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Unfälle mit dem Quad: Unfallforschung fordert Sicherheitsmaßnahmen

28.10.2013 - 16:56

Sie sind beliebt bei Militär, Landwirten, Förstern - und als Spaßvehikel fürs Wochenende auch beim Otto-Normal-Fahrer: Quads. Doch die geländegängigen und wendigen Fahrzeuge haben es faustdick unter den Rädern. Viele Fahrer sind mit ihren Quads überfordert. Das Resultat sind schlimme Unfälle, wie die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einer aktuellen Studie zusammenfasst.

Quads sind fürs raue Gelände konstruiert worden. Auf Komfort und die Sicherheit der Passagiere wird wenig Wert gelegt. Airbag, ESP, Überrollbügel - Fehlanzeige. Daher ist das Risiko für Fahrer und Beifahrer, sich bei einem Unfall schwer zu verletzen oder sogar ums Leben zu kommen, laut der UDV-Studie rund zehnmal höher als bei einer Autofahrt.

Geschätzt gibt es in Deutschland rund 150.000 Quads

Quadfahrer sind einer aktuellen Studie zufolge besonders unfallgefährdet.
Wer nun denkt, das Problem betrifft lediglich ein paar Handvoll Menschen in Deutschland, der irrt sich. Aktuell seien rund 150.000 Quads in Deutschland gemeldet, so die Unfallforschung der Deutschen Versicherer. Genau bestimmen lässt sich ihre Zahl jedoch noch nicht. Denn Quads können unter mehreren Fahrzeuggattungen beim Kraftfahrtbundesamt gemeldet und somit gelistet sein.

 

"Kleine" Quads dürfen - wie ein Mofa - bereits ab 16 Jahren mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden und sind lediglich mit einem Versicherungskennzeichen ausgestattet. Für die "großen" Quads hingegen braucht der Fahrer den Autoführerschein, da sie als Pkw gelten.

Werden sie für die Arbeit auf dem Feld oder im Wald eingesetzt, werden die Quads oder ATVs (All-Terrain-Vehicles) auch gerne günstig als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen zugelassen.

Quadunfälle werden bisher nicht gesondert zentral erfasst

In den amtlichen Unfallstatistiken - etwa des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) - sind Quads daher bisher nicht als eigene Fahrzeuggattung aufgeschlüsselt. Dies wird erst ab 2014 der Fall sein. Für die UDV-Studie wurden deshalb die Akten von über 600 Quad-Unfällen der Versicherer aus den zurückliegenden Jahren ausgewertet.

 

Die Resultate sprechen nicht gerade für die wendigen Vehikel und ihre Fahrer. Wie die Unfallanalyse ergab, verursachen über 85 Prozent der Quadfahrer die Unfälle selbst. Meistens sind sie schlicht mit der Kraft und dem Ungestüm der Quads überfordert. In Kurven passiert es dann meist: Der Fahrer verliert die Kontrolle und prallt entweder in den Gegenverkehr oder rast in ein Hindernis (zum Beispiel Leitplanke oder Baum) neben der Straße.

Quadfahrer sind in der Regel noch sehr jung

Meist sind die Unfallfahrer jung, zwischen 18 und 24 Jahre alt. Ihnen fehlt grundsätzlich die Erfahrung im Führen von Kraftfahrzeugen. Hinzu kommt das "störrische" Fahrverhalten der Quads. Gas gibt der Fahrer - ähnlich wie bei vielen Schneemobilen - am Lenker nur mit dem Daumen. Das allein ist bereits gewöhnungsbedürftig. Zudem fehlt Quads ein Differenzial. Der Zug am Gasschalter überträgt sich sofort auf den Allradantrieb. Wer hier nicht Erfahrung und ein ruhiges Händchen mitbringt, bei dem "bockt" das Quad gerne.

 

Ein weiteres Problem ist das Kurvenverhalten. Quads sind ungestüm. Ein Großteil der Lenkarbeit erledigt der Quadfahrer durch Körperverlagerung. Für Autofahrer ist dies gänzlich ungewohnt - ein Fehlverhalten ist da vorprogrammiert.

Gefährliche Mischung: schweres Handling und Übermut

Die besonderen Fahreigenschaften der Gelände-Flitzer im Zusammenspiel mit dem Übermut vieler Fahrer sieht Siegfried Brockmann, der Leiter der Unfallforschung, als größtes Risiko für schwere Unfälle mit Quads. Die UDV fordert deshalb unter anderem, dass Quad-Einsteiger eine Einweisung und Überfahrt nachweisen müssen, bevor sie allein auf die Piste dürfen. Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Außerdem wird an die Quad-Hersteller appelliert, ihre Fahrzeuge serienmäßig mit einem Differenzial auszurüsten. Innerhalb der EU ist dies verpflichtend erst ab dem Jahr 2016 geplant.

 

Sind auch Sie vom Quad-Fieber gepackt, sollten Sie neben Ihrer Sicherheit auch eine gute und günstige Versicherung für das Quad im Auge behalten. Eine passende Quadversicherung finden Sie kostenlos und unverbindlich mit dem Versicherungsvergleichsrechner von CHECK24.

(srh)

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