Vergrößerung und gleichzeitiger Reduzierung der Kamerapixel merklich verbessert.


Hardware-Leistung: An der Spitze der Nahrungskette

In Sachen Leistung lassen sich die beiden Android-Spitzenmodelle nicht lumpen und sind mit der stärksten verfügbaren Hardware ausgerüstet. Im Samsung Galaxy S7 und im Galaxy S7 edge für den europäischen Markt stecken ein hauseigener Exynos-8890-Chipsatz mit acht Rechenkernen (4x 2,3 GHz & 4x 1,6 GHz) sowie vier Gigabyte Arbeitsspeicher.

Das LG G5 treibt der Qualcomm Snapdragon 820 mit sechs Kernen (2x 2,15 GHz plus 4x 1,6 GHz), ebenfalls flankiert von vier Gigabyte Arbeitsspeicher, an. Beide Smartphones sollten damit langfristig für aufwendige Apps und Spiele, hochauflösende Videos sowie für rechenintensive 3D-Anwendungen bestens gewappnet sein.


Erweiterbarkeit: Schubladendenken bei LG

Samsung scheint auf die Kritik am Galaxy S6 eingegangen zu sein und hat beim Galaxy S7 nicht nur das Design zugunsten einer ergonomischeren Handhabung und eines stärkeren Akkus überarbeitet, sondern auch wieder einen Speicherkarten-Schacht verbaut. Der Speicher des hierzulande ausschließlich in der 32-Gigabyte-Variante erhältlichen Galaxy S7 ist so wieder kostengünstig mit bis zu 200 Gigabyte großen microSDXC-Karten erweiterbar. Der Akku mit 3.000 mAh (S7) beziehungsweise 3.600 mAh (S7 edge) ist fest verbaut.

Speichererweiterungen gehören bei LG seit dem G3 zum guten Ton und auch das G5 nimmt microSDXC-Karten bis 200 Gigabyte auf. Der Akku lässt sich wie bei den Vorgängern ebenfalls auswechseln. Der Weg führt jedoch über ein nach unten gerichtetes Schubfach. Für diesen Schacht hat sich LG noch weitere Funktionen einfallen lassen und zwei passende Module vorgestellt: Ein mit B&O entwickeltes HiFi-Plus-Modul soll durch 32-bit-Audio für verbesserten Klang sorgen. Das CAM-Plus-Modul erweitert das G5 als Kameragriff um zusätzliche Kameratasten und 1.200 mAh mehr Akku-Kapazität.
 
LG Friends: Zusatzmodule, VR-Equipment und Kugelroboter. (Bild: LG Electronics)

LG will künftig weitere Module anbieten und die Schnittstelle auch Drittherstellern zugänglich machen.
Aufgeladen wird das LG G5 übrigens über einen neuen USB-C-Anschluss, während Samsung wider Erwarten bei Micro-USB bleibt. Beide Smartphones können per Quick-Charge schnell aufgeladen werden, jedoch nur das Galaxy S7 kabellos per Induktion.


Zubehör: Der Virtual-Reality-Hype geht weiter

Schienen 2015 Wearables noch der Trend gewesen zu sein, ist es um sie dieses Jahr wieder ruhiger geworden – zumindest um jene fürs Handgelenk. Stattdessen steht Virtual Reality im Fokus. So stellten sowohl LG als auch Samsung ihren Top-Smartphones jeweils eigene Zubehör-Familien zur Seite: LG Friends und Samsung Gear.

Zu den Friends des LG G5 zählen neben den genannten Modulen die 360 CAM, die mit ihren beiden Weitwinkel-Kameras Rundum-Aufnahmen produziert. Diese können Nutzer mit der Virtual-Reality-Brille 360 VR dreidimensional betrachten. Die 360 VR fällt deutlich leichter und kompakter als verfügbare VR-Headsets aus, da sie über eigene Bildschirme verfügt statt das Smartphone zu halten.

LG rundet das Zubehör-Programm kreativ ab und stellt mit dem Rolling Robot einen kugelförmigen Roboter vor. Er verfügt über eine IP-Kamera mit 8 Megapixeln Auflösung. Die Bilder streamt er via WLAN und Internet an das LG G5 und dient somit als mobile Überwachungskamera. Er ist außerdem in der Lage, verschiedene Haushaltsgeräte zu steuern. Mit dem eingebauten Laserpointer kann er zudem Haustiere unterhalten.
 
Samsung Gear 360 und Gear VR: Virtual Reality im Fokus. (Bild: Samsung)

Die Gear-VR-Brille von Samsung besitzt keine eigenen Bildschirme und fällt entsprechend klobiger aus. Die sphärenförmige Gear-360-Kamera liefert die Rundum-Inhalte nach gleichem Prinzip wie LGs 360 CAM. Als Foto-Gimmick bieten die Südkoreaner für die integrierte Smartphone-Kamera des Galaxy S7 außerdem Weitwinkel- und Tele-Linsen an, die an eine spezielle Handy-Hülle mit Schraubgewinde befestigt werden.


Fazit: Fein-Tuning bei Samsung, Wagemut bei LG

Auf den ersten Blick scheint sich bei Samsung kaum etwas geändert zu haben. Das Design des Galaxy S7 bleibt der 2015er-Linie treu. Die bereits sehr gute Galaxy-S6-Kamera wurde weiterentwickelt und das Top-Smartphone treibt nun aktuelle Spitzen-Hardware an. Die Kritik am schwachen Akku und an der fehlenden Speichererweiterung hat sich Samsung zu Herzen genommen und dazu den Schutz vor Wasser und Staub vom Galaxy S5 wieder zurück gebracht. Innovationen? Fehlanzeige. Aber wieso sollte der Marktführer ein nahezu perfektes Smartphone großartig verändern?

Auch LG machte 2015 mit dem G4 vieles richtig. So besaß es mit die beste Smartphone-Kamera auf dem Markt und bot als eine der wenigen Oberklasse-Modelle noch einen erweiterbaren Speicher und auswechselbaren Akku. Was der Hersteller aus Südkorea aber mit dem G5 vorstellte, ließ viele staunen. Nicht nur das von Grund auf neu entworfene modulare Design des Smartphones, sondern das gesamte Ökosystem mit praktischem Zubehör scheint Branchenkenner überzeugt zu haben.

Dennoch, LG muss das progressive Konzept des G5 fördern, indem sie weitere, sinnvolle Module auf den Markt bringen. Deren Entwicklung lohnt sich jedoch nur, wenn das G5 weit genug verbreitet ist – sprich: sich gut verkauft. Selbst wenn sich die Modul-Idee nicht durchsetzen sollte, erhalten Käufer mit dem G5 ein sehr gefälliges, stark ausgestattetes Smartphone mit innovativer Kamera. Ohnehin wechseln Verbraucher im Schnitt nach zwei Jahren das Smartphone, sodass es verschmerzbar wäre, auf eine Eintagsfliege zu setzen.

Samsung dagegen gibt sich nach dem großen Sprung vom Galaxy S5 zum S6 im Vorjahr konservativer. Das Galaxy S7 ist eine durchaus sinnvolle Pflege eines bewährten Modells. Wer ein stimmiges Gesamtpaket mit State-of-Art-Technik sucht, kommt nach wie vor nicht an Samsungs Spitzenmodell vorbei.

Das LG G5 soll im April auf den Markt kommen, der Preis steht noch nicht fest. Das Galaxy S7 und das Galaxy S7 edge haben dagegen schon ihren fixen Starttermin am 11. März. Die beiden Samsung-Geräte kosten 699 Euro beziehungsweise 799 Euro. Der zeitliche Vorsprung Samsungs könnte somit LG potentielle Käufer des G5 abgraben.


(ksc)

Weitere Artikel: