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3D ohne Brille - Fernseher-Revolution oder Schuss in den Ofen?

29.10.2012 - 19:00

Die dritte Dimension erobert das Wohnzimmer: 3D-Fernseher sind der große Heimkino-Trend 2012. So mancher Filmfan zögert jedoch, sich auf den räumlichen Effekt einzulassen. Grund hierfür sind die Einschränkungen, denen die 3D-Technik aktuell noch unterworfen ist: Die Zuschauer sitzen wie die Hühner auf der Stange, ausgestattet mit klobigen und wenig kleidsamen 3D-Brillen. Wer zu weit außen sitzt, hat meist recht wenig vom 3D-Effekt. Einzige Lösung: Die Brille muss weg, und zwar um jeden Preis. Das Ziel ist brillenloses 3D.

Was im Fernseher-Segment noch in den Kinderschuhen steckt, ist andernorts schon serienreif. Nintendos Handheld-Konsole 3DS zeigt Spiele mit Tiefenwirkung bereits ohne Brilleneinsatz an – auf Dauer anstrengend, allerdings mit gelungenem Effekt. Auch einige Smartphones setzen auf 3D im Kleinformat, wenn auch mit überschaubarem Erfolg. Das Hauptproblem bei der Produktion eines Fernsehers mit brillenlosem 3D ist die Bildschirmgröße.

So funktioniert 3D ohne Brille

Damit beim Zuschauer ein räumlicher Eindruck entsteht, muss das Fernsehgerät dafür sorgen, dass die Augen des Betrachters jeweils ein anderes, leicht versetztes Bild zu sehen bekommen – und zwar nur dieses. Bei den bisherigen 3D-Fernsehern mit Brille geschieht das gleichzeitig oder in schnellem Wechsel der Bilder, das Ergebnis bleibt jedoch gleich: Im Gehirn werden die beiden Eindrücke zu einem neuen Bild zusammengesetzt, der räumliche Effekt entsteht.

Fällt die Brille weg, muss der 3D-Fernseher diesen Effekt auf andere Weise hervorrufen. Dadurch werfen kleine Linsen das passende Licht zum jeweiligen Auge. Damit der Zuschauer nicht zur Salzsäule erstarrt dasitzen muss, senden brillenlose Fernseher wie der Toshiba 55ZL2 mehrere Perspektiven gleichzeitig aus, was einen größeren Blickwinkelbereich ermöglicht.

Kinderkrankheiten – was zum 3D-Genuss noch fehlt

Seit gut vier Monaten ist der Toshiba 55ZL2 als erster Fernseher mit brillenlosem 3D auf dem Markt, durchsetzen konnte sich die neue Technologie aber beileibe nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen sieht die 3D-Wiedergabe längst nicht so gut aus wie bei den ausgereiften 3D-Fernsehern mit Brille.

Durch die reduzierte Auflösung wirken dreidimensionale Bilder recht grobkörnig und weniger plastisch. Auch die gefürchteten Geisterbilder, die selbst preiswerte 3D-Fernseher mittlerweile minimiert haben, tauchen beim 55ZL2 wieder auf.

Zudem sind die Preise für brillenlose 3D-Panels aktuell kaum massenkompatibel: Stattliche 7.600 Euro will Toshiba für den 55ZL2 haben. Angesichts der hohen Produktionskosten ist das nachvollziehbar, attraktiver wird das Angebot dadurch aber nicht.

Aktuelle Modelle mit teils deutlich besserer 3D-Qualität kosten inklusive der benötigten Brillen einen Bruchteil, auch entsprechend hochwertige Blu-ray-Player passen dann locker noch ins Budget. Die Idee hinter brillenlosem 3D ist zweifelsfrei gut, allerdings dürfte es noch das eine oder andere Jahr dauern, bis Qualität und Gerätepreise in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

(tki)

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