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Greenwashing: Alles Öko, oder was?!

08.10.2012 - 10:41

Frank Mastiaux, der neue Chef des baden-württembergischen Energiekonzerns EnBW, möchte dem Unternehmen ein besseres Öko-Image verpassen. Er macht gleich bei seinem Antritt Anfang vergangener Woche klar, dass in Sachen Erneuerbare Energien neue Wege beschritten werden sollen. Doch sind die Ankündigungen ernst gemeint, oder wird hier „greenwashing“ betrieben? Denn klar ist: Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind „In“ und lassen sich gut nach außen verkaufen.

Es scheint für Energieversorger schon gar nicht mehr auszureichen, Strom aus Erneuerbaren Energiequellen anzubieten, wenn sie zeigen wollen, dass sie es auch als großer Konzern mit der Rettung der Umwelt wirklich ernst meinen. Denn Verbraucher müssen heutzutage nicht mehr lange suchen, um Ökostrom zu beziehen: Viele Energieversorger haben ihn bereits im Portfolio. Oftmals sind die Öko-Tarife sogar günstiger, als der Strom eines örtlichen Grundversorgers – ein Stromvergleich lohnt sich also für alle, die die Energiewende unterstützen und gleichzeitig die Stromrechnung senken möchten.

Chefwechsel als PR-Strategie?

Um sich aus der Masse der Unternehmen hervorzuheben, müssen Energieversorger also offenbar tiefer in die Trickkiste greifen.  EnBW hat sich mit Mastiaux nun einen Experten ins Boot geholt – denn bei seinem vorherigen Arbeitgeber E.On hat er bereits die Unternehmenssparte „Erneuerbare Energien“ aufgebaut. Der vorherige Chef, Hans-Peter Villis, war hingegen ein Freund der Atomenergie, so heißt es in Medienberichten. Die EnBW gehört jedoch zum größten Teil dem Land Baden-Württemberg, das bekanntermaßen inzwischen von einer grün-roten Landesregierung geführt wird.

Neuer EnBW-Weg

Doch was hat es mit der vermeintlich neuen Strategie eines der größten Energiekonzerne Deutschlands auf sich? Möchte EnBW wirklich einen Beitrag zur Energiewende leisten? Oder wird hier nur Greenwashing betrieben, um sich in Zeiten des Klimawandels positiver positionieren zu können? Klar ist, dass Mastiaux erst einmal einen neuen Weg vorgegeben hat und der ist grün. Doch sie sind nicht die Einzigen, die in punkto Nachhaltigkeit aufholen wollen.

Klimafreund Oktoberfest

Sogar eine Großveranstaltung wie das Münchener Oktoberfest, bei der viel Energie verbraucht wird, gibt sich bereits als Klimafreund aus. Zahlreiche Initiativen, wie etwa die „Wiesn Klimafreunde“ setzen sich für einen CO2-Ausgleich für die getrunkenen Bier-Massen sowie für die verspeisten Hendl oder Riesen-Brezn ein. Der Energielieferant des Volksfestes, die Stadtwerke München, warb im Vorfeld der diesjährigen Veranstaltung bereits damit, dass alle Zelte und Fahrgeschäfte aus Erneuerbaren Energien gespeist werden.

(rfi)

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