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Android Wear - Smartwatch-Revolution oder mehr vom Gleichen?

21.07.2014 - 20:00

Smartwatches sollten bereits im letzten Jahr zum großen Trend der mobilen Welt werden. Als jedoch die ersten wirklich ernstzunehmenden Varianten der intelligenten Uhren im Herbst 2013 veröffentlicht wurden, hielt sich die Begeisterung selbst bei Technik-Fans in Grenzen. Die rudimentären Betriebssysteme boten viel zu wenige sinnvolle Möglichkeiten, die Abhängigkeit vom Smartphone tat ihr Übriges. Höchste Zeit für Google, selbst einzugreifen.

Im März kündigte der Suchmaschinen-Riese das erste eigene Smartwatch-Betriebssystem Android Wear an – und weckte damit neue Hoffnungen auf eine wirklich intelligente Uhr. Seit Anfang Juli sind mit der Samsung Gear Live und der LG G Watch die ersten Modelle erhältlich. Doch ist Android Wear wirklich die Rettung für das Projekt Smartwatch, oder lediglich ein kläglicher Versuch?

Android Wear – endlich Apps?

Das größte Problem der ersten Smartwatch-Generation: Die kompatiblen Apps mussten Technik-Fans mit der Lupe suchen – ohne jemals wirklich viele zu finden. Jeder Hersteller nutzte sein eigenes proprietäres Betriebssystem, an das sich nur wenige Entwickler wirklich herantrauten. Durch die geringen Verkaufszahlen war das Risiko einfach zu groß, in ein System zu investieren, das ebenso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden könnte, wie es aufgetaucht war.

Mit Android Wear soll sich das ändern. Wie schon beim vollwertigen Android für Tablets und Smartphones bietet das Betriebssystem eine Basis für Entwickler, um ihre Apps auf verschiedenste Smartwatches zu bringen – ohne dass dafür zusätzliche Entwicklungszeit benötigt wird. Die neu angekündigten Modelle setzen allesamt auf Googles neues System. Die ersten Auswirkungen sind bereits jetzt zu beobachten: Schon nach ein paar Wochen hat Google Play mehr als eine Handvoll lohnender Apps auf Lager, vom Navi bis zur Wetter-App. Viele weitere Programme dürften in den nächsten Wochen folgen.

Wirklich smart – oder nur Smartphone-Anhängsel?

Die Abhängigkeit vom Smartphone bleibt auch für die neue Smartwatch-Generation erhalten. Die aktuellen Modelle verfügen weiterhin nicht über ein Mobilfunkmodul – der Nutzer kann mit dem Gerät also nicht unabhängig telefonieren, SMS versenden oder im Internet surfen. Aber dennoch ist ein deutlicher Fortschritt erkennbar: War etwa die erste Samsung Galaxy Gear nur mit wenigen ausgewählten Smartphones aus dem gleichen Hause kompatibel, arbeitet Android Wear mit allen aktuellen Telefonen zusammen, auf denen Android 4.3 oder höher installiert ist.

Dann übernimmt die Smartwatch viele Aufgaben, für die der Nutzer sonst das Smartphone aus der Tasche ziehen müsste. So zeigt das Display der Uhr eingehende SMS und Nachrichten der gängigen Messenger-Programme an, oder liefert die Wettervorhersage für den aktuellen Standort. Mit einem kurzen „Ok Google“ lässt sich die Sprachsuche öffnen, die erstaunlich zuverlässige und zielgenaue Ergebnisse liefert.

Motorola Moto 360 – der Hoffnungsträger

Am Design hat sich bei der LG G Watch und der Samsung Gear Live im Vergleich zur ersten Smartwatch-Generation nicht viel getan. Das rechteckige Display schreckt so manchen Interessenten ab, sieht es doch nicht nach einer wirklichen Armbanduhr aus. Die Hoffnungen ruhen jedoch auf einem Nachzügler für Android Wear: Die Motorola Moto 360 soll noch im Sommer erscheinen und geht optisch einen gänzlich anderen Weg als die Konkurrenz.

Wie es der Name schon vermuten lässt, ist das Gehäuse der Moto 360 rund. So sieht das Gerät wie eine klassische Armbanduhr aus und lässt sich mit entsprechenden Armbändern von Silikon über Leder bis hin zu Metall vielseitig personalisieren. Die erste Smartwatch also, die wirklich nach Uhr aussieht – aber dennoch die gleiche Vielseitigkeit bietet wie die Konkurrenzmodelle. Sollte sich dieser neue Kurs durchsetzen, könnten sich die neuen Smartwatches tatsächlich zu einem nützlichen Accessoire entwickeln, das nicht nach Technik-Spielzeug aussieht.

(tki)

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