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Kauftipps: Die optimale Kamera fürs Handgepäck

06.07.2016 - 12:53

Reisezeit ist Fotozeit. Ob sportlich-aktiv in den Bergen oder gemütlich-entspannt am Meer – die schönsten Urlaubsmomente wollen wir per Kamera als Erinnerung festhalten. Während im Alltag die immer leistungsfähigeren Smartphone-Kameras die bevorzugte Wahl sind, greift man auf Reisen  gerne zum digitalen Fotoapparat. Schließlich soll eine Kamera einen Mehrwert gegenüber dem Smartphone bieten und deutlich hübschere Fotos schießen.

Damit das Reisegepäck nicht zu dick aufträgt, blicken wir bewusst auf Kompaktkameras und spiegellose Systemkameras. Welche Vorteile die verschiedenen Kamera-Typen gegenüber Handykameras beziehungsweise großen Spiegelreflexkameras haben und welche Bauart sich für Sie am besten eignet, erfahren Sie in dieser Kaufberatung.
 

Kompaktkameras: Flucht vor den Handy-Knipsen

Sony Cyber-shot DSC-HX90

Handlich und mit elektronischem Sucher: Die Sony Cyber-shot DSC-HX90. (Bild: Sony)
Die Spezies der Kompaktkameras scheint am ehesten vom Aussterben bedroht zu sein. Sind es doch Eigenschaften wie die Handlichkeit und die einfache Bedienung, welche heutzutage auch auf  Smartphones zutreffen. Doch ein paar Vorzüge haben selbst einfache Kompakte wie die Canon IXUS 180 (130 Euro) nach wie vor: Im Gegensatz zu üblichen Smartphones besitzen sie meist ein optisches Zoom-Objektiv, mit denen Sie entfernte Motive ohne Qualitätseinbußen vergrößern können. Auch der eingebaute Blitz leuchtet dunkle Umgebungen im Vergleich zu den LED-Funzeln der Smartphones deutlich heller und gleichmäßiger aus.

Dennoch, die Hersteller bekommen den Absatzeinbruch bei einfachen Kompaktkameras schmerzlich zu spüren und orientieren sich in diesem Segment nach oben. Kompaktkameras der Mittelklasse zwischen 200 und 400 Euro bieten mittlerweile brennweitenstarke Objektive mit mehr als 20-fachem Zoom, große Touchscreens zur Motivkontrolle und WLAN-Anschluss, um die Fotos schnell online teilen zu können.

Sie eignen sich für ambitionierte Einsteiger und bieten gerade auf Reisen ein hohes Maß an Flexibilität, viele Funktionen gepaart mit einfacher Bedienung und handlichen Abmessungen. Typische Vertreter dieser Klasse sind die Canon PowerShot SX720 HS für rund 320 Euro, die Sony Cyber-shot DSC-HX90 für zirka 390 Euro oder die Panasonic Lumix DMC-TZ81 für gut 400 Euro.
 
Panasonic Lumix TZ101
Panasonic Lumix TZ101: Nachzügler mit 1-Zoll-Sensor und lichtstarkem Objektiv. (Bild: Panasonic)
 

Ein Stockwerk höher positionieren sich sogenannte Edelkompakte. Sie kosten mindestens 600 Euro und setzen den Schwerpunkt auf eine hohe Bildqualität. Erreichen wollen die Hersteller dies durch den Einsatz größerer Bildsensoren im 1-Zoll-Format. Das entspricht etwa der vier- bis sechsfachen Größe der Sensoren einfacher Kompaktkameras. Das großzügige Verhältnis von Sensor-Fläche zur Bild-Pixelanzahl soll für eine verbesserte Lichtempfindlichkeit sorgen.

Auch die Objektive der Edelkompakten sind deutlich hochwertiger. Zwar verfügen sie über weniger Zoom, was jedoch wiederum den Vorteil der höheren Lichtstärke mit sich bringt, verdeutlicht durch niedrige Blendenzahlen f. Das verbessert die Leistung unter schlechten Lichtverhältnissen zusätzlich und der Fotograf kann sogar eine von Spiegelreflexkameras her bekannte Hintergrundunschärfe erzeugen.

Wer anspruchsvolle Bilder auch abseits von Tageslicht schießen möchte, für den aber Spiegelreflexkameras und Systemkameras zu klobig sind, greift am besten zu einer Edelkompakten – das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Sony hat mit der RX100 IV (zirka 1.000 Euro) bereits die vierte Generation seiner Edel-Kompaktkamera auf den Markt gebracht. Auch Canon bietet mit den PowerShot-Kameras G5 X für etwa 660 Euro und G7 X für rund 630 Euro mehrere 1-Zoll-Kompakte an. Panasonic hat den Trend erst spät erkannt, legt nun jedoch mit der Lumix DMC-TZ101 für etwa 690 Euro ein wettbewerbsfähiges Modell nach.
 

Systemkameras: Wer braucht eigentlich noch einen Spiegel?

Kameras mit Wechselobjektiven – das müssen nicht unbedingt Spiegelreflexkameras (auch DSLRs genannt) sein. Systemkameras verzichten auf den Spiegelmechanismus, der im Grunde lediglich das Motivabbild durch das Objektiv und den optischen Sucher direkt ins Auge des Fotografen umlenkt.
 
Olympus OM-D E-M10 II
Viel Ausstattung im Retro-Kleid: Die Olympus OM-D E-M10 II. (Bild: Olympus)
 

Moderne Bildsensoren, leistungsfähige Prozessoren sowie fortschrittliche Display-Technologien ermöglichen scharfe, helle elektronische Sucher, die nicht nur das Motiv verzögerungsfrei darstellen, sondern auch zusätzlich nützliche Bildinformationen einblenden können. So kann der klobige Spiegelkasten wegfallen und die Systemkameras (auch DSLMs genannt) sind im Vergleich zu Spiegelreflexkameras wesentlich kleiner und leichter.

Sie bieten dennoch nahezu die gleiche Flexibilität bei der Auswahl von Wechselobjektiven und Zubehör. Die Bildsensoren sind bei DSLMs deutlich größer als bei Kompaktkameras und messen bei Olympus- und Panasonic-Kameras 17,3 mal 13,0 Millimeter (Four-Thirds-Format). Mit Sensorgrößen von zirka 22 mal 15 Millimetern (APS-C-Format) oder 36 mal 24 Millimeter (Vollformat) verfügen Systemkameras von Fujifilm oder Sony über ebenso große Bildwandler wie ausgewachsene Spiegelreflexkameras.

Systemkameras sind gegenüber DSLRs häufig besser ausgestattet. So haben die Hersteller zuerst in DSLMs klapp- und schwenkbare Bildschirme und WLAN-Schnittstellen integriert. Auch die 4K-Videoaufzeichnung ist möglich. Diese Funktionen halten erst nach und nach Einzug bei den Spiegelreflexkameras.

In zwei Dingen sind DSLRs den Spiegellosen jedoch noch voraus: Zum einen stellen Spiegelreflexkameras durch direkte optische Autofokus-Messung wesentlich schneller scharf. Zum anderen hält der Akku länger, da der optische Sucher anders als sein elektronisches Gegenstück in DSLMs keinen Strom verbraucht.

Wer auf Reisen also nicht gerade Zweikämpfe eines Fußballspiels professionell fotografieren möchte und kein Problem damit hat, einen Ersatz-Akku mitzuführen, kann bedenkenlos zu einer spiegellosen Systemkamera greifen und erzielt damit mindestens genau so gute Bildergebnisse wie mit einer vergleichbaren Spiegelreflex.

DSLMs gibt es in unterschiedlichen Ausstattungs- und Preisklassen. Ein- und Umsteiger erhalten für etwa 330 Euro bereits die Canon EOS M10 mit Objektiv. Fortgeschrittene Fotografen bekommen mit der Olympus OM-D E-M10 II mit Objektiv für rund 780 Euro eine handliche DSLM mit Sucher und vielen Einstellungsmöglichkeiten. Wer von einer semi-professionellen Spiegelreflexkamera ins spiegellose Lager wechseln möchte, sollte sich Sonys Alpha-7-Reihe näher ansehen. Die Sony Alpha 7 II mit Standard-Objektiv ist eine Vollformatkamera, die für gut 1.900 Euro kaum Wünsche offen lässt.

(ksc)

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