0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

3D-Fernseher - Duell der Technologien

12.11.2012 - 18:13

Wer sich aktuell für einen neuen 3D-Fernseher entscheidet, kommt um eine 3D-Brille nicht herum. Geräte ohne Brille dürften noch das eine oder andere Jahr benötigen, um wirklich ausgereifte Ergebnisse liefern zu können. Auch der Preis für 3D ohne Brille bewegt sich derzeit (noch) in ungesunden Dimensionen, die in keinem Verhältnis zur Darstellungsqualität stehen. Trotzdem gilt es, beim Kauf eines 3D-Fernsehers eine wichtige Entscheidung zu treffen.

In der Heimkino-Welt tobt ein Kampf der beiden 3D-Technologien um die Vorherrschaft. Während sich etwa die Blu-ray-Disc relativ schnell und problemlos gegen das Konkurrenzprodukt HD-DVD durchsetzen konnte, ist der 3D-Markt weiterhin in zwei Lager gespalten. Die entscheidende Frage lautet: Shutter oder Polarisation? Beide haben jeweils ihre eigenen Stärken und Schwächen, die „einzig wahre“ Technologie gibt es nicht.

Grundprinzip – so entsteht die dritte Dimension

Die grundlegende Funktionsweise hinter den beiden Technologien ist stets die gleiche: Das Gerät nutzt die Gegebenheiten der menschlichen Wahrnehmung aus, um die Illusion eines dreidimensionalen Eindrucks zu erzeugen. Räumliches Sehen ist nur deshalb möglich, weil die Augen einige Zentimeter auseinander liegen und dadurch zwei leicht versetzte Einzelbilder aufnehmen. Diese werden im Gehirn zu einem Gesamteindruck zusammengefügt – die räumliche Wirkung entsteht.

3D-Fernseher machen sich diese Gegebenheiten zunutze und sorgen dafür, dass jedes Auge ein separates, für es bestimmtes Bild zu sehen bekommt, das Gehirn erledigt den Rest. Der Unterschied zwischen Shutter- und Polarisationstechnik besteht in der Art und Weise, wie dieses Ziel erreicht wird.

Shuttertechnik – aktiv und hochauflösend

3D-Fernseher mit Shutterbrillen teilen dem jeweiligen Auge ein Bild durch aktives Abdunkeln zu. Die Brillen sind akkubetrieben und werden vorab mit dem Fernseher synchronisiert. Wenn der Fernseher etwa das Bild für das rechte Auge aussendet, wird in dieser Zeit das linke abgedunkelt. Anschließend erhält das linke Auge das zugehörige Bild, während das rechte Brillenglas geschlossen wird.

Dadurch reduziert sich die wahrgenommene Anzahl Bilder pro Sekunde um die Hälfte, was das Bild dunkler erscheinen lässt. Die volle Auflösung und damit die Detailtreue bleiben dagegen erhalten. Durch die aktive Funktionsweise und die nötige Energieversorgung sind Shutterbrillen vergleichsweise schwer und klobig. Der Preis je Brille liegt zwischen 50 und 100 Euro, weshalb die meisten Hersteller nur wenige oder in vielen Fällen gar keine Shutterbrillen in den Lieferumfang des 3D-Fernsehers packen.

Polarisationstechnik – passiv und hell

Modelle mit Polarisationsbrillen bedienen sich der gleichen Technik wie die 3D-Projektoren im Kino. Der Fernseher sendet die Bilder dabei nicht nacheinander, sondern gleichzeitig aus. Für jedes Auge ist jede zweite Zeile des Gesamtbildes im Wechsel bestimmt. Die Brillen sind so beschaffen, dass sie nur das Licht bestimmter Wellenlängen passieren lassen und steuern dadurch den Eindruck für jedes Auge aus.

Durch die zeilenweise Unterscheidung verliert das 3D-Bild die Hälfte seiner vertikalen Auflösung und ist damit weniger detailreich als ein Shutter-Bild. Im Gegenzug bleibt jedoch die volle Helligkeit erhalten, was das Bild oft leuchtender und plastischer erscheinen lässt.

Der große Vorteil der Polarisationstechnik liegt in der Beschaffenheit der Brillen: Sie sind angenehm leicht zu tragen, da die aktive Komponente fehlt. Zudem kostet eine Polarisationsbrille keine fünf Euro – oder ist im besten Fall noch vom letzten Kinobesuch übrig. Besonders für Großfamilien sind Fernseher mit Polarisationstechnik die preisgünstigere Variante, um in den Genuss von 3D zu kommen.

Im Gerätepreis unterscheiden sich beide Technologien dagegen nur wenig. Allerdings können die benötigten Brillen für die Shutter-Technik je nach Anzahl der Betrachter erhebliche Mehrkosten verursachen. Preiswerte 3D-Fernseher mit Polfilter-Brillen können dadurch in der Gesamtrechnung wieder deutlich günstiger sein.

(tki)

Weitere Artikel: