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Foto-Duell: Kompaktkamera oder Smartphone?

13.03.2014 - 18:00

Sie hat es momentan nicht leicht, die klassische Kompaktkamera: Wenn schnelle Schnappschüsse gefragt sind, ziehen Hobbyfotografen immer häufiger das Smartphone aus der Tasche, während die spezialisierte Kamera zu Hause in der Schublade verstaubt. Die Foto-Eigenschaften der aktuellen Smartphone-Generation werden immer besser, während sich die Kompaktkameras eher langsam weiterentwickeln.

Doch können Smartphones mittlerweile mit der Kompaktkamera konkurrieren? Haben die Spezialisten wirklich ihre Daseinsberechtigung verloren? CHECK24 zeigt, in welchen Bereichen das Smartphone tatsächlich mithalten kann – und wo die Kompaktkamera weiterhin ihre Vorteile hat.

Der Sensor

Das wichtigste Kriterium für die Bildqualität ist nicht etwa – wie viele Foto-Einsteiger glauben – die Megapixel-Zahl, sondern der Sensor. Je größer der Bildsensor, desto lichtstärker ist er. Die Kamera nimmt dann deutlich mehr Details auf als bei einem kleineren Sensor. Mit einem entsprechend großen Chip bieten hochwertige Kompaktkameras der Oberklasse ein besseres Verhältnis der Sensorgröße zur Megapixel-Zahl. Dadurch verringert sich das Bildrauschen, und auch die einzelnen Pixel auf dem Chip nehmen mehr Licht auf.

Und genau hier liegt das Problem der Smartphone-Kameras: In den meist extrem schmalen Gehäusen ist selten genug Platz für einen ausreichend großen Sensor, zumal auch die Linse eher kompakt ausfällt. Dadurch sind die Hersteller gezwungen, kleinere Chips zu verbauen, die mit zunehmender Megapixel-Zahl ein immer ungünstigeres Größenverhältnis zur Pixelanzahl mit sich bringen.

Das Ergebnis: Kompaktkameras mit besseren Sensoren liefern eine höhere Bildqualität als das Smartphone. Besonders deutlich wird der Unterschied bei der Betrachtung der Bilder auf einem größeren PC-Monitor oder Fernseher. Bei günstigen Kompaktkameras bis 150 Euro ist dieser Vorteil allerdings dahin – hier verbauen die Hersteller aus Kostengründen ebenfalls kleinere Sensoren. Daher lohnt sich der Griff zu einer Kompaktkamera in diesem Fall nur, wenn der Nutzer auch bereit ist, mindestens 200 Euro für das Gerät zu investieren.

Der Zoom

Hier schlägt die Stunde der Kompaktkameras: Wer weiter entfernte Motive möglichst nah heranholen möchte, hat mit seinem Smartphone eine schwere Zeit. Zwar verfügen aktuelle Smartphone-Spitzenmodelle vordergründig ebenfalls über einen Zoom - die schmale Gehäuseform macht dem Gerät allerdings erneut einen Strich durch die Rechnung.

Kompaktkameras zoomen direkt über das Objektiv und vergrößern das Bild mit den eingebauten Linsen. Dieser optische Zoom ist quasi verlustfrei – solange der Nutzer die Kamera entsprechend ruhig halten kann. Im Gehäuse eines Smartphones ist für ein Zoomobjektiv kein Platz. Die Vergrößerung findet deshalb ausschließlich per Berechnung statt: Wie in einem Bildbearbeitungsprogramm nimmt das Smartphone einen Ausschnitt aus der großen Aufnahme und rechnet ihn digital hoch. Dadurch verliert das Bild an Schärfe und Details – die wahrgenommene Bildqualität sinkt deutlich.

Deshalb sollten Smartphone-Fotografen den Zoom besser komplett steckenlassen – die Qualität der Fotos leidet zu stark darunter. Mit dem Samsung Galaxy S4 Zoom ist derzeit nur ein einziges Smartphone mit optischem Zoomobjektiv erhältlich, das jedoch ziemlich klobig daherkommt. Wer beim Fotografieren also regelmäßig zum Zoom greift, der kommt auch heute nicht um eine vollwertige Digitalkamera herum.

Der Formfaktor

Im Hinblick auf das Format und die Handlichkeit scheint das Smartphone die Nase vorn zu haben – zumindest auf den ersten Blick. Das Telefon ist schmaler, oft leichter und passt besser in die Hosentasche. Die Kamera hingegen nimmt als zusätzliches Gerät weiteren Platz weg. Doch für den Komfort beim Fotografieren und die letztlich wahrgenommene Bildqualität ist die Handlichkeit eben nicht das ausschlaggebende Kriterium.

Bei den meisten Smartphones löst der Nutzer durch Antippen des Bildschirms aus – und verursacht durch diese Bewegung oft unschöne Verwacklungen. Einige Smartphones versuchen dieses Problem mit einem dezidierten Knopf als Auslöser zu kompensieren. Doch selbst dann bleibt ein entscheidendes Problem: Durch die Maße des Telefons liegt das Gerät niemals so gut in der Hand wie eine Kompaktkamera, die mit ergonomischen Griffmulden wesentlich besseren Halt bietet. Das erhöht nicht nur den Bedienkomfort, sondern auch die Schärfe der Fotos.

Die Einstellmöglichkeiten

Einfach draufhalten und abdrücken: Wer seine Kamera nur für Schnappschüsse und spontane Fotos nutzt, landet zwangsläufig immer wieder beim Smartphone. Dafür sind die integrierten Kamera-Module gebaut – und diesen Zweck erfüllen sie hervorragend. Anspruchsvolle Fotografen werden damit allerdings nur bedingt Freude haben, denn die manuellen Möglichkeiten halten sich in sehr engen Grenzen.

Die meisten Einstellungen nimmt die Automatik vor, lediglich zwischen festgelegten Motivprogrammen kann der Nutzer wählen. Einige Hersteller haben dieses Problem erkannt und mittlerweile zumindest einen Grundstock an Einstellmöglichkeiten integriert. Die vielseitigen Optionen einer hochwertigen Kompaktkamera – von der Blendeneinstellung über die Belichtungszeit bis hin zum Weißabgleich – erreicht aber selbst die aktuelle Generation nicht.

(tki)

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