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App gegen Navi - das Routen-Duell

18.01.2013 - 16:00

Die Fahrt in den Urlaub ist heute so einfach wie nie: Wo der Beifahrer früher noch die monströse Straßenkarte quer durch die Fahrgastzelle spannen musste, sitzt nun ein leuchtender, farbenfroher Bildschirm. Per Saugnapf ist das Navigationsgerät an der Windschutzscheibe fixiert und lotst den Fahrer mit ebenso sanften wie bestimmten Ansagen zum gewünschten Ziel. Doch die Luft wird dünner für das klassische Navi, die Konkurrenz durch das Smartphone immer stärker.

Die bekannten Navi-Hersteller bieten mittlerweile umfassende Apps mit der gleichen Funktionalität wie ein ausgewachsenes Navigationsgerät. Allerdings ist das Kartenmaterial entsprechend teuer und kann problemlos rund 90 Euro verschlingen – dafür gibt es schon fast ein günstiges Spezialgerät. Nicht zuletzt wären da noch die Billig-Programme: Apps wie die Skobbler GPS Navigation 2 sollen das Smartphone für verschwindend kleine 1,79 Euro zum Straßenprofi machen. Wie gut das im Vergleich funktioniert, zeigt ein Test.

Testsieger gegen Sparflamme

Um die beiden Kontrahenten auf eine möglichst harte Probe zu stellen, haben die Tester von Computer Bild ein Streckenszenario entwickelt. Und das hat es in sich: Beide Navis sollen das Testfahrzeug vom Hamburger Stadtrand mitten in die Innenstadt lotsen und dabei möglichst keine fatalen Fehler begehen.

Die Skobbler GPS Navigation 2 muss sich gegen eines der besten Navigationsgeräte auf dem Markt behaupten, das TomTom Go Live 1015. Eine App für 1,79 Euro und ein Spezialist für 260 Euro – ungleicher könnte das Duell kaum sein. Die Voraussetzungen sind jedoch für beide gleich: Wer patzt, verliert.

Geisterfahrer-Alarm – ab in die Einbahnstraße

Zunächst verläuft die Fahrt ereignislos. Beide Testkandidaten wählen einen mehr oder weniger zielstrebigen Weg durch die labyrinthischen Wohngebiete und finden die Hauptstraße ohne Probleme.

Die Ruhe ist jedoch schlagartig Geschichte, als sowohl die Navi-App als auch das TomTom Go Live 1015 ihren Fahrer in eine Einbahnstraße schicken: Beide erkennen die Falle nicht und ignorieren die zeitgesteuerte Verkehrsführung. Nur vormittags ist ein gefahrloses Befahren möglich – ab Mittag wird jeder Abbiegende zum Geisterfahrer.

Hilfe, wo bin ich? – orientierungslos in der Innenstadt

Lagen Navi und App bis zu diesem Zeitpunkt noch gleichauf, werden die Unterschiede in den mehrspurigen und vielbefahrenen Straßen der Innenstadt überdeutlich. Während mit dem TomTom Go Live 1015 dank Fahrspurassistent stets klar ist, welche Spur die richtige ist, lässt Skobbler den Fahrer regelmäßig im Unklaren. Kurz vor der nächsten Abbiegung führt das zu wüsten Spurwechsel-Manövern, die nicht ganz ungefährlich sind.

Als der Testfahrer zu allem Überfluss auch noch falsch abbiegt, ist es um die Orientierung der Skobbler-App vollends geschehen: Mangels Alternativroute fordert sie den Fahrer trotz Wendeverbot zur sofortigen Umkehr auf. Nur das TomTom behält die Ruhe.

Teurer ist besser

Die große Überraschung bleibt aus: Im direkten Duell kann die 1,79-Euro-App dem Profi von TomTom nicht das Wasser reichen. Eine wirkliche Alternative zum Navigationsgerät ist das Smartphone nur mit entsprechend professionellen Karten – und die haben ihren Preis. Wer regelmäßig mit dem Auto in fremde Gefilde aufbricht, kommt um aktuelle Navigationsgeräte kaum herum. Für Kurzstrecken oder als Zusatzinformation sind Spar-Apps wie die Skobbler GPS Navigation 2 sicher zu gebrauchen – für mehr aber auch nicht.

(tki)

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