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Spießer-Angriff auf den Smartwatch-Markt

12.11.2015 - 16:53

Keine Frage – Smartwatches liegen im Trend. Doch aktuell scheint sich eine neue Macht am Smartwatch-Firmament aufzutun: Etablierte Uhrenhersteller wie Tag Heuer, Swatch und Fossil strömen auf den Markt. Was steckt dahinter und mit welchen Produkten möchten sie einen Teil vom Kuchen ergattern?

Smartwatch-Hersteller haben sich bei Anfragen zu Kooperationen mit traditionellen Uhrenherstellern immer wieder Absagen eingehandelt. Die Ablehnung wurde dadurch begründet, dass man sich lieber vom Smartwatch-Markt abgrenzen wolle und dieser ohnehin skeptisch beäugt würde. Nun geben in den letzten Wochen immer mehr, für die Herstellung klassischer Uhren bekannte Firmen ihr Debüt auf dem Smartwatch-Handelsplatz. Gründe dafür dürften nicht nur der Erfolg der bisherigen Smartwatches sein, sondern auch der gesättigte Uhrenmarkt insgesamt. Die traditionellen Hersteller müssen sich nach weiterführenden Optionen umschauen – das Potential des Smartwatch-Markts ist enorm.

Luxus Pur von TAG HeuerTAG Heuer Connected

Der aktuellste Markteinsteiger ist das Unternehmen TAG Heuer, das auf eine über 150-jährige Firmengeschichte zurückblickt. Der stattliche Preis der TAG Heuer Connected erschließt sich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass sich die Schweizer im Besitz der Luxusgüterherstellers Moët Hennessy Louis Vuitton S.A. befinden. Allein bei so viel Dekadenz im Namen erscheinen die aufgerufenen 1.350 Euro sogar noch fast moderat. Der Kunde bekommt für sein Geld jedoch auch echte Traditions-Qualität geboten. Doch TAG Heuer sammelt nicht nur mit der hochwertigen Verarbeitung Punkte, sondern hat sich auch Google mit dem Betriebssystem Android Wear ins Boot geholt. Die Smartwatch wird von zwei Kernen angetrieben und verbraucht besonders wenig Strom. Das Display weist 1,5 Zoll auf und besitzt eine Auflösung von 360 x 360 Pixeln. Der Akku ist mit 410 Milliampere ausgestattet. Äußerlich wirkt die TAG Heuer Connected wie eine analoge Uhr – und in die kann sie tatsächlich wieder verwandelt werden. Der Uhrenhersteller hat sich diesbezüglich einen besonders sinnvollen Kniff ausgedacht: Sollte die Technik in der Smartwatch irgendwann veraltet sein, kann sie in eine mechanische Uhr umgebaut werden.

Fossil mit der günstigen Alternative

Fossil Q-LineAuch der bekannte Uhrenhersteller Fossil hat sich auf das Smartwatch-Parkett begeben und mit der Fossil-Q-Serie vier preislich durchaus erschwingliche Uhren vorgestellt. In den USA kosten sie zwischen 125 und 275 US-Dollar, die Uhren kommen zu Weihnachten auf den Markt. Jedoch kann sich nur die mit Android Wear betriebene Fossil Q Founder als echte Smartwatch bezeichnen. Die Fossil Q Grant hingegen kommt ohne Display und mit echten Zeigern, zeigt jedoch andererseits Smartwatch-seitig Benachrichtigungen an. Die Fossil Q Dreamer und Fossil Q Reveler sind eher als schmucke Fitnesstracker anzusehen. Was die wenigsten wissen – bereits im Jahr 2001 stellte Fossil zwei Smartwatches mit PDA-Funktionen vor.

Kleine technische Gadgets bei SwatchSwatch Touch Zero One

Auch der hippe Uhrenhersteller Swatch versucht sich mit dem Sprung auf den Smartwatch-Markt wieder ins Gespräch zu bringen. Mit der Touch Zero One wurde allerdings die Uhrzeitanzeige lediglich um einen Schritt- und Kalorienzähler erweitert. Eine Touch Zero Two soll im Jahre 2016 zur Zeit der Olympischen Spiele präsentiert werden und auch sonst soll es viel Spielraum für weitere Smartwatches geben. Das Leitprinzip dabei: Switch möchte eher mit abgespeckten Versionen punkten als mit hochtechnologischen Uhren, die ein ganzes Smartphone ersetzen können.

Fazit

Vermutlich wird sich ein Großteil der Uhrenhersteller am Smartwatch-Markt die Zähne ausbeißen. Die Uhren sehen zwar wirklich schön aus, aber der technische und preisliche Vorsprung der etablierten IT-Smartwatch-Profis wie Apple mit der Apple Watch, Samsung mit der Samsung Gear S und Motorola mit der erfolgreichen Moto-360-Serie dürfte nur schwer einzuholen sein.
 
(daf)

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