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Reitschulbesitzer haften nicht zwingend für Unfälle von Schülern

29.05.2013 - 17:03

Stürzen Reitschüler während einer Reitstunde vom Pferd, haftet der Besitzer der Reitschule trotz der allgemeinen Tierhalterhaftung nicht, sofern er seine Sorgfaltspflichten nicht verletzt hat. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hervor.

Im konkreten Fall nahm eine 5-jährige Reitschülerin an einer Gruppenreitstunde für Kinder teil, die von einer als Reitlehrerin eingesetzten Aushilfe geleitet wurde. Die Kinder ritten abwechselnd auf einem Pony. Gegen Ende der Reitstunde verlor das Mädchen bei einer Übung das Gleichgewicht und rutschte vom Sattel. Dabei verletzte sich die Schülerin am Arm und musste operiert werden.

Deren Eltern verklagten die Inhaberin der Reitschule auf Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro. Ihre Argumentation: Die Beklagte habe ihre Sorgfaltspflichten verletzt, indem sie eine Aushilfe für den Reitunterricht eingesetzt hatte ─ die wiederum den Unfall verschuldet habe.

Das Oberlandesgericht Hamm hat das Schadensersatzbegehren, ebenso wie die erste gerichtliche Instanz, abgewiesen. Die Tierhalterhaftung gemäß § 833 BGB gelte in diesem Fall nicht, da der Unfall nicht auf ein unberechenbares Verhalten des Ponys zurückzuführen sei.

Auch Aushilfen dürfen bei entsprechender Eignung Reitunterricht geben

Nach Ansicht der Richter war auch die Auswahl der Aushilfe nicht zu beanstanden, da diese ihrem Alter und ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechend in der Lage sei, Reitstunden sachgerecht durchzuführen. Zudem sei es generell nicht die Pflicht von Reitschulbesitzern, vor dem Reitunterricht den aktuellen Gesundheitszustand der Kinder zu überprüfen.

Ferner sei die Reitschülerin während der Reitstunde gut im Sattel gesessen und problemlos sowohl im Trab als auch im Galopp geritten. Daher sei nicht abzusehen gewesen, dass sie die Gleichgewichtsübung am Ende der Stunde nicht bewältigen würde ─ zumal alle anderen Kinder diese ohne Schwierigkeiten durchgeführt hatten.

Auch die Gruppengröße und Länge des Reitunterrichts hätten sich nicht auf das Unfallgeschehen ausgewirkt, heißt es in der Urteilsbegründung weiter. Zudem sei die Reitübung, während der sich der Unfall ereignet hatte, als übliche Gleichgewichtsübung nicht sachwidrig gewesen.

Da Pferdebesitzer aber grundsätzlich für alle Schäden, die das Pferd verursacht, gesetzlich zur Haftung verpflichtet sind, ist der Abschluss einer Pferdehalterhaftpflicht ratsam. Andernfalls können Schäden, die die Fluchttiere an Menschen oder Gegenständen verursachen, sehr teuer werden.

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(kro)

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