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Zwei Jahre nach Fukushima: Deutsche Atommeiler nicht sicher

11.03.2013 - 21:00

Zwei Jahre nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Studie zur Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke. Medienberichten zufolge werden erhebliche Mängel in deutschen Atomkraftwerken aufgedeckt. Das erschreckende Fazit: Kein deutsches Atomkraftwerk ist hinreichend gegen einen möglichen Ausfall der Stromversorgung gesichert. Der Umweltverband fordert den sofortigen Ausstieg aus der Atom-Energie.

Studien-Autorin Oda Becker stellt fest, dass vor allem die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen vor einem Störfall wie in Japan vor zwei Jahren nicht sicher wäre – auch hier könnte es im Störfall zu Wasserstoffexplosionen und Freisetzung von radioaktiv belastetem Material kommen. Auch sei der Schutz vor Erdbeben, Hochwasser oder Bränden nicht ausreichend, einige Reaktoren beklagen Ausfälle der Sicherheitssysteme.

Japan will neue Atomkraftwerke trotz der Katastrophe

Auch in Japan hatte vor dem Vorfall in Fukushima niemand mit einem solchen Atom-GAU gerechnet. Die Atomkraft deckte bis dahin immerhin 30 Prozent des gesamten Strombedarfs des Landes ab, wie die Süddeutsche Zeitung am zweiten Jahrestag der Katastrophe berichtet. Nach dem Störfall wurden alle Reaktoren im Lande kurzzeitig abgeschaltet und gewartet. Doch der Ersatz für die Leistung der Meiler kostete viel Geld – Japan musste in dem Jahr zum ersten Mal seit 30 Jahren ein Defizit in der Handelsbilanz in Kauf nehmen.

 

Wenig verwunderlich also, dass der 2012 neu gewählte Regierungschef Shinzo Abe kurzerhand Abstand vom geplanten Atomausstieg seines Vorgängers Yoshihiko Noda nahm. Neue Atomkraftwerke werden nicht ausgeschlossen. Bleibt zu hoffen, dass tausende japanische Demonstranten ihren Regierungschef noch umstimmen können.

Deutschland hält am Atomausstieg fest

Hierzulande hat die Regierung als Reaktion auf den Störfall in Japan vor zwei Jahren das 13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes auf den Weg gebracht und damit die Beschleunigung der Energiewende beschlossen. Darin wurde unter anderem die Laufzeitverlängerung für sieben ältere Atomkraftwerke zurückgenommen und stattdessen der Atomausstieg beschlossen. Acht deutsche Atommeiler gingen anschließend sofort vom Netz, bis 2022 sollen die restlichen Atomkraftwerke folgen.

Ökostrom hat Vorrang

Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird unter anderem der Einspeisevorrang für Ökostrom gesichert. Der Anteil der erneuerbaren Energien im deutschen Stromnetz nimmt dank des stetigen Ausbaus der Ökostrom-Erzeugung seit Jahren immer weiter zu. Verbraucher, die diese Entwicklung aktiv unterstützen möchten, sollten die Tarifangebote der zahlreichen Ökostrom-Anbieter vergleichen und auf grünen Strom umsteigen – der ist nicht einmal teurer als konventionell erzeugter Strom. Und die Versorgung bleibt genauso gesichert wie zuvor.

 

(rfi)

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