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Novelle des Tierschutzgesetzes: Schenkelbrand bei Pferden weiterhin erlaubt

21.12.2012 - 12:14

Im Jahr 2002 wurde der Tierschutz in Deutschland zum Staatsziel erhoben - hierfür wurde sogar ein neuer Artikel ins Grundgesetz (GG) aufgenommen. In Artikel 20a GG heißt es unter anderem, dass der Staat „Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung“ schützt. Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, haben die Regierungsparteien - trotz heftiger Kritik von Tierschützern und Opposition - im Bundestag eine Novelle des Tierschutzgesetzes (TierSchG) durchgesetzt. Gegner und Befürworter begleiteten die Gesetzesinitiative mit einem argumentativen Schlagabtausch.

Bereits im Vorfeld hatte die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner (CSU), ihren Gesetzentwurf mehrmals entschärft. Eines der umstrittensten Themen war und ist der Schenkelbrand bei Pferden. In ihrer ursprünglichen Form sah die Gesetzesnovelle ein Verbot von Brandzeichen bei Pferden vor. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob der Schenkelbrand nur für einen bestimmten Zeitraum erlaubt bleiben sollte. Im am 13.12.2012 verabschiedeten Gesetzesentwurf fehlt das Verbot nun vollständig. Brandzeichen bei Pferden sind somit weiterhin gestattet.

Schmerzhaftes Branding bei Pferden

Während die Befürworter im Schenkelbrand eine bewährte Kennzeichnungsmethode sehen, die auch ein Kulturgut darstellt, lehnen die Gegner die Brandkennzeichnung bei Pferden als Tierquälerei und veraltet ab. Tierschützer verweisen darauf, dass es innerhalb der EU eine Chip-Pflicht für Pferde gibt und Brandzeichen daher überflüssig sind. Beim Chippen wird dem Pferd ein Chip (Transponder) in den Halsmuskel injiziert. Der elektronische Chip enthält einen 15-stelligen Code, der ausgelesen werden kann und somit eine eindeutige Identifikation des Tieres erlaubt.

 

Dieses Verfahren ist laut dem Deutschen Tierschutzbund nicht nur sicherer, sondern auch weniger schmerzhaft als das Einbrennen in die Haut des Tieres. Die Tierschützer gestehen zu, dass der  Kurzzeitschmerz beim Brennen und der Implantation eines Transponders für ein Fohlen in etwa dieselbe Intensität besitzen. Jedoch seien die Schmerzen des Schenkelbrandes an den nachfolgenden Tagen größer. Dies sei durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Da Brandzeichen obsolet und sehr schmerzintensiv sind, ist es unverständlich, warum das Schenkelbrand-Verbot aus dem Gesetz gestrichen wurde.

Warum sollte ein Pferd länger als nötig unter Schmerzen leiden? Zumal dadurch das Tier für die zu betreuenden Personen eine erhöhte Gefahr darstellen kann. Pferde sind Fluchttiere, die bei Gefahren oder Schmerzen plötzlich ausbrechen oder ausschlagen und somit Sach- und Personenschäden verursachen können. Um den Tieren unnötiges Leid zu ersparen, sollten Pferdehalter auf das Branding verzichten. Um sich gegen Haftungsansprüche Dritter abzusichern, können sie eine Pferdehaftpflichtversicherung abschließen.

Wie sich Reitbeteiligungen, Pferdhalter und -pfleger absichern können

Die Pferdehaltung ist eine schöne, aber auch kostenintensive  Beschäftigung? Pferdliebhaber, die sich kein eigenes Pferd leisten können, haben die Möglichkeit eine Reitbeteiligung einzugehen oder ein Pflegepferd zu betreuen. Damit entfallen viele Kosten, wie zum Beispiel Stallmiete, Futter und die Kosten für den Tierarzt. Eines jedoch sollten alle Pferdefreunde im Auge behalten – den Versicherungsschutz.

 

Jeder, der zeitweise ein Pferd reitet oder ein Pferd pflegt, ist während dieser Zeit für das Tier voll verantwortlich. Das heißt, er haftet für Schäden, die das Pferd verursacht. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Reitbeteiligungen, Pferdepfleger und -eigentümer eine eigene Pferdehaftpflichtversicherung abschließen. Mit dem CHECK24 Pferdehaftpflicht Vergleich findet jeder die passende Versicherung. Der Versicherungsvergleich ist absolut kostenlos und unverbindlich!

(mt)

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