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Nachhaltiger Ökostrom: Auch nach Fukushima nur geringe Nachfrage

12.03.2012 - 10:13

Einen Boom vermeldeten zahlreiche Ökostrom-Anbieter nach dem Reaktorunfall von Fukushima. Umweltfreundlich erzeugter Strom war so gefragt wie nie. Auch ein Jahr danach ist der grüne Strom begehrter als vor der Katastrophe. Allerdings: Nachhaltige Tarife, die den Umstieg auf erneuerbare Energien anschieben, werden weiterhin selten abgeschlossen. Das zeigt eine Auswertung aller Stromwechsel auf CHECK24.

Auf bis zu 74 Prozent aller Stromwechsel stieg die Zahl der Ökostrom-Abschlüsse auf CHECK24 in den Monaten nach Erdbeben und Tsunami. Seitdem liegt sie konstant über 50 Prozent - einzige Ausnahme: der November 2011. Im Februar 2012 wählten 64 Prozent der Stromwechsler einen Grünstrom-Tarif. Vor dem Atomunfall waren es nur 37 Prozent. Der Nutzen für die Umwelt ist allerdings deutlich geringer, als es auf den ersten Blick scheint: Nur wenige der Ökostrom-Neukunden entschieden sich für einen sogenannten nachhaltigen Tarif.

Günstig sticht nachhaltig

Vor Fukushima wählte nicht einmal ein Prozent der Kunden, die auf CHECK24 in einen Grünstrom-Tarif wechselten, ein nachhaltiges Angebot. Direkt nach der Reaktorkatastrophe stieg dieser Wert auf 4,3 Prozent. Er sank aber bereits im Juni wieder unter die Zwei-Prozent-Schwelle, die seitdem nicht wieder überschritten wurde. Der höhere Anteil der Ökostrom-Abschlüsse ist also vor allem ein Boom des Discount-Ökostrom, der teilweise billiger angeboten wird als günstiger konventioneller Strom.

Anbieter nachhaltiger Öko-Tarife verpflichten sich, einen Teil des Strompreises in neue Produktionsanlagen für Ökostrom zu investieren. Durch die neuen Windräder, Wasserkraftwerke und Solarzellen werden alte, schmutzige Kohlekraftwerke oder Atommeiler überflüssig. Bei den übrigen Öko-Tarifen darf der Strom dagegen auch komplett aus bestehenden Alt-Kraftwerken kommen - damit ändert sich nichts am vorhandenen Kraftwerkspark. Weil Ökostrom kein geschützter Begriff ist, dürfen aber auch solche Tarife als grüner Strom vertrieben werden.

Gütesiegel für Ökostrom als Orientierungshilfe

Verbraucherverbände fordern schon länger eine einheitliche Kennzeichnung durch ein staatliches Gütesiegel. Doch das wird es in absehbarer Zeit nicht geben: Die Bundesregierung will zunächst eine Studie ausschreiben, um Handlungsoptionen für die öffentliche Hand zu bewerten, wie es in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion heißt. Gute Orientierungshilfen bieten Verbrauchern aber Gütesiegel von Verbänden und Initiativen, zum Beispiel das ok-power- oder das Grüner-Strom-Label. Auch der TÜV zertifiziert Ökostrom, nicht jedes TÜV-Siegel kennzeichnet aber einen nachhaltigen Tarif - hier müssen Interessenten die Kriterien des Zertifikats einsehen, um den Umweltnutzen beurteilen zu können.

Nachhaltige Tarife mit dem Ökostromrechner vergleichen

CHECK24 bietet Nutzern eine einfache Möglichkeit, gezielt nach nachhaltigen Ökotarifen zu suchen: Dazu muss lediglich im Ökostromrechner die Auswahl von "Basis" auf "nachhaltig" geändert werden - sofort werden nur noch Tarife angezeigt, die durch ein entsprechendes Gütesiegel als hochwertig gekennzeichnet sind oder deren Anbieter nachweisen können, dass sie den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern. Teuer muss die Entscheidung für einen dieser dunkelgrünen Tarife nicht sein: Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden können durchschnittlich 143 Euro jährlich sparen, wenn sie aus der Grundversorgung in einen nachhaltigen Ökotarif wechseln. Das zeigt eine Auswertung für die 50 größten deutschen Städte. Vielerorts liegt die Ersparnis sogar noch deutlich höher -in Mainz kann der Musterhaushalt sogar rund 300 Euro sparen.

(mb)

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