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Smartphones in der dritten Dimension – Trend oder Missverständnis?

31.10.2012 - 16:42

Die Unterhaltungselektronik steht 2012 ganz im Zeichen von 3D. Konsolenspieler lassen sich vom Nintendo 3DS in die räumliche Spielwelt katapultieren, während Filmfans ihr Heimkino mit 3D-Technik ausstatten. Auf der Suche nach weiteren Einsatzmöglichkeiten nahmen die großen Hersteller bereits im vergangenen Jahr den Smartphone-Markt ins Visier.

Als große Innovation gefeiert, blieb der Erfolg jedoch bislang aus. Ist Smartphone-3D noch immer ein Trend, der sich eine schöpferische Pause gönnt? Oder ist die Idee lediglich ein großes Missverständnis?

LG und HTC – Vorreiter in die falsche Richtung?

Juni 2011: Stolz präsentiert LG seine neueste Errungenschaft. Das LG Optimus 3D ist das erste Smartphone mit 3D-Bildschirm. Da die Verwendung einer 3D-Brille unterwegs reichlich deplatziert wäre, funktioniert das LG-Smartphone brillenlos mit einem autostereoskopischen Display.

Einmal mehr zeigen sich die Entwickler aus Korea innovativ – wirklich ausgereift ist das Optimus 3D aber nicht. Zwar kann der räumliche Effekt überzeugen, ruft jedoch beim Betrachter schon nach kurzer Zeit Ermüdungserscheinungen hervor.

Lange bleibt LG auf dem neu erschlossenen 3D-Terrain nicht alleine: Der erste Versuch aus Taiwan trägt den verheißungsvollen Titel HTC Evo 3D. Die Jubelstürme bleiben dennoch aus, auch wenn das Evo 3D in der Fachpresse besser wegkommt als der Vorreiter von LG.

Sharp Aquos Phone – Wiederbelebungsversuch gescheitert

Im Entertainment-Bereich entwickelt sich der 3D-Trend zu dieser Zeit in eine gänzlich andere Richtung. Das Angebot an 3D-Fernsehern wächst stetig und lässt die Kinderstube zunehmend hinter sich. Dass sich irgendwann ein großer TV-Hersteller daran versuchen würde, sein Know-How aus dem Fernseher-Bereich in die Smartphone-Welt zu übertragen, war abzusehen.

Mit dem Aquos Phone möchte Sharp dem ins Stocken geratenen 3D-Trend neuen Schwung verleihen – und scheitert dabei kolossal. Trotz guter Kritiken und zukunftssicherer Hardware will kaum jemand das teure Telefon haben. Nach massivem Preisverfall ist das Sharp Aquos Phone mittlerweile fast gänzlich von der Bildfläche verschwunden.

Status quo – Einzelkämpfer gegen die Frage der Sinnhaftigkeit

Gut ein Jahr später will kaum ein Hersteller mehr etwas von Smartphone-3D wissen. Lediglich LG zeigt sich unbeirrbar und bietet aktuell das einzige konkurrenzfähige Smartphone mit 3D-Display in Deutschland. Die entscheidende Frage jedoch bleibt: Wer braucht eigentlich 3D im Smartphone?

Für die meisten Nutzer ist die Funktion ein nettes Gimmick mit kurzfristigem Wow-Effekt, mehr aber auch nicht. Keines der neuen Spitzenmodelle setzt auf 3D, und das aus gutem Grund. Die dritte Dimension macht ein Smartphone zum teuren Nischenprodukt mit geringen Erfolgsaussichten. Für viele lässt das Missverständnis 3D nur einen Schluss zu: Die aktuelle Smartphone-Generation ist gut, so wie sie ist.

(tki)

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