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Das 3D-Missverständnis - die schleppende Revolution im Heimkino

28.02.2013 - 21:00

Heimkino-Trend 3D: Viel ist nicht mehr übriggeblieben von den euphorischen Ankündigungen einer kleinen Wohnzimmer-Revolution. Zwar sind 3D-Fernseher gerade in Deutschland mittlerweile weit verbreitet – allerdings nicht unbedingt deshalb, weil sich die Nutzer bewusst für die dritte Dimension entscheiden.

Vielmehr gehört 3D heute bei vielen Herstellern zur Serienausstattung in Fernsehern der Mittel- und Oberklasse – wer also einen neuen Flachbildfernseher kauft, erhält die 3D-Funktionalität quasi als „Anhängsel“ dazu. CHECK24 nennt die drei größten Baustellen, die eine schnellere Verbreitung verhindern.

Stolperstein 3D-Brille – Ausstattungslücken und Komfortmängel

Wirklich überzeugende 3D-Effekte sind derzeit nur mit entsprechenden Spezialbrillen möglich. Ein Großteil der aktuellen 3D-Fernseher-Generation verwendet sogenannte Shutter-Brillen, die aktiv mit dem Fernseher kommunizieren und an jedes Auge nur die jeweils passenden Bilder übermitteln.

Der Nachteil: Shutter-Brillen sind recht klobig und schwer, worunter der Tragekomfort leidet. Besonders für Brillenträger sind die Shutter-Modelle ein Graus. Zudem ist es bei vielen Herstellern gängige Praxis, dem 3D-Fernseher keine einzige Brille im Lieferumfang beizulegen. Wer in den Genuss von 3D kommen möchte, muss drauflegen – je nach Modell zwischen 50 und 150 Euro pro Stück.

Etwas mehr Komfort bieten Fernseher mit Polfiltertechnik: Die zugehörigen Brillen sind federleicht und kosten keine fünf Euro. Da sie jedoch passiv arbeiten und nur jede zweite Bildzeile an das jeweilige Auge durchlassen, verursachen sie einen Raster-Eindruck, der die Auflösung bei näherem Betrachten halbiert. Dadurch sind Polfilterbrillen zwar die angenehmere Variante – aber dennoch weit davon entfernt, perfekt zu sein.

3D ohne Brille – nicht mehr als Wunschdenken?

Immer wieder enden Diskussionen über 3D im Heimkino mit dem Gedanken, doch besser auf einen bezahlbaren Fernseher ohne Brille zu warten. Das klingt zunächst sinnvoll, schließlich ist die Brillenlösung nur bedingt komfortabel. Doch die erhältlichen Fernseher mit brillenlosem 3D lassen sich derzeit an einer Hand abzählen – aus gutem Grund.

Alle bisher verwendeten Technologien haben eine ganze Reihe von Nachteilen, die den räumlichen Kinogenuss massiv einschränken. Sitzt der Betrachter nicht absolut zentral, nehmen Geisterbilder und Doppelkonturen überhand – was bei mehreren Zuschauern bereits zum unlösbaren Problem wird. Zu allem Überfluss muss der Nutzer seinen Kopf stets absolut gerade halten. Schon eine minimale Schräglage ruiniert den Bildeindruck, der 3D-Effekt ist dahin.

Wie soll 3D ohne Brille dann überhaupt funktionieren? Die harte Realität: Das weiß bisher keiner. Verschiedenste Techniken haben die großen Hersteller ausprobiert, doch keine brachte den gewünschten Erfolg. Jedes Verfahren hat mit anderen Einschränkungen zu kämpfen – eine Patentlösung ist in absehbarer Zeit nicht in Sicht.

Materialmangel – auf der Suche nach 3D-Bildern

Was die 3D-Revolution jedoch am meisten aufhält, ist der Mangel an 3D-Material. Zwar finden immer mehr Hollywood-Blockbuster ihren Weg auf 3D-Blu-ray-Discs und ins Heimkino – doch damit ist die Palette an dreidimensionalen Bildern quasi ausgeschöpft. Frei empfangbare Fernsehsender strahlen bisher so gut wie keine 3D-Sendungen aus, Pay-TV-Anbieter wie Sky nur sehr begrenzt. Bei den Olympischen Spielen in London etwa wurden rund 300 Stunden Bildmaterial mit 3D-Technik produziert – in Deutschland wurde keine einzige Minute davon gesendet.

Die dritte Dimension wird sich im Wohnzimmer wohl erst dann endgültig durchsetzen, wenn das Angebot an 3D-Material so umfassend und abwechslungsreich geworden ist, dass auch der durchschnittliche Fernsehzuschauer nicht daran vorbeikommt. Bis dahin bleiben aktuelle 3D-Fernseher ein Highlight für Technik-Fans, die bereits jetzt für die Zukunft gerüstet sein wollen.

(tki)

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