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Stromsparen ist keine Kunst: Energieeffizienz im Theater

30.10.2014 - 19:00

Wer nach einem schönen Konzert oder Theaterbesuch nach Hause kommt, fragt sich vielleicht wie das zweite Lied hieß, das der Sänger gesungen hat oder ob der Schauspieler seinen Sprachfehler nur gespielt hat. Aber die wenigsten werden über die Energieeffizienz der besuchten Veranstaltung nachgrübeln. Doch auch für Konzerthäuser, Theater und andere Kulturstätten wird Stromsparen und ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen immer wichtiger. Aus diesem Grund hat Walter Spruck vor zwei Jahren das „Institut für Nachhaltigkeit in Kultur und Tourismus“ ins Leben gerufen.

Der gebürtige Frankfurter hilft Veranstaltern und Theatermachern dabei, ihre Arbeit stromsparender zu gestalten. Dabei liegen ihm besonders die hessischen Kulturorte am Herzen. Da auf der Bühne die Beleuchtung eine große Rolle spielt, setzt Spruck genau hier an: Denn die großen Scheinwerfer sind wahre Stromfresser. Mit dem Einsatz von LED-Lampen lässt sich viel Energie sparen. Das schont auf lange Sicht nicht nur das Klima, sondern auch die Kassen der Kulturschaffenden.

Die Bühne der Zukunft

Um zu erörtern, welche Energiesparmaßnahmen in der Theaterwelt möglich sind und wie das Ganze finanziert werden kann, fand der zweitägige Kongress „Energieeffizienz in hessischen Theatern“ im Frankfurter Gallus Theater statt. Hier luden Anfang der Woche Walter Struck und Theaterchef Winfried Becker zum Gespräch mit Fachleuten aus Kultur, Politik und Technik.

 

Zu Anschauungszwecken wurden 60 LED-Scheinwerfer im Bühnenraum installiert. Wie die Frankfurter Rundschau berichtete, waren die Tänzer der Mainzer Delattre Dance Company die ersten, die sich im Schein der neuen Lampen bewegen durften. Bei der Tanzvorführung zeigte sich schnell, dass das neue Bühnenlicht den alten Scheinwerfern den Rang abläuft. Da die einzelnen Lichtnuancen feiner abgestimmt werden können, birgt die neue Generation der LED-Technik große künstlerische Spielräume, wie der eingeladene Lichtdesigner Jürgen Nase bestätigt.

Dennoch hat die LED-Beleuchtung einen Haken: Sie ist teuer. So würde ein Scheinwerfer um die 2.500 Euro kosten. Für Intendant Becker ist hier die Politik gefragt, sie müsse die nachhaltige Umrüstung der Theater unterstützen. Eine konkrete Zusage für Fördergelder gibt es bisher nicht, aber die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) versprach zumindest eine kostenlose Energieberatung. Der Kongress könnte ein Auftakt sein, um das Bewusstsein für nachhaltige und energieeffiziente Bühnentechnik auch über die Grenzen Hessens zu schärfen.

Immer das Theater mit der Stromrechnung

Zwar haben die meisten Verbraucher keine Bühnenbeleuchtung zu Hause, aber auch der eigene Haushalt sollte ins rechte Licht gesetzt werden. Wer immer noch alte Glühbirnen nutzt, sollte sie gegen Energiesparlampen eintauschen. Sie verbrauchen nicht nur weniger Strom, sondern brennen auch länger. Energiesparen ist nicht die einzige Möglichkeit, Klima und Geldbeutel zu schonen. Umweltbewusste Verbraucher können zu einem Ökostromanbieter wechseln. Ein Ökostromvergleich lohnt sich auf jeden Fall: Denn häufig sind Ökostromtarife sogar günstiger, als die Tarife der Grundversorgung.

 

(sst)

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