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DVB-T2 HD: Das müssen Nutzer beim neuen Antennen-Fernsehen beachten

19.01.2016 - 14:48

Mehr Sender in besserer Bildqualität – jedoch auch Verwirrung und Unsicherheit bei Verbrauchern: Im Frühjahr kommt der neue DVB-T2-Standard in die ersten deutschen Städte. Wir erklären, was die Umrüstung bedeutet und wie das hochauflösende Antennen-Fernsehen auch in Ihr Wohnzimmer kommt.

Mit dem Umstieg auf DVB-T2 wird hochauflösendes Fernsehen auch mit Antennen-Empfang möglich. Bis zu 40 Programme lassen sich damit zukünftig in HD-Qualität übertragen. Die Umrüstung betrifft alle, die den DVB-T stationär oder mobil empfangen: Also alle Haushalte, die das sogenannte ÜberallFernsehen über eine Haus- oder Zimmerantenne nutzen. Auch wer mobilen DVB-T-Empfang über einen USB-Stick am Laptop oder im Auto nutzt, wird ein neues Empfangsgerät benötigen.

Fußball EM 2016 in Frankreich
Zur Fußball EM 2016 in Frankreich soll es DVB-T2 bereits in einigen Städten geben. (Bild: UEFA)

Beginn 2016, Regelbetrieb erst für 2019 geplant

Die ersten DVB-T2-Programme sind für das zweite Quartal 2016 angekündigt. Als Ziel haben sich die Sender die Fußball-EM im Juni und die Olympischen Sommerspiele gesetzt. Allerdings handelt es sich dabei nur um einen Pilotbetrieb in einigen ausgewählten Regionen. Die Umschaltung ist für das Frühjahr 2017 geplant, wobei zunächst nur Ballungsräume in den Genuss des neuen Standards kommen. Bis Mitte 2019 ist voraussichtlich der Regelbetrieb möglich, das haben zumindest ARD und ZDF so vereinbart.

Nur öffentlich-rechtliche Sender sind kostenlos

Full HD Logo
Auch in Full HD kostenlos: die öffentlich-rechtlichen Sender.
Die Akzeptanz von DVB-T2 unter den Programmanbietern ist groß: Bisher signalisierten alle großen Sendergruppen, dass sie weiterhin Inhalte über Antenne ausstrahlen wollen. Das ZDF hat beispielsweise angekündigt, über DVB-T2 alles anzubieten, was es auch über Kabel und Satellit gibt – und das in Full HD und kostenlos.
Auch die sechs privaten Free-TV-Programme von ProSiebenSat.1 Media sollen über DVB-T2 ausgestrahlt werden. Dazu gehören Sat.1, Pro7, Kabel Eins, Sixx, Sat.1 Gold und Pro7 Maxx. Welche davon es auch in Full HD geben wird, steht jedoch noch nicht fest. Im Gegensatz zu den Öffentlich-Rechtlichen setzen die anderen Sender auf die Bereitschaft der Zuschauer, für HD-Inhalte zu zahlen. Für sie wird eine Empfangsgebühr fällig.

Empfangsgeräte aus dem Ausland sind nicht geeignet

Wer sich frühzeitig für die Umschaltung rüsten möchte und nach geeigneten Receivern und Fernsehern Ausschau hält, muss höllisch aufpassen. Denn DVB-T2 ist nicht gleich DVB-T2. Anders als beispielsweise in Österreich, wo es DVB-T2 schon länger gibt, kommt in Deutschland das moderne Kompressionsverfahren HEVC (H.265) zum Einsatz. Technische Lösungen in anderen Ländern setzen noch auf die ältere Version AVC (H.264). Daher nützen Receiver aus solchen Ländern wenig, die Geräte können den HEVC-Standard nicht wiedergeben. Als Verbraucher kommt man da leicht durcheinander. Eine Orientierungshilfe gibt hierbei das DVB-T2 HD-Logo.
DVB-T2 HD Logo
Dieses Logo soll Verbraucher vor Fehlkäufen schützen.

DVB-T2-Logo kennzeichnet kompatible Geräte

Ein spezielles Logo soll Verbrauchern und Handel das Zurechtfinden auf dem Markt für Empfangsgeräte erleichtern. Längst nicht alle Geräte, die mit „DVB-T2“ oder „HEVC“ beworben werden, liefern am Ende auch wirklich ein HD-Bild über Antenne. Das Logo kennzeichnet daher Geräte, die die technischen Mindestanforderungen für den Empfang über DVB-T2 in Deutschland erfüllen. Die Hersteller müssen das Logo schriftlich beantragen. Verwaltet werden die „Minimum Requirements“ von der Deutschen TV-Plattform, die auch das Logo für jedes Gerät einzeln vergibt.

Erste Receiver sind auf dem Markt

Technisat Digit Isio STC+
Bereit für die Zukunft des digitalen Antennen-Fernsehens: Der Technisat Digit Isio STC+ mit doppeltem Antennenanschluss. (Bild: Technisat)
Wer Full-HD-Fernsehen über Antenne empfangen möchte, wird an einem neuen Receiver kaum vorbeikommen. Bisher ist die Auswahl an geeigneten Empfangsgeräten noch überschaubar. Der Technisat Digit Isio STC+ kann sich bereits mit dem DVB-T2 HD-Logo brüsten. Auch der Opticum Lion HD 265 besitzt einen HEVC-Decoder. Der Technisat-Receiver bietet gleich einen doppelten Anschluss für DVB-T2 HD, sodass Nutzer zeitgleich ein Programm ansehen und eines aufnehmen können. Der Opticum Lion HD 265 ist günstigere Variante und steht mit und ohne Aufnahmefunktion zur Verfügung. Mit einer größeren Anzahl an geeigneten Receivern ist in den kommenden Monaten zu rechnen.

Anders sieht es bei Fernsehern aus: Ein Neukauf ist hier nicht unbedingt notwendig. Stattdessen lassen sich vorhandene TV-Geräte nachrüsten oder mit einem geeigneten Receiver für den neuen Standard qualifizieren.

(aha)
 

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