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Gelungene Fotos unterm Weihnachtsbaum

18.12.2015 - 16:56

Weihnachtszeit ist Fotozeit – wann sonst kommt die ganze Familie zusammen, um gemütlich im Kerzenschein des Christbaums zu feiern? Die schummrige Beleuchtung mag zwar für weihnachtliche Stimmung sorgen, fürs Fotografieren stellt sie jedoch eine Herausforderung dar. Wir geben Tipps, wie Sie dennoch schöne Fotos unterm Weihnachtsbaum hinbekommen.

Der richtige Bildausschnitt und die sympathische Perspektive

Weihnachtsbaum
Christbaumschmuck im Detail: Warmes Licht gut eingefangen.
Wählen Sie den Bildausschnitt so, dass möglichst wenig dunkle oder sehr helle Freiräume aufs Foto kommen. Gerade wenn Sie Beleuchtung aufs Bild bekommen wollen, wirkt sie eindrucksvoller, wenn Lichteffekte das Bild dominieren. Treten Sie also eher näher an den Weihnachtsbaum heran, als dass Sie zu viel von der weißen Wand dahinter aufs Bild packen.

Personen auf von leicht oben aufgenommenen Fotos wirken sympathischer als auf Aufnahmen von unten. Dies gilt für Einzelporträts ebenso wie für Gruppenfotos. Positionieren Sie die Kamera auf dem Stativ also stets etwas höher.

Herausforderung Kerzenlicht

Die Stimmung an Weihnachten ist eine ganz besondere: Zum verlockenden Duft der Weihnachtsgans und süßen Zimtplätzchen gesellt sich das besondere Licht von Kerzen. Das menschliche Auge empfindet es wegen der warmen Farbtemperatur und der geringen Leuchtkraft als besonders angenehm und beruhigend. Kameras und Fotografen stellen solche Lichtverhältnisse jedoch vor enorme Herausforderungen. Motive verwackeln bei längerer Belichtungszeit oder erscheinen durch den Einsatz des harten Blitzlichtes kalt und vorhandene Kerzen oder Lichterketten gehen dabei völlig unter. Doch was ist nun die Lösung?

Einfaches Spiel dank Szenenautomatik

Weniger Licht muss entweder durch längere Belichtungszeiten oder höhere Lichtempfindlichkeit (ISO-Wert) des Bildsensors ausgeglichen werden. Auch der Weißabgleich kommt nicht immer auf Anhieb mit Weihnachtsbeleuchtung klar und wählt entweder zu kühle oder zu warme Farbabstufungen.

Sind Sie im Besitz einer Kompaktkamera mit Szenenautomatiken, nimmt Ihnen die Kamera die Suche nach der passenden Einstellung in der Regel ab. Oft sorgen Programme wie „Party“, „Kerze“ oder „Nachtporträt“ dafür, dass die Kamera Belichtungszeit und Blitzlicht aufeinander abstimmt. Meist löst die Kamera dabei zunächst den Blitz aus, um Hauptmotive wie Personen im Vordergrund zu auszuleuchten und belichtet hinterher den Hintergrund etwas länger nach. So erscheint der Vordergrund scharf und verwackelungsfrei, der Hintergrund erscheint gleichzeitig im stimmungsvollen, warmen Licht. Die Bildergebnisse sind zwar ansehnlicher als Aufnahmen im Standard-Modus, doch erst durch manuelle Kontrolle können Sie gezielt bestimmte Motivbestandteile nach Wunsch in Szene setzen.
Sony Alpha 5000
Zum Beispiel die Sony Alpha 5000 können Sie auch über das Smartphone fernsteuern und auslösen. (Bild: Sony)

Mehr Gestaltungsspielräume durch manuelle Einstellungen

Die Belichtungszeit können Sie bei gehobenen Kompaktkameras, bei Bridgekameras und natürlich bei spiegellosen Systemkameras sowie Spiegelreflexkameras selbst bestimmen. Auch die Blendenöffnung des Objektivs spielt eine Rolle bei der Bildgestaltung unter schwierigen Lichtverhältnissen. Die Blende ist das Iris-förmige Element im Objektiv, das die einfallende Lichtmenge regelt. Nutzen Sie auch zusätzliche Ausstattung wie ein Stativ und einen Blitz.

Mit den halbautomatischen Aufnahmemodi Zeitvorwahl/Blendenautomatik (auf dem Programmwahlrad „S“ oder „Tv“) beziehungsweise Blendenvorwahl/Zeitautomatik (auf dem Programmwahlrad „A“ oder „Av“) erhalten Sie jeweils die Kontrolle über die Belichtungszeit des Verschlusses beziehungsweise die Blendenöffnung des Objektivs.

Stimmung mit aufs Bild packen

Im S-Modus können Sie manuell in die Belichtungszeit eingreifen, die Kamera bestimmt dabei automatisch den passenden Blendenwert. Stellen Sie den Blitz so ein, dass er kurz beim Öffnen des Verschlusses  auslöst und verlängern die Belichtungszeit auf etwa 1/50 Sekunde, so erzielen Sie ähnlich stimmungsvolle Effekte wie mit Szenenprogrammen. Jedoch können Sie die Werte dem vorhandenen Umgebungslicht, der Raumgröße und der Entfernung zum Motiv noch individuell anpassen.

Aufsteckblitze verfügen oft über einstellbare Intensitätsstufen und auch über eine ausziehbare Streuscheibe, die das Blitzlicht weniger hart erscheinen lässt. Lässt sich der Blitzreflektor ausrichten, nutzen Sie indirektes Blitzen. Finden Sie an der Kamera einen Lichtempfindlichkeitswert, der einen guten Kompromiss aus rauscharmen Bildern und der Belichtungsdauer bildet: Bei System- oder Spiegelreflexkameras kann dieser Wert um ISO 1.600 liegen. Probieren, probieren, probieren – es lohnt sich!

Räumliche Tiefe erzeugen

Mit dem Drehrad stellen Sie die verschiedenen Aufnahme-Programme ein. (Bild: Panasonic)
Im A-Modus wählt die Kamera die optimale Belichtungszeit aus, während Sie die Blendenöffnung bestimmen können. Die Blende reguliert das einfallende Licht und beeinflusst dadurch nicht nur die Helligkeit des Bildes, sondern auch die Schärfe. Ist die Öffnung eher klein (und die Blendenzahl groß, z.B. f/5,6) lässt sie gebündelte Lichtstrahlen auf den Bildsensor hindurch, wodurch das Bild scharf wirkt. Ist die Blende offen, etwa mit dem Wert f/2,8, lässt sie mehr Licht hindurch, das aber zugleich zerstreuter ist. Dies bewirkt, dass das Bild vor allem zum Rand hin unschärfer ist.

Mit einer weit geöffneten Blende können Sie aber auch ein Motiv im Vordergrund vor einem unscharfen Hintergrund herausstellen beziehungsweise ein scharfgestelltes Motiv hinter einem unscharfen Objekt im Vordergrund darstellen. Die Beschaffenheit dieser Unschärfe nennt sich Bokeh. So können Sie beispielsweise an einem festlich gedeckten Tisch verschiedene Objekte oder Personen im Vorder- oder Hintergrund scharf beziehungsweise unscharf darstellen und erzeugen so eine gefällige räumliche Tiefe.

Übrigens: Neuere Kameras verfügen über eine WLAN-Schnittstelle, worüber Sie sie per Smartphone steuern und auslösen können. Auch das Sucherbild sehen Sie in der Regel auf dem Smartphone-Display. So müssen Sie nicht mehr nach Programmierung des  Fernauslösers an der Kamera hektisch ins Bild rennen und hoffen, dass alles passt.
 
(ksc)

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