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Fernseher-Extravaganz - Zukunft oder Wahnsinn?

05.09.2013 - 20:00

Die Fernseher-Welt 2013 ist schnelllebig. Da werden innovative Ideen binnen kürzester Zeit zur kommenden Revolution des Heimkino-Universums hochstilisiert - nur um Jahre später festzustellen, dass die Entwicklung doch schleichender voranschreitet als erhofft. Zwar sind 4K-Fernseher und OLED-Displays mittlerweile erhältlich, massentauglich sind sie aber noch lange nicht. Das bringt die Kritiker zwangsläufig wieder auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit: Sind einige dieser Innovationen wirklich zukunftsträchtig, oder einfach nur Irrsinn?

Die großen Fernseher-Hersteller lassen sich in ihrem Streben nach Innovation jedoch nicht beirren: Samsung, LG und Philips gehen dabei völlig unterschiedliche Wege, die allesamt spannend und kurios zugleich sind. CHECK24 stellt die auffälligsten Fernseher-Modelle 2013 vor.

Samsungs Monster-Movies

Bereits in den Anfängen des Fernsehens marodierten furchteinflößende Ungeheuer über den Bildschirm und fanden dadurch den Weg ins Wohnzimmer. Der koreanische Technik-Riese dreht den Spieß nun um – denn hier ist der Fernseher selbst das Monster. Mit einer Bildschirmdiagonale von zwei Metern und 15 Zentimetern sprengt der Samsung UE85S9 sämtliche bisher gekannten Dimensionen des Heimkinos. Wie eine Schiefertafel hängt der Bildschirm in einem zusätzlichen Rahmen – anders wäre das Gewicht von stattlichen 58,6 Kilogramm auch nicht zu stemmen.

Dank 3.840 x 2.160 Pixeln präsentiert das Ungetüm eine messerscharfer 4K-Auflösung – das entspricht dem Vierfachen des bisherigen Full-HD-Standards. Mit dem entsprechendem Videomaterial ermöglicht der UE85S9 dann auch ein nie dagewesenes Filmerlebnis, das lediglich die Frage aufwirft, ob ein aktueller Beamer in dieser Größenordnung nicht die sinnvollere Lösung wäre. Denn das Preisschild dürfte so manchem Heimkino-Fan die Nackenhaare zu Berge stehen lassen: Wer sich den TV-Titan ins Wohnzimmer stellen möchte, muss dafür stolze 35.000 Euro investieren.

LG in Kurvenlage

Fehlproduktion! Diese Gedanken dürften dem Betrachter beim Anblick des LG 55EA9809 durch den Kopf schießen. Schließlich ist das Gehäuse furchtbar verbogen – und ein Fernseher muss ja gerade sein. Doch die kurvige Form des 55 EA9809 ist vom Hersteller durchaus gewollt: Das bewusst nach innen gewölbte Display des ersten "Curved-OLED-TV" bedient sich der gleichen Grundidee, die auch die Kinoleinwand so beeindruckend wirken lässt. Dadurch soll der Sehkomfort sowohl in 2D als auch in 3D höher sein als bei herkömmlichen Fernsehern – zumindest laut Hersteller.

Die ersten Tests bestätigen die Idee von LG: Mit herausragender Bildqualität wirken Filme ungemein plastisch und lebendig. Durch den Einsatz der OLED-Technologie ist der 55EA9809 auf dem aktuellsten Stand der Technik, was vor allem den ebenso kräftigen wie natürlichen Farben zugutekommt. Einziger Haken ist einmal mehr der Preis: Ganz so teuer wie Samsungs Gigant ist der 55EA9809 zwar nicht – aber dennoch möchte LG mit 9.990 Euro ein kleines Vermögen für sein Fernseher-Highlight haben.

Philips in der Schwebe

Bei diesen schwindelerregenden Summen erscheinen die Preise, die Philips für seine neuen Designerstücke aufruft, beinahe moderat. Der Philips 55PDL8909S ist derzeit für rund 3.000 Euro erhältlich, hat aber mit der Konkurrenz zumindest optisch nur wenig gemein. Einen klassischen Standfuß gibt es nicht – stattdessen ist das Display auf einer teilweise transparenten Glasscheibe platziert.

Das klingt ziemlich labil, erweist sich in den Tests jedoch als ähnlich solide wie ein Metallständer. Durch das Glas muss der Fernseher nicht an die Wand geschraubt werden, sondern wird einfach an selbige angelehnt. Dadurch entsteht der Eindruck, das Gerät würde in der Luft schweben, was durch die patentierte Ambilight-Beleuchtung nochmals verstärkt wird. Ansonsten bietet das Modell aus der Design-Line die gleichen Qualitäten wie andere aktuelle 3D-Fernseher – ob das nette Äußere einen solchen Aufpreis rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.

(tki)

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