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Trotz Gedenken an Fukushima: Deutsche Energiewende in der Kritik

11.03.2014 - 18:00

Vor drei Jahren erschütterte die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima die ganze Welt. Auch in Deutschland war der Aufschrei groß - der sofortige Atomausstieg wurde gefordert. Dieser ist inzwischen längst beschlossen. Doch langsam wird deutlich: Wenn die Stromversorgung in der Energiewende genauso zuverlässig bleiben soll, wie mit der Kernenergie, müssen sich alle dessen bewusst sein, dass Veränderungen notwendig sind.  Doch in Deutschland wird die Energiewende kritisiert und für den Kostenanstieg beim Strom verantwortlich gemacht. Dabei hat sie einige Erfolge vorzuweisen, denn aus regenerativen Quellen erzeugte Energie ist hierzulande weiter auf dem Vormarsch.

Ökostrom verdrängt sukzessive die Kernenergie – inzwischen beträgt der Anteil in Deutschland bereits fast ein Viertel der verbrauchten Strommenge. Tendenz: steigend, denn Ökostrom ist inzwischen auch für kleinere Geldbeutel bezahlbar, wie ein Vergleich der Strompreise zeigt.

Renaissance der Atomkraft in Japan

Das sollte eigentlich ein Anlass zur Freude sein. Doch trotz der noch immer sichtbaren Auswirkungen des Atom-GAUs im japanischen Fukushima vor drei Jahren, scheint das Unglück inzwischen fast vergessen. Japan selbst scheint den Unfall lieber schnell vergessen zu wollen – immerhin plant die japanische Regierung, seine nach dem GAU heruntergefahrenen Reaktoren im Land wieder zu aktivieren. Aber auch hierzulande beherrschen inzwischen andere Schlagzeilen die Nachrichten.

Energiewende in Deutschland

War der Aufschrei nach jenem Unfall am 11. März 2011 und die damit verbundenen Forderungen nach einem sofortigen Atomausstieg noch so laut – dieser Tage wird lieber gegen geplante Stromtrassen demonstriert, die Ökostrom transportieren sollen. Außerdem klagen die großen Energiekonzerne, dass ihre Gewinne aufgrund der Energiewende immer weiter schwinden und sich der Vertrieb von Strom in Deutschland kaum noch rentieren würde. Sie klagen gegen die Stilllegungen ihrer Atommeiler und hoffen auf Schadensersatzzahlungen.

Um die Leistung der bislang stillgelegten Atommeiler zu kompensieren, wurden auch Kohlekraftwerke hierzulande wieder verstärkt zur Stromerzeugung eingesetzt. Das wiederum hat dazu beigetragen, dass inzwischen die deutschen CO2-Emissionen wieder ansteigen. Das EU-weite Ziel der Reduktion der klimaschädlichen Treibhausgase rückt damit wieder in weitere Ferne.

Ökostrom schont das Klima

Fest steht bislang jedoch: Deutschland will am Atomausstieg festhalten. Der Anteil an Ökostrom im deutschen Strommix muss deshalb weiter ausgebaut werden. Dafür ist auch der Ausbau der Stromnetze notwendig, denn Strom kommt von immer mehr verschiedenen Quellen ins deutsche Stromnetz und muss dahin transportiert werden, wo er gebraucht wird. Es wird daher unweigerlich mehr Strommasten, Windräder, Solarmodule oder Gaskraftwerke in der deutschen Landschaft geben. Dafür werden Atom-GAUs wie in Tschernobyl oder Fukushima hierzulande immer unwahrscheinlicher.

(rfi)

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