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Highlights der Gamescom 2016: Virtual Reality und strenge Gerüche

25.08.2016 - 09:13

Die Gamescom in Köln läuft der Spielemesse E3 Jahr für Jahr weiter den Rang ab. Neuvorstellungen sind nicht mehr länger der US-amerikanischen Veranstaltung vorenthalten, auch auf der deutschen Messe überraschten die Spielehersteller mit publikumswirksamen Neuigkeiten. Dabei konzentrierte man sich dieses Jahr vorrangig auf neue Spielszenen zu bereits bekannten Titeln als auf die komplett neue Titel anzukündigen. 877 Unternehmen waren vertreten, rund 345.000 Besucher ließen sich nicht von den verschärften Sicherheitskontrollen abschrecken und zogen durch die Messehallen.
 

Laut und bunt

Gamescom 2016 Publikum
Trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen starker Publikumsverkehr auf der Gamescom 2016. (Bild: Koelnmesse)
Die Gamescom war erneut geprägt von lauten und bunt geschmückten Ständen. Dabei war nicht alles selbst anspielbar, manche Spiele wurden im Rahmen kleiner Vorführungen vorgestellt. Doch egal wohin man auch blickte, es war proppenvoll und man musste mit teils stundenlangen Wartezeiten rechnen. Diese haben eifrige Besucher aber auch in Kauf genommen, um Spiele wie FIFA 17, Final Fantasy VX, For Honor, Battlefield 1, Gran Turismo Sport, Horizon: Zero Dawn, Vampyr und vieles mehr auszuprobieren. Keiner der Titel ist eine komplette Neuvorstellung, jedoch waren sie zum ersten Mal für den normalen Konsumenten anspielbar.

Nur einer spielte nicht mit und schloss einen der großen Titel weg: Nintendo zog es vor, The Legend of Zelda: Breath of the Wild nur 50 ausgewählten Besuchern zur Kostprobe bereitzustellen. Diese wurden zuvor durch verschiedene Gewinnspiele und Wettbewerbe ermittelt. Damit zog sich der Spielehersteller einen kleinen Shitstorm ein. Verständlich ist diese Entscheidung vor allem auch nicht vor dem Hintergrund, dass der Titel schon auf der E3 ein Massenmagnet gewesen war. Von der Fachjury der gamescom-Awards wurde er trotzdem als bestes Wii U-Spiel ausgezeichnet, auch den „best of gamescom award“ 2016 konnte er einheimsen. Die Besucher entschieden sich beim „Most Wanted Consumer award“ für Battlefield 1.
 

Die interessantesten Neuankündigungen

Call Of Duty Infinite Warefare
Acceptable in the 80s: Retro-Setting in Call of Duty: Infinite Warfare. (Bild: Activision Publishing, Inc.)
Die größte Überraschung präsentierte wohl Konami mit Metal Gear Survive. Dabei handelt es sich um ein Spin-Off, das ohne Serien-Schöpfer Hideo Kojima entstand. Zwar soll man weiterhin alleine spielen können, der Fokus liegt jedoch auf dem gemeinsamen Kampf ums Überleben mit bis zu drei weiteren Spielern. Das Schleichen spielt weiterhin eine wichtige Rolle, umsichtiges Vorgehen wird belohnt. Bei den Spielern kam der Titel jedoch nicht gut an. Das könnte daran liegen, dass Kojima nicht an der Entwicklung beteiligt ist. Oder daran, dass die Handlung rund um Wurmlöcher, einer mit Monstern bevölkerten parallelen Zeitschiene sowie das aufgesetzt wirkende Koop-Spielprinzip und die namenlosen Soldaten nicht so recht ins Metal Gear-Universum passen wollen.

Call of Duty-Fans wiederum bekämpfen schon seit mehreren Spielen gemeinsam monströse Kreaturen. Die Rückkehr des Zombie-Modus‘ für Call of Duty: Infinite Warfare wurde nun erstmals auf der gamescom offiziell bestätigt und mit einem actionreichen Trailer gekrönt. Diesmal muss der Spieler die Zombies in den 80er Jahren vernichten, die verfügbaren Spielfiguren entsprechen dabei den Klischees dieses Jahrzehnts. Allzu weit entfernt sich der Zusatz-Modus jedoch nicht vom Zukunfts-Setting des Hauptspiels, denn die Spieler landen in einem Weltraum-Vergnügungspark. Als besonderes Goodie übernimmt David Hasselhoff die Rolle eines DJs.
 

Virtuelle Realitäten

Auch auf der Gamescom drehte sich vieles um Virtual Reality. Das Headset PlayStation VR wird in Verbindung mit der PlayStation 4 genutzt und kann damit auf eine potenzielle Käuferschicht von über 40 Millionen PS4-Besitzern zurückgreifen. Auf der Messe wurde die VR-Brille massiv von Sony beworben, etliche Anspielstationen standen bereit. So wurde unter anderem Resident Evil 7 mit einer komplett neuen Demo präsentiert. Erneut in einem verfallenen Haus spielend, ging es diesmal nicht vorrangig ums Erkunden, sondern vielmehr um die Flucht vor einer mysteriösen Frau mit Laterne. Virtual Reality versetzt den Spieler so tief ins Spiel, wie es keine Technologie zuvor ermöglichte; alle Erlebnisse werden aus den Augen der Spielfigur heraus miterlebt. Man ist mittendrin, statt nur dabei.

Doch es muss nicht immer realistisch anmutende Gefahr und Panik sein, wenn man sich in die virtuelle Realität begibt. In dem Batman-VR-Spiel für PlayStation VR schlüpft der Spieler in die Haut des schwarzen Rächers und darf seinen detektivischen Spürsinn beweisen. Von Crytek aus Deutschland stammt Robinson: The Journey. Darin landet der Spieler auf einem unbekannten Planeten und muss sich mit der fremden, zugleich fantastisch aussehenden Flora und Fauna auseinandersetzen. Crytek hatte zusätzlich The Climb im Angebot. Das Spiel versetzt den VR-Brillenträger an eine Steilwand, die erklettert werden muss. Bloß nicht nach unten sehen!
 

Die kurioseste Hardware

Ubisoft Nosulus Rift
Voll auf die Nase gibt es mit der Nosulus Rift. (Screenshot: Redaktion, Video: Ubisoft Deutschland)
Weil sich in South Park – Die rektakuläre Zerreißprobe nicht nur alles um Superhelden, sondern auch um Blähungen dreht, kam Ubisoft mit der sogenannten Nosulus Rift auf die Gamescom. Inspiriert von der Oculus Rift und anderen VR-Brillen konnten Spieler mithilfe der neuen Hardware noch tiefer ins Spiel hineinschnuppern. Dazu wird die Nosulus Rift über die Nase gestülpt und sondert Furzgerüche aus, sobald eine entsprechende Superkraft im Spiel eingesetzt wird. Einigen Messebesuchern standen aufgrund des strengen Geruchs die Tränen in den Augen. Bislang bleibt es bei einem Marketing-Gag, jedoch möchte Ubisoft nicht ausschließen, dass die Nosulus Rift Teil einer Special Edition des Southpark-Spiels werden könnte.

Dieses Jahr ist zwar kein neuer Besucherrekord aufgestellt worden, die Kölner Messe gab dennoch bereits den Termin für die nächste Gamescom bekannt. Sie findet vom 22. August  bis zum 26. August 2017 statt. Neu ist, dass der Sonntag wegfallen wird. So bleibt künftig ein Tag weniger Zeit, die neuesten Games anzuspielen.
 
(pha)

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