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Kleine Zoom-Kunde - optisch oder digital?

03.09.2013 - 20:00

Beim Kauf einer neuen Kompaktkamera gilt der erste Blick vieler Nutzer dem Zoomfaktor. Der gibt in Zahlenwerten an, wie stark das Objektiv weit entfernte Motive vergrößern kann. Meist finden sich in den Produktdetails zwei Angaben, etwa „16x optisch“ und „8x digital“. Aha, wird sich mancher Einsteiger in die Welt der Fotografie nun sagen - dann ist ja alles klar. Je mehr, desto besser, könnte man meinen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Hinter den beiden Zoom-Arten verbergen sich gänzlich unterschiedliche Technologien, die sich besonders in ihren Auswirkungen auf die wahrgenommene Bildqualität unterscheiden. CHECK24 erklärt, wie der optische und digitale Zoom funktionieren – und welche Technik die besseren Ergebnisse liefert.

Optischer Zoom – unter der Lupe

Für die Vergrößerung mit optischen Mitteln ist das Objektiv der Kamera verantwortlich. Darin sind mehrere Linsen hintereinander geschaltet, die das gewählte Motiv näher heranholen – ähnlich einer Lupe oder einem Fernglas. Das Bild wird dadurch bereits vor dem Auftreffen auf den Sensor der Kamera vergrößert, was den Prozess nahezu verlustfrei macht: So hat das Foto letztlich immer die volle Auflösung, egal wie stark der Fotograf mit dem Zoom arbeitet.

Der optische Zoomfaktor der Kamera ist jedoch meist durch die Bauform und die Dimensionen des Gehäuses beschränkt. Je stärker die maximale Vergrößerung ausfällt, umso voluminöser muss auch das Objektiv sein – besonders bei Hosentaschen-Kameras ist dafür oft kein Platz. Daher beschränken sich viele aktuelle Kompaktkameras auf einen Zoomfaktor bis zehnfach, während größere Superzoom-Kameras beeindruckende Werte bis zu 42-fach erreichen können.

Je stärker allerdings der Zoomfaktor ausfällt, umso anfälliger wird die Kamera für Unschärfen und Wackler. Der Fotograf benötigt also eine besonders ruhige Hand – oder noch besser ein Stativ. Gerade auf den höchsten Vergrößerungs-Stufen ist ein sicherer Stand entscheidend für die Qualität des Fotos.

Digitaler Zoom – der Photoshopper

Bei der Vergrößerung mit digitalem Zoom verzichtet die Kamera auf physische Elemente im Objektiv. Stattdessen kommt eine Software zum Einsatz, die den gewünschten Bildausschnitt digital hochrechnet. Dieser Prozess ähnelt der Interpolation eines Bildbearbeitungs-Programms: Die Kamera analysiert die Bildpunkte des gewählten Motivs und ergänzt sie anschließend um weitere Pixel – die Auflösung wird dadurch erhöht. Damit die Farbe der neuen Pixel zum restlichen Bild passt, verwendet die Software jeweils einen Mittelwert der umliegenden Pixel.

Das klingt ziemlich ungenau – und ist es auch. Fotos mit digitalem Zoom unterliegen einem merklichen Qualitätsverlust, da die neu errechneten Pixel nicht hundertprozentig in das vorhandene Bild passen. Auch die Farbdarstellung leidet unter der digitalen Vergrößerung, und zwar umso stärker, je höher der gewählte Zoomfaktor ausfällt.

Deshalb sollte der Fotograf stets den optischen Zoom bevorzugen, wenn es die Kamera und die Situation zulassen. Nahezu alle aktuellen Kameras sind mittlerweile mit einem Zoomobjektiv ausgestattet – der digitale Zoom dient meist nur dazu, das Bild noch weiter zu vergrößern, wenn das Objektiv an seine Grenzen stößt.

(tki)

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