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Fernseher-Trends 2013 - echte Innovationen und ewig ferne Revolutionen

27.06.2013 - 20:00

„Diese Technik wird das Heimkino für immer verändern“ - wie oft haben Filmfans derartige Aussagen von den großen Fernseher-Herstellern bereits gehört. Doch was bringt eine vermeintlich revolutionäre Technik, die von der Serienreife so weit entfernt ist wie die Osterinsel vom Rest der Welt? Auch das Jahr 2013 ist schon wieder zur Hälfte ins Land gezogen, ohne dass die großspurigen Ankündigungen zur Realität geworden sind.

Manche Hersteller verfolgen jedoch einen gänzlich anderen Kurs, der zwar bei weitem nicht so viel Wirbel in den Medien erzeugt, den Fernseher-Markt jedoch wirklich voranbringt. Es sind die kleinen Dinge, die tatsächlich spürbare Auswirkungen auf die Bildqualität und den Bedienkomfort haben.

3D ohne Brille – die Geister, die ich rief…

Auch wenn sich aktuelle 3D-Fernseher mittlerweile in der TV-Landschaft etabliert haben, bleibt ein gravierender Haken weiterhin erhalten: Nach wie vor muss sich der Betrachter eine mehr oder weniger kleidsame Brille aufsetzen, um in die dritte Dimension eintauchen zu können. Doch wer tut das schon gerne im eigenen Wohnzimmer – zumal sich die Fernsehsender mit 3D-Ausstrahlungen weiterhin an einer Hand abzählen lassen?

3D ohne Brille, das wäre die Lösung. Viele Hersteller haben sich daran versucht – und sind mit wehenden Fahnen untergegangen. Die kleinen Linsen, die das jeweils passende Bild zum Auge des Betrachters transportieren sollen, sind noch immer zu fehleranfällig. Das Ergebnis sind unschöne Doppelkonturen und Geisterbilder, die im Film eigentlich nichts zu suchen haben. Auch die Auflösung reduziert sich, was die Darstellung wesentlich weniger plastisch wirken lässt.

4K – hochauflösender Materialmangel

Brillenloses 3D ist also nicht der entscheidende Fernseher-Trend 2013. Mindestens genauso lang kündigen die Entwickler ihre neue 4K-Technologie an. Viermal schärfer als Full-HD, das klingt beeindruckend – wenn es denn Material gäbe, mit denen sich das neuartige Erlebnis nachvollziehen ließe. Mehr als eine Handvoll 4K-Filme gibt es nicht. Zu allem Überfluss müssen diese auf USB-Festplatten verbreitet werden, ein passender Datenträger für derart große Informationsmengen fehlt bisher.

Und dann wäre da noch der Preis: Die Spitzenmodelle wie der Sony KD-84X9005 mit seiner monströsen Bildschirmdiagonale von zwei Metern und 14 Zentimetern kosten bis zu 25.000 Euro – ein erschreckender Preis für ein Gerät, dass sich derzeit nur eingeschränkt nutzen lässt. Bis sich 4K also durchsetzt, dürften noch einige Jahre ins Land gehen.

OLED – organische Kostenfalle?

Auch die neuen OLED-Displays warten schon seit 2010 auf den Durchbruch. Die mit organischen Leuchtdioden versehenen Mattscheiben lassen Farben natürlicher erstrahlen sind nicht so stark vom Blickwinkel abhängig wie Bildschirme mit ihren künstlichen Vorgängern - und benötigen dabei deutlich weniger Energie. LG hat nun die ersten OLED-Fernseher in Korea veröffentlicht: endlich, möchte man meinen. Doch ist damit der große TV-Trend 2013 identifiziert? Mitnichten.

Zwar haben es OLED-Fernseher mittlerweile bis zur Serienreife geschafft, bezahlbar sind sie jedoch für die meisten Nutzer noch lange nicht. Für den 55-Zoller LG 55EM9700 wollen die Koreaner stolze 10.000 Euro haben – und an diesen Preisregionen dürfte sich so schnell nichts ändern. Dass OLED-Modelle in Zukunft zur ernsthaften Konkurrenz für hochwertige LED-Fernseher werden, scheint sicher. In diesem Jahr wird das aufgrund der horrenden Kosten allerdings kaum gelingen.

Triluminos – farbiger Quantensprung

Klammheimlich hat sich Sony durch den Hype um 4K und OLED manövriert und mit der Triluminos-Technologie die erste große Innovation des Jahres hingelegt. Dabei ist die Grundidee denkbar einfach: Anstatt der klassisch-weißen Leuchtdioden besteht die Hintergrundbeleuchtung eines Triluminos-Fernsehers aus blauen LEDs. Diese strahlen eine Schicht aus sogenannten Quantum Dots an, die anschließend durch Quantensprünge farbiges Licht erzeugen.

Diese Technik ermöglicht dem Fernseher einen deutlich erweiterten Farbraum und eine bisher ungekannte Plastizität der Bilder. Mit feineren Abstufungen zwischen den Farbtönen wirkt die Darstellung brillanter als bei klassischen LED-Fernsehern. Eine Revolution mag Triluminos zwar genauso wenig sein wie 4K – allerdings sind die Geräte schon heute erschwinglich.

Smart-TV – noch smarter als 2012

Warum muss es eigentlich immer krampfhaft innovativ sein? Warum nicht einfach Gutes und Bewährtes noch besser machen? Diesen Weg verfolgen unter anderem Samsung und Philips: Die Smart-TVs der Technik-Riesen bieten mit ihren vielseitigen Internetfunktionen deutlich mehr als nur die Wiedergabe von Fernsehsendungen und Filmen.

Bereits im vergangenen Jahr setzten sich die ersten vernetzten Fernseher durch – doch Samsung und Co. finden stetig neue Ansatzpunkte, um weitere intelligente Funktionen in das Gehäuse zu pressen. Mit fünf verschiedenen Menü-Screens, Zugang zu sozialen Netzwerken und einer Vielzahl an TV-tauglichen Apps will Samsung bei den Nutzern punkten.

Philips baut in die Fernbedienung seines aktuellen Spitzenmodells eine mechanische Tastatur zum Tippen von E-Mails und längeren Texten ein. Auch wenn diese smarten Funktionen eher Weiterentwicklung denn Innovation sind, bringen sie den Fernseher-Markt voran - zumindest deutlich mehr als Luftschlösser von 3D ohne Brille.

(tki)

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