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iPad mini goes Retina - ein Vergleich mit dem Google Nexus 7

28.10.2013 - 11:37

Die Tablet-Welt ist schon lange gespalten - und mit dem Kauf eines Geräts entscheidet sich der Nutzer für eines der beiden großen Lager: Apple oder Google? Android oder iOS? iPad oder Nexus? Für Android-Fans ist iOS eine restriktive Käfighaltung, die dem Nutzer kaum Freiheiten lässt - Apple-Verfechter hingegen sehen in Googles Android ein unausgegorenes und wenig komfortables Stück Software.

Und dennoch haben sich beide Betriebssysteme in den letzten Jahren stetig verbessert: Erst vor wenigen Tagen hat Apple sein iPad mini aktualisiert und damit das Pendant zum Google Nexus 7 runderneuert. Da ergibt sich die perfekte Gelegenheit, die rosarote Fanbrille abzusetzen und einen objektiven Vergleich anzustellen: Welches Tablet ist das bessere, das iPad mini mit Retina-Display oder das Google Nexus 7?

Das Display

Die Freude an der Tablet-Nutzung steht und fällt mit der Qualität des Bildschirms. Beide 7-Zoll-Tablets geben sich in dieser Hinsicht keine Blöße: Googles Nexus 7 löst in Full-HD mit 1.920 x 1.200 Pixeln auf, das iPad mini setzt mit 2.048 x 1.536 Pixeln sogar noch einen drauf. Klarer Fall für das iPad, mögen nun manche Apple-Fans denken – wäre da nicht die kleine, aber entscheidende Sache mit der Pixeldichte. Beim Nexus 7 verteilen sich die Pixel auf eine Bildschirmgröße von sieben Zoll, während das iPad mini mit 7,9 Zoll deutlich mehr Fläche ausfüllen muss.

Für die wahrgenommene Bildschärfe ist also nicht primär die Auflösung entscheidend, sondern die Anzahl von Bildpunkten je Quadratzoll. Und dort liegen beide Tablets nahezu gleichauf: Das Retina-Display des iPad mini erreicht eine Pixeldichte von 326 ppi (Pixel pro Zoll), beim Nexus 7 sind es 323 ppi. Anhand dieser Zahlen eine Entscheidung zu treffen, wäre jedoch unsinnig: Auf beiden Displays sind für das bloße Auge keine einzelnen Bildpunkte mehr zu erkennen – der Rest ist Makulatur.

Der Prozessor

Deutlich einfacher fällt die Entscheidung beim Prozessor: Apple verbaut im neuen iPad mini den gleichen A7-Dual-Core-Prozessor, der bereits für das iPhone 5S zum Einsatz kommt. Mit einer Taktung von 1,3 Gigahertz bietet er ein flottes Arbeitstempo ohne nennenswerte Performance-Einbrüche. Im Nexus 7 hingegen werkelt der Vierkern-Prozessor Snapdragon S4 Pro mit jeweils 1,5 Gigahertz Taktfrequenz – und damit das auf dem Papier leistungsfähigere Modell.

In der Praxis dürfte der Nutzer diese Unterschiede jedoch eher selten bemerken, zumal das Apple-Betriebssystem iOS seit jeher runder und flüssiger läuft als das Google-Pendant. Lediglich bei aufwändigen Spielen könnte das Nexus 7 wieder die Nase vorn haben – ein Vergleich in den Testlaboren steht allerdings noch aus.

Der interne Speicher

Musik, Spiele, Filme: Viele aktuelle Tablets stoßen bei den immer größeren Datenmengen schnell an die Grenzen ihrer Speicherkapazität. Dieser Problematik hat Apple mit dem neuen iPad mini Rechnung getragen: Das kompakte Tablet ist in vier verschiedenen Speichervarianten erhältlich, bis zu einer Maximalkapazität von stolzen 128 Gigabyte. Google beschränkt sich dagegen auf bis zu 32 Gigabyte – das könnte manchem Nutzer zu wenig sein. Wer jedoch keine größeren Musik- oder Videosammlungen besitzt, dürfte sich daran nicht weiter stören.

Der Akku

Viele Nutzer haben das Tablet im Alltag stets dabei – und dem Akku kommt dadurch eine noch größere Bedeutung zu. Während manch anderes Tablet bereits nach drei oder vier Stunden kapituliert, laufen das iPad mini mit Retina-Display und das Nexus 7 deutlich länger: Mit einer Akkuladung soll das Google-Tablet nach Herstellerangabe bis zu neun Stunden durchhalten, Apple spricht sogar von bis zu zehn Stunden.

Die tatsächliche Laufzeit hängt jedoch maßgeblich von den Nutzungsgewohnheiten ab: Full-HD-Videos oder grafisch aufwändige Apps dürften den Akku jedoch weiterhin in Rekordzeit leeren. Zumindest kommen beide Kontrahenten ohne Aufladung durch einen Arbeitstag – wer sich letztlich als ausdauernder erweist, müssen die kommenden Labortests zeigen.

Das Betriebssystem

Wer zwischen iOS und Android das bessere Betriebssystem zu ermitteln versucht, der begibt sich auf eine nahezu unmögliche Mission. Nicht umsonst scheiden sich die Geister selbst unter Experten – denn beide Systeme sind auf ihre Art durchdacht und sinnvoll. Während iOS spielend einfach zu handhaben ist und mit seiner stets flüssigen Performance einen perfekten Gesamteindruck hinterlässt, hat das Betriebssystem des Suchmaschinen-Giganten deutlich mehr Ecken und Kanten.

Im Gegenzug halten sich jedoch die Möglichkeiten zur Konfiguration und Personalisierung bei iOS in sehr überschaubaren Grenzen. Und hier schlägt die Stunde von Android: Durch die Open-Source-Herkunft findet der Nutzer eine Vielzahl an Einstellungen und Anpassungsoptionen, die jedoch gleichzeitig den Einstieg in die Android-Welt etwas verkomplizieren.

Die App-Vielfalt

Mit der Entscheidung für eines der beiden Tablets wählt der Nutzer nicht nur ein Betriebssystem, sondern auch die App-Quellen. Apple-Nutzer sind dann ausschließlich auf den hauseigenen App-Store angewiesen – zumindest solange sie keine zweifelhaften Jailbreak-Maßnahmen ergreifen. Google lässt seinen Usern dabei mehr Freiheiten, doch die zentrale Anlaufstelle bleibt auch hier der eigene Store.

Trotz des stetigen Ausbaus von Google Play bleibt die App-Qualität in der Breite bei Apple deutlich höher: Während viele Android-Apps für die Tablet-Nutzung lediglich hochgerechnet wurden, ist die Anzahl der speziell fürs iPad optimierten Programme deutlich höher. Zudem verirren sich hin und wieder gefährliche Apps in den Play-Store von Google, während Apple seinen App-Store meist sauber hält – (noch) klare Vorteile für Apple.

Der Preis

Bleibt noch die Frage nach dem Preis – und hier beginnen die eindeutigen Vorteile des Nexus 7. Die Einsteiger-Variante mit 16 Gigabyte Speicher und WLAN kostet derzeit 229 Euro. Für ein vergleichbar ausgestattetes iPad mini mit Retina-Display muss der Nutzer hingegen 389 Euro hinblättern, das sind stattliche 160 Euro mehr. Für die 128-Gigabyte-Version mit Mobilfunk-Modul will Apple gar 779 Euro haben. Damit geben die beiden Geräte den Preisrahmen für hochwertige Tablets der 7-Zoll-Klasse vor. Ob der höhere Komfort und die App-Qualität den Aufpreis rechtfertigen, muss jeder Nutzer selbst entscheiden. Bastler und preisbewusste Käufer werden sich mit dem Google Nexus 7 vermutlich wohler fühlen.

(tki)

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